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Georg Cohn.

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enthalt organisch gebundenes, fest im
Molekiii verankertes Eisen, desgleichen
das Hamatogen, welches Bunge
(Ztschr. f. physiol. Chemie 10, 453)
aus Ochsenltbern dargestellt hat. Dieses
gibt weder mit Schwefelammonium un-
mittelbar einen Niederschlag, noch wird
es durch Verdauung angegriffen. Kunst-
liches Eisenalbuminat dagegen gibt die
Hamatoxylinfarbung und an saTzsaure-
haltigen Alkohol sofort sein Eisen ab.
Eisenpraparate, welche das Metall in
kolloidaler LBsung enthalten, konnen
durchaus aufsaugbar sein.

Dieselben Stoffe, die zur Gewinnung
der schon besprochenen Metallverbin-
ungen gedient haben, werden mit ent-
sprechenden Abanderungen fiir die Her-
stellung von Eisenpraparaten verwandt.

Ohne Bedeutung ist die Doppelver-
biudung aus Eisenchlorid (1 Teil) und
Peptonchlorhydrat (9 Teile), die
durch Mischen der alkoholischen LOs-
ungen und Abdampf en im Vakuum in glanz-
enden, sehr hygroskopischen Lamellen er-
halten wird (Pool, DRP. 54747, Kl. 53,
23. Mai 1890, erloschen 19.Septbr. 1894).

Hamoglobin, der Blutfarbstoff
selbst, ein brannschwarzes, in Wasser
I5sliches Pulver, wird direkt und in
mannigfachsten Zubereitungen, die auf-
zuzahlen nicht lohnt, als blutstillende?,
leicht aufsaugbares Tonikum verwandt
(Gabe 5 bis 10 g), ebenso sein Zer-
setzungsprodnkt Hamatin.

Ham a tin wird zweckmaBig nach
der in Eager' s Handbuch der pharm.
Praxis (Bd. 2, 815) gegebenen Vor-
schrift erhalten. Frisches defibriniertes
Blut wird mit der 5 f achen Raummenge
Weingeist durchgeschuttelt, das ent-
standene Koagulum ansgepreBt und
fein verteilt auf dem Wasserbad in
Weingeist, der mit 8 v. H. konzentrierter
Schwefelsame versetzt ist, gelost. Man
filtriert heiB, versetzt das Filtrat



1012



mit Vie Raumteil Wasser und soviel
trockenem Kochsalz, dafi die vorhandene
Schwefelsaure moglichst genau in Na-
triumsulfat iibergefuhrt wird (10 Teile
Sehwefelsaore = 12 Teile Natrium-
chlorid), erwarmt 1 Stunde im Wasser-
bad and laBt dann erkalten. Das ab-
geschiedene Hamatin wird mit Wasser
und Weingeist gewaschen. Zur Rein-
igung I5st man es in verdunnter Natron-
lauge und fallt es mit verdunnter
Schwefelsaure wieder aus. Es ist ein
rStlich-braunes Pulver mit metallischem
Reflex, geruch- und geschmacklos, un-
I6slich in Wasser, Weingeist und Aether,
Iflslich in verdiinnten Alkalien, sowie
in fliichtigen und fetten Oelen. Es
enthait 8 bis 9 v. H. Eisen. Tabourin
hat Hamatin als Eisenmedikament und
Tonikum bei Blutarmut, Bleichsucht
und anderen Schwacbeleiden .empfohlen.
Es leistet zweifellos auch mehr als
manche andere ktinstlich dargestellte
Eisen verbindung.

Unter Ferrohamol,Eisenhamol,
versteht man eine Verbindnng von
Blutfarbstoff mit Eisen (Merck, DRP.
83532, Kl. 12, 14. Juni 1894). Man
setzt eine mflglichst neutrale verdiinnte
EisensalzlOsung zn Blutlftsungen. Die
frei werdende Saure muB nachtraglich
mit Alkalikarbonat neutralisiert werden.
Auf 1 L Blut in 5 v. H. enthaltender
Lttsung kommen etwa 4,5 g Eisen in
Form neutraler 1 v. H. enthaltender
SnlfatlQsung. Die SodalOsung soil
hOchstens 1 v. H. enthalten , die
Warme der Fliissigkeiten nicht wesent-
lich iiber sein. Der Niederschlag
wird mit Wasser gewaschen und unter
40 getrocknet. Er ist braun, fast
geschmacklos und wird von sehr ver-
dunnter Soda- oder Ammoniaklosung mit
prachtvoll roter B'arbe aufgenommen.
LetztereLosung zeigt im Spektralapparat
den Absorptionsstreifen des Oxyhamoglo-
bins sehr deutlich. Eisengehalt 3 v.H. Ein
Teil des Metalls ist so fest gebunden,
dafi es erst nach Zerstorung der organ-
ischen Substanz zugftnglich ist.

H a m o 1 (Robert; E. Merck, DRP.
70841, Kl. 12, 17. Oktober 1891, er-
loschen 31. Oktober 1906) wird aus



Hamoglobin durch Reduktion mit Zink-
staub oder Eisen bereitet. Dieerhaltene
Substanz wird mitgesattigterAmmonium-
karbonatlOsung in LOsung gebracht und
mit verdunnter Salzsaure wieder aus-
gefallt, Man wascht sie mit Chlor-
ammoniumlOsung und trocknet sie iiber
Schwefelsaure und Calciumchlorid.
Schwarzbraunes , leicht aufsaugbares
Pulver, das in Gaben Ton 0,1 bis 0,5 g
3mal taglich bei den Mahlzeiten gegen
Blutarmut und Bleichsucht gebraucht
wird (siehe A. Grunfeld, Deutsch. med.
Wochenschr. 1903, Nr. 3, Robert, ebenda
1894, S. 886 und viele andere). Die
Behandlung mit Hamol ist stets ange-
bracht, wenn eine Verarmung des
Blutes an Hamoglobin eintritt, gleich-
giiltig, welche Ursaehe vorliegt.

flamogallol (Robert-, Merck, DRP.
70841, Kl. 12, 17. Oktober 1891, er-
loschen 31. Oktober 1906) ist dem
vorhergehenden Praparat sehr abnlich.
Bei der Darstellung wird als Reduktions-
mittel Pyrogallol verwandt. Man giefit
gleiche Teile mit Wasser yerdunntes
frisches Blut und kalt gesattigte Pyro-
gallollOsnng zusammen und wascht den
voluminOsen Niederschlag mit Wasser
und Alkohol aus. Das rostbraune
Pulver hat sich als blutbildendes Pra-
parat bei Blutarmut, Bleichsucht und
Schwachezustanden besonders im Kindes-
alter bewahrt. Gabe 0,5 g, fur Kinder
0,05 bis 0,2 g. Die Substanz wird
vom Magen Bleichsuchtiger gut ver-
tragen und vom Organismus in Blut-
farbstoff umgewandelt (A. Grunfeld,
Deutsch. Med. Wochenschr. 1893, Nr. 3).
Sie ist in sehr groBen Gaben unschad-
lich unf fuhrt schnell Appetitsteigerung
und Kraftezunahme herbei. Das Pra-
parat hat wesentliche Vorziige vor dem
Hamoglobin selbst , weil es dem
schwachen Magen die Arbeit der Spalt-
ung zu Hamatin erspart.

Ein eisenhaltiges BlutproteTn
sei nebenbei erwShnt (Hofmann Naehf.,
Meerane i. S., DRP. 120773, Kl. 30,
17. Februar 1900). Defibriniertes Blut
wird mit etwa der gleichen Menge Wasser
verdtinnt und einem schwach gespannten
elektrischen Strom unterworfen.



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F e r s a n (FersanwerkeWien ; A. Jolles,
Wien, DRP. 112 933, Kl. 30, 31. Januar

1899, erloschen 8. Juni 1904) 1st ein
eisenhaltiges Paranukleoproteid.
Es wird aus einer aus Blat in bekannter
Weise gewonnenen Blutfarbstofflosung
bereitet, Man versetzt diese mit der
gleichen Raummenge 10 v. H. enthalt-
ender Mineralsaure oder mit einer ent-
sprechenden Menge konzentrierter organ-
ischer SaurelOsung, wascht den Nieder-
schlag mit Eitelalkohpl and trocknet
ihn bei 60 bis 70 im Vakuum fiber
Natronkalk. Die Substanz gibt keine
Chlorreaktion. Sie ist vflllig verschieden
vom Oxyhtaoglobin und Hamatin, weil
sie beim Kochen ihrer wasserigen L5s-
ung nicht gerinnt. Sie lost sich leicht
in Wasser und - - ohne Zersetzung -
in verdunntem Alkohol and wird durch
Pottasche aus der alkalischen Lflsung
nicht gefallt. Fersan enthalt neben
Phosphor etwa 0,32 v. H. Eisen und
etwa 90 v. H. Ipsliche EiweiBkflrper.
Den Magen passiert es unzersetzt, im
Darm wird es vollig aufgesaugt (Jolles,
Wien. med. Presse 1900, Nr. 22, Klem-
perer, Therap. d. Gegenw., Oktober 1900 ;
J. E. Voelkel, Miinchn. med. Wochenschr.

1900, Nr. 44). Anwendnng bei Anamie,
Chlorose, Rekonvaleszenz, Stoffwechsel-
storungen , Schwachezustanden, Neu-
rasthenic usw. Es hebt den Hamo-
globingehalt des Blutes ungemein rasch.

Ein Eisenalbuminat wird aus
definibriertem Pferdeblut gewonnen
(Eberwein und Diefenbach, Bensheim
a. d. BergstraBe, DRP. 119 249, Kl. 30,
27. Mai 1899, iibertragen an A. Diefen-
bach, ebendort, erloschen 24. Sept. 1902).
Dieses wird von etwa 50 Hundertstel
Serum befreit und mit saurefreier Eisen-
salzlflsung (Eisensaccharat , Eisensalz-
Iflsung mit zitronensaurem NAtrium) ver-
setzt. Ein AlkaliuberschuB wird mit
Zitronen- oder Weinsaure abgestumpft.
Darauf Failung mit Alkohol usw.

Das Eisenalbuminat des Deut-
schen Arzneibuches wird, wie
folgt, erhalten: 35 Teile trocknes
EiweiB werden in 1000 Teilen Wasser
bei einer 50 nicht ubersteigenden Wftrme
gelflst. Die durchgeseihte Flussigkeit



wird in 120 Teilen flussiges Eisen oxy-
chlorid unterRuhren eingegpssen. Darauf
neutralisiert man scharf mit 0,75 v. H.
enthaltender Natronlauge. Der Nieder-
schlag wird bis zur Chlorfreiheit aus-
gewaschen, abgepreBt und unter 30
getrocknet. Es bildet ein ockerfarbenes
Pulver, das 13 bis 14 v. H. Eisen ent-
halt. Meist wird es noch feucht mit
einer LOsung von 0,45 Teilen Natron-
hydrat in 50 Teilen Wasser in LBsung
und mit 150 Teilen 90 v. H. enthalten-
dem Alkohol, 100 Teilen Zimtwasser,
2 Teilen Tinctura aromatica und Wasser
auf 1000 Teile Gesamtraummenge ge-
bracht (Liquor ferri albuminati). Die
Schweizer Pharmakopoe gibt eine in
Einzelheiten abweichende Vorschrift.

Unter Ferratin verstand Schmiede-
berg ein aus Schweinelebern gewonnenes
Eisenpraparat. Er fallte deren wasser-
igen Auszug mit Weinsaure. Denselben
Namen gab die Firma C. F. Boehringer
& Sohnej Waldhof, einem Kunstprodukt
(DRP. 72 168, Kl. 12, 14. Oktober 1892).
Man lOst 100 Teile EiereiweiB in 200
Teilen kaltem Wasser und versetzt mit
25 Teilen weinsaurem Eisen, das man
unter Neutralisation mit 10 v. H. ent-
haltender Natronlauge in 250 Teilen
Wasser gelGst hat, dann mit 100 Teilen
10 v. H. enthaltender neutraler Natrium-
tartratlflsung und 38 Teilen 10 v. H.
enthaltender Natronlauge. Man erwarmt
2V2 bis 4 Stunden auf 90, sa*uert mit
25 v. H. enthaltender Weinsaurelo*snng
an, gibt 25 v. H. enthaltendes Ammoniak
bis zur deutlich alkalischen Reaktion
hinzu, erhitzt 48 Stunden auf 90 und
fallt schlieBlich das Eisenalbuminat mit
25 v. H. enthaltender WeinsaurelOsung
aus. Zur Reiuigung wird es nochmals
mit verdunntem Ammoniak unter Zusatz
von Ammoniumtartrat gelost, 48 Stun-
den anf 90 erhitzt nnd wieder mit
Weinsaure ausgefallt.

Ferratin ist ein dunkelbraunes , in
reinem oder schwach angesSuertem
Wasser unlOsliches Pulver, leicht lOslich
in schwach alkalischem, lauem Wasser.
Es enthalt 7 bis 10 v. H. maskiertes
Eisen. W. Oruning (diese Zeitschrift
53, 1231, 1264) gibt 5,74 v. H. an.



1014



Die neutrale Losung gerinnt nicht beim
Kochen. Durch viel Alkohol wird sie
gefallt, Schwefelammonium spaltet erst
nach einigen Minuten Schwefeleisen ab.
Leicht verdauliches, angenehm zu nehm-
endes Eisen praparat, erfolgreich ange-
wendet bei Bleichsucht, akuter Anamie,
nach grofien Blutverlusten (P. Martori,
Therap. Wochenschr. 1895, Nr. 10;
Bauhoher, Zentralbl. f. innere Mediz.
Januar 1898). Gabe 0,5 bis 1,5 g tag-
lich. Auch ein Natriumferratin
ist im Handel. Ferratose ist eine
LOsung des Ferratins.

Eine Reinigung und Befreiung des
Praparates von unyerandertem Albumin
und anderen Zwischenkorpern findet
statt, wenn man vor der erstmaligen
Ausfallung des Eisenalbuminats die heiBe
LOsung ganz schwach ansauert. Die
Verunreinigungen werden dadurch aus-
gefallt (Boehringer, DRP. 74 533, Kl. 12,
6. August 1893, Zusatz zuDRP. 72168).

Jodferratin (Boehringer) enth& It
6 v. H. Eisen und ebenso viel Jod,
letzteres leicht abspaltbar, an EiweiB
gebunden, Haltbares, neutrales Pulver,
das Zalme nicht angreift und den Magen
nicht belastigt und deshalb langere Zeit
ohne Nachteil genommen werden kann.
Jodferratose ist eine versuBte L5s-
ung der Substanz, 0,3 v. H. Jod und
0,3 v. H. Eisen enthaltend, von ange-
nehmem Geschmack und guter Bekomm-
lichkeit. Die Flussigkeit hat bestandige
Zusammensetzung und ist haltbar. An-
wendung bei Skrophulose, Rachitis, chron-
ischer Endometritis, namentlich in der
Kinderpraxis bewahrt. Jodferratin be-
lebt die Darmtatigkeit, regt den Appetit
an und hebt das Allgemeinbefinden
(Bardach, Zentralbl. f. innere Medizin
1908, 785; Dedin. Zentralbl. fiir die
ges. Therap. 1900, 164).

Versetzt man gewOhnliches Eisen-
albuminat mit verdiinntem Spiritus, so
halt es sich unbegrenzte Zeit. Erst
vor dem Gebrauch wird das Gemisch
mit Wasser und Natronlauge usw. in
klare Losung gebracht (Sicco, med.-chem.
Institut, R. G. Sauer, Berlin, DRP.
150485, Kl. 30, 10. September 1903,
erloschen 23. Januar 1907).



S i d e r i n (Richard Altmann, Leipzig,
DRP. 87 004, Kl. 12, 8. Marz Ib94, er-
loschen 12. August 1896). Die Substanz
entsteht, wenn man Eiweifi nach Zu-
satz von Essigsaur e undEisenchloriir
(FeCl 2 ) durch Er warm en koaguliert. Das
WeiBe von 200 Eiern wird mit 10 1
Wasser und verdiinnter Essigsfture bis
zur stark sauren Reaktion versetzt.
Man fiigt 1 1 10 v. H. enthaltende Eisen-
chloriirlo"sung hinzu and erhitzt 1 Stunde
im kochenden Wasserbade. Der Nieder-
schlag wird mit Wasser, Alkohol und
Aether gewaschen. Es I5st sich auch
bei Gegenwart von Alkalien nicht in
Wasser, wohl aber in Pepsin-SalzsHure.
Diese Flussigkeit schwarzt sich beim
Erwarmen mit Schwefefelamrnonium
nicht.

E i s e n k a s e i n. Mit verdiinnter Essig-
saure aus Milch gefalltes Kasein wird
mit warmem Wasser, Alkohol und Aether
gewaschen. 1 Teil des so entfetteten
EiweiBes wird mit 1 Teil Calcium-
karbonat und 100 Teilen warmem Wasser
angerieben. Das Filtrat wird mit einer
1 v. H. enthaltenden, frisch bereiteten
LOsung von Ferrolaktat versetzt.
Man erhalt ein nach dem Trocknen
fleischfarbenes, geschmack- und geruch-
loses Pulver, unlOslich in Wasser, 15s-
lich in schwachen Alkalien. Von Pan-
kreatin und Pepsin-Sal zsaure wird es
verdaut. Eisengehalt 5,2 v. H. Leicht-
aufsaugbares Praparat (L. Dawydow,
Farmaceut 1895, 239).

Eisenkasein entsteht auch, wenn man
freies Kasein in verdtinntem Alkohol
suspendiert und mit konzentrierter was-
seriger oder alkoholischer Eisenchlorid-
losung kocht (Chem. Fabrik Pfersee-
Augsburg, v. Earf, DRP. 100874, Kl. 12,
30. November 1897, erloschen 5. April
1905). Gelbbraunes Pulver 3,54 v. H.
Eisen und 3,68 v. H. Chlor enthalt-
end. Das Kasein kann durch Albu-
min aus Blut, Eiern oder Pflanzen, der
Alkohol durch Aceton oder Salzl5sung
(Natrium- oder Magnesiumchlorid) er-
setzt werden (dieselbe Firma, DRP.
103 580, Kl. 12, 10. April 1898, Zusatz
zu DRP. 100874, erloschen 5. April
1905). Das Produkt aus Blutalbumin



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enthalt 1,39 v.H. Metall, das aus Eiern
1,35 v. H.

Ernst Laves (Hannover, DRP. 173 013,
Kl. 30 h, 4. November 1904) mischt
feuchtes, aus 700 Teilen EiweiB ge-
wonnenes Eisenalbaminat mit 15 Teilen
Eisenzucker (entsprechend 60 g Eisen)
and 30 g 15 v. H. enthaltender mit 75 g
Wasser verdunnter Natronlauge, um ein
leicht Iflsliches und aufsaugbares Pra-
parat herzustellen. Statt des Eisen-
zuckers kann man dem frischen oder
trocknen EiseneiweiB Eisenoxyddextrinat
oder Eisenhydroxyd und Dextrin zu-
ftigen. Substanz ist in Wasser und
Alkohol leicht loslich.

Peptoneisen (siehe Eager' s Hand-
buch d. Pharm. Praxis, Bd. 1, 1124).
20 g trocknes Pepton werden in 2000
Teilen Wasser gelBst und mit einer
Mischung von 240 Teilen flussigem
Ferrioxychlorid und 2000 Teilen Wasser
unter Riihren versetzt. Darauf wird
mit einer 1,5 v. H. enthaltender Natron-
lauge ganz schwach alkalisch gemacht,
der entstandene Niederschlag sorgfaltig
gewaschen (bis zur Chlorfreiheit des
Filtrats), gesammelt und mit 3 Teilen
Salzsaure (25 v. H.) in der Warme ge-
I8st. Man trocknet die Flussigkeit bei
50 bis 60 auf Glasplatten. Glanzende
Blattchen oder Schuppen (24 bis 25 v.H.
Eisen). 3ie losen sich langsam in kal-
tem, schneller in warmem Wasser zu
einer schwach sauer reagierendenFlussig-
keit, welche weder durch Kochen noch
durch Zusatz von Alkohol getrubt wird.

Das Eisenpeptonat kann auch mit
Natronlauge unter Zusatz von Zucker-
sirup in Lflsung gebracht werden, die
mit Alkohol und aromatischen Stoffen
versetzt die Eisenpeptonatessenz
bildet. Lost man den Eisenniederschlag
in Natronlauge unter Zusatz von Zucker
und dampft auf eine bestimmte Raum-
menge ein, so erhalt man den Eisen-
peptonatsirup.

Ferralbumose(J3a#er,Bd. 1,1125).
Fein gehacktes von Fett befreites Fleisch
wird mit kiinstlichem Magensaft ver-
daut, das Filtrat aufgekocht, mit Soda
genau neutralisiert, nochmals filtriert
und im Vakuum eingedampft. Diese



Albumose wird in 10 v. H. enthaltender
wasseriger LOsung durch Eisenchlorid
(1 : 10) gefallt. Der Niederschlag wird
gewaschen und getrocknet. Eisengehalt
etwa 10 v. H.

Eine Verbindung von Eisen mit
Pflanzenglobulin gewinnt map,
wenn man letzteres in alkalischer Los-
ung mit EisensalzlOsung versetzt ( Victor
Kaufmann, Stuttgart, DRP. 101 683,
Kl. 12, 18. Juli 1897, erloschen 8. Mrz
1899.)

Fuhrt man das im Eigel b enthaltene
Nukleoalbumin Vitellin in be-
kannter Weise in eine unlosliche Eisen -
verbindung iiber und bringt diese mit
Natronlauge bei Anwesenheit von Mannit
in LQsung, so entsteht ein Praparat, das
den Magendarmkanal in keiner Weise
belastigt (Degen ttnd Kuth, Duren, DRP.
218910, Kl. 12 p, 21. Februar 1908).
Der Hauptbestandteil des Vitellins ist
Paranuklem, welches einen hOheren
Nahrwert als das entsprechende Kasein-
pra*parat hat. 100 Teile Eigelb werden
mit Aether entfettet, in KochsalzlOsung
aufgenommen und mit 5 1 Wasser aus-
gefallt. Diese Reinigungsprozedur wird
mehrmals wiederholt. Durch Dialyse
beseitigt man anhaftendes Eochsalz. Der
Vitellinbrei (etwa 100 g) wird mit 30 g
Eisenchlorid gemischt und mit 10 v.H.
enthaltender Natronlauge eben alkalisch
gemacht. Das Eisenvitellinat wird ab-
gesaugt und noch feacht mit 60 g Mannit
und 6 g 15 v. H. enthaltender Natron-
lauge bei hflehstens 40'rerrieben. Man
dampft die Fiiissigkeit im Vakuum ein
oder fallt mit der doppelien Raummenge
Alkohol.

Nukleine konnen Eisen enthalten,
so das P a r a n u k 1 e V n aus Kasei'n
(Lubavin, Ber. d. deutsch. chem. Ges.
10, 2237; Bunge, Ztschr. f. physiolog.
Chemie 9, 49), das aus Eidotter (Alberto
Ascoli, ebendort 28, 435), doch ist die
Isolierung dieser Substanzen schwierig
und ihr Eisengehalt gering. Fromme
hat festgestellt, dafi Bakterien auf
eisenhaltigen NahrbOden geztichtet wer-
den kOnnen. Auch Hefe kann durch
dieses Verfahren gezwungen werden,
Eisen aufzunehmen (Basler chem. Fabrik



1043



in Basel, DRP. 120580, Kl. 30, 21. Marz
1899, erloschen 23. September 1903).
Unterwirft man daim die Hefezellen
der kiinstlichen Verdauung, so erhalt
man ein eisenhaltiges Nukleoalbumin
Ferratogen, das 1 bis 2 y. H. und
mehr Metall, zum Teil organisch ge-
bnnden hat. 10 1 frische Bierhefe
(etwa 20 y. H. Trockengehalt) werden
mit 100 bis 150 g Eisenzitrat und 500
bis 5000 g Traubenzueker 8 Tage lang
vergoren. Man filtriert und verruhrt die
Hefezellen mit 110 1 kunstlichem
Magensaft (aus Schweinsmagen und
Salzsaure). Nach etwa 10 Stunden
sind die EiweiBstoffe derselben verdant.
Man wascht den Ruckstand mit 0,3 v.H.
enthaltender Salzsaure, bis sie kein
Eisen mehr aufnimmt. Der Eisengehalt
des Praparates ist einerseits vom Metall-
gehalt der Nahrfliissigkeit und der
Dauer ihrer Einwirkung, andererseits
von der Lebensintensitat der Hefe ab-
hangig. Er ist ziemlich best an dig.
Gelbgraues Pulver, in Wasser unlOslicb,
bei Gegenwart von Soda und nach tage-
langem Stehen loslich. Magensaft ver-
dant das Praparat naturlich nicht,
Pankreasauszug langsam. Cloetta (Miinch-
ner med. Wochenschr. 1900, 760) wies
nacb, daB 37 bis 56 v. H. des Eisens
bei der Verfutterung an Hunde auf-
gesaugt werden. DasProdukt empfiehlt
sich zur Behandlung von Bleichsiichtigen,
deren Magen gegen andere Eisensalze
empfindlich ist.

Ein billiges Hef eeisenpraparat , im
wesentlichen aus unreinem nukle'fn-
sauren Eisen bestehend, gewinnt
man auf folgendem Wege (Alberto
Ascoli, Mailand, DRP. 194950, Kl. 12 p,
6. Juni 1906). 120 1 Hefe beliebiger
Herkunft werden 2- bis 3 mal gewaschen
und mit 30 1 30 v. H. enthaltender
Natronlauge bei Zimmerwarme behandelt.
Dann wird die LOsung verdiinnt und
mit 20 1 48 v. H. enthaltender Eisen-
chloridlOsung gefallt, das alkalisch re-
agierende Filtrat wird mit konzentrierter
Salzsaure neutralisiert oder angesSuert
und mit Eisenchloridlosung versetzt.
Der Niederschlag wird gewaschen und
bei maBiger Warme getrocknet. Er



bildet ein graues Pulver von eigen-
artigem Geruch und charakteristischem,
fleischbruheartigem Geschmack. Alkali
scheidet Eisenhydroxyd ab; doch bleibt
ein Teil des Metalls im Filtrat dieser
Losung in maskierter Form. Eisenge-
halt 6,63 v. H., Phosphorpentoxydgehalt
9,5 v.H. Trypsin lflst das Pra'parat.
Wie mit Silber und Qaecksilber
(S. 960, 983) bildet reine N u k 1 e i n -
saure (Nukleol) auch mit Eisen
ein Salz (Karl Schwiekerath, Detroit,
DRP. 110050, Kl. 12, 8. April 1899,
erloschen 9. August 1905), das den
Handelsnamen Ferrinol (Parke, Davis
db Co.) fuhrt. Man I6st 300 g Nuklein-
saure in 6 1 heiBem Wasser, gibt
750 ccm 20 v. H. enthaltender Soda-
15sung hinzu und 105 g Eisenchlorid-
lOsung (13 v. H.), dann 12 bis 15 1
Alkohol. Der Niederschlag wird durch-
geseiht. Zimtbraunes Pulver mit 4,5 v. H.
Eisen- und ebensoviel Phosphorgehalt,
geschmacklos, nicht adstringierend, in
heiBem Wasser mit neutraler Reaktion
lOslich, wird vom kunstlichem Magen-
saft kaum angegriffen. Das Metall ist
durch die bekannten Reagenzien(Rhodan-
kalium, gelbes Blutlaugensalz usw.)
nicht nachweisbar.

Paranukle'insaure, dargestellt
aus Easein, verbindet sich gleichfalls
mit Eisen (Knoll, DRP. 114273, Kl. 30,
24. Marz 1900; Salkowski, Ztschr. f.
physiolog. Chemie 22, 245; Zentralbl.
f. die med. Wissensch. 1900, Nr. 51).
Aus 50 g 100 v. H. enthaltendem
Pepsin* wascht man den Milchzucker
aus. Der Rtickstand bleibt 20 Stunden
lang bei Zimmerwarme mit 20 1 Wasser
und 200 ccm Salzsaure (d = l,12) unter
haufigem Schutteln stehen. Mit der
filfcrierten Verdauungsflussigkeit digeriert
man 300 g luf ttrockenes Kasein 48 Stunden
lang bei 40, filtriert vom ausgeschied-
enem Paranuklem , neutralisiert das
Filtrat sorgfaltig mit Soda nnd dampft
es auf etwa 10 1 ab. Die erkaltete
Flussigkeit wird mit 2 bis 2,1 1 5 v.H.
enthaltender EisenammoninmalaunlOsung
versetzt und anfgekocht. Das aus-
geschiedene Eisen wird abgeprefit und
mit Alkohol und Aether gewaschen.



1044



Geschmackloses , feines Pulver, das
durchschnittlich 16 v. H. Eisen, 9 v. H.
Stickstoff und 2,5 v. H. Phosphor ent-
halt, in kiinstlichem Magensaft fast un-
loslich, leicht lOslich in Soda (0,1 bis
0,2 v. H.) mit orangegelber Farbe.
Triferrin stBrt die Verdauung nicht.
Kleine Mengen erhOhen bei Tieren den
Eisengehalt der Leber anf das 3- bis
4fache des normalen, wShrend ihr All-
gemeinbeflnden gut, das KOrpergewicht
unverandert bleibt oder sich erhflht,
und ErnShrung wie Verdauung nicht
gestOrt werden. Die Darreichung des
Praparates erzeugt bei bleichsiichtigen
Eranken eine erhebliche Zunahme des
Hftmoglobingehaltes des Elates neb en
einer Abnahme der snbjektiyen Be-
schwerden. Es wird schnell und aus-
giebig aufgesaugt. Erfolgreiche An-
wendung findet es f erner bei rachitischen
Kindern, sekundftrer Anamie, bei Tuber-
kulose usw. Es erzeugt selbst bei
langerem Gebrauch keine Magen- und
DarmstOrungen (Rlemperer, Therap. d.
Gegenw., April 1901; Toff, Zentralbl.
f. Kinderheilk. 1906, Nr. 6). LOsungen
lassen sich mit 50 war mem Wasser
bei Zusatz von 1,7 g Natriumkarbonat
auf 4,5 g Triferrin darstellen.

LaBt man reine Nnkle'insaure
verschiedensterHerkunft(Hefe-,Thymus-,
Pankreas -, Tritico -, Paranukleinsaure)
auf EiseneiweiBkorper oder reines Ei-
weiB, anf nukleinsaures Eisen oder
Eisensalze auf nukleinsaures EiweiB
(Nuklein) einwirken, so erhalt man
eisenhaltige Nukleine, in denen sich
die Bestandteile nur durch weitgehende
Spaltung mit Sauren oder Alkalien
nachweisen lassen. Man lOst z. B.
Eisenalbuminat (aus Huhnereiweifi) in
verdftnnter Natronlauge, versetzt mit
hefenukleinsaurem Alkali und fallt mit
Salzsaure. Die entstandene Verbindung
enthalt 10 v. H. Eisen, 10 v. H. Phos-
phorpentoxyd, 12,5 v. H. Stickstoff und
36 y. H. Kohlenstoff. Aehnlich ver-
arbeitet man Eisenkase'inat. Oder man
I5st nukleinsaures Natrium und Albumin
in Wasser, versetzt mit Eisenchlorid,
macht mit verdiinnter Natronlauge
schwach alkalisch und erhitzt auf 70^



Diese kunstlichen NuWeine sind in
Wasser und organischen L5sungsmitteln
unlOslich, leicht loslich in kalter, ver-
diinnter Alkalilauge. Schwefelammonium
erzeugt eine grtine Farbung, spater
eine Fftllung. Die PhosphorsSure ist
erst nach vOlligem Abbau oder Ver-
aschen nachzuweisen.

Ein weiterer Schritt auf dem Wege
zur Gewinnung phosphorhaltiger
EiseneiweiBkorper ist die Ver-
wendung von Phosphorsaure und
ihren Salzen selbst (Ernst Laves, Han-
nover, DRP. 194940, Kl. 30 b, 5. Jttli
1906). Man fallt z. B. aus einer warmen
LOsung von 700 g trockenem EiweiB
mit 2400 Teilen stark yerdunnter Eisen-
oxychloridlo'sung das Eisenalbuminat aus,
wascht es und bringt es mit 50 g pyro-
phosphorsaurem Natrium und 10 g
15 v. H. enthaltender Natronlauge in
LOsung. Diese wird im Vakuum zn
einer neutral reagierenden leicht 10s-
lichen Masse eingedampft oder mit
Wasser, Alkohol, Zucker untd Gewurz-
ausziigen zu einer klaren haltbaren
Fliissigkeit gelOst.

Abweichend verfahrt Walther Wolff,
urn zu ahnlichen Verbindungen zu ge-
langen (DRP. 237713, Kl. 12p, 24.Juli
1909). Die Bestandteile sind tierisches



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