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Georg Cohn.

[Collected papers

. (page 15 of 45)

oder pflanzliches EiweiB, Albumosen,
Peptone usw,, Eisensalze und Meta-
phosphorsaure. Man geht von Eisen-
albuminaten aus oder von der Fftllung
des EiweiBes mit Metaphosphorsaure
oder von EiweiB, Eisensalz und freier
Metaphosphorsaure (oder von Eisensalz
und Alkaliphosphat oder von metaphos-
phorsauren Erden). Die Reihenfolge,
in der die Bestandteile zur Verarbeitung
gelangen, ist gleichgiiltig. Alkali darf
in dem Gemisch keine Fallung erzeugen.
Beispiel: 10kg trockenes HiihnereiweiB
werden in 300 1 Wasser gelOst. Dazu
gibt man 10 1 50 v. H. enthaltende
EisenchloridlOsung und neutralisiert mit
Natronlauge. Das Eisenalbuminat wird
abfiltriert und mit einer wasserigen
LOsung von 3 kg technischer Meta-
phosphorsaure versetzt. Man alkalisiert
wieder und fallt schlieBlich mit Salz-
saure. Das entstandene Produkt ent-



1045



halt 11 v. H. Eisen, 19 v. H. Phosphor-
pentoxyd und 9,5 v. H. Stickstoff.
Aehnliche Verbindungen sind in mannig-
fachsten Abanderungen darstellbar. Sie
haben sauren Charakter und bilden
leicht losliche Doppelsalze.

Das Eiweifi kann in diesem Verfabren
durch HalogeneiweiB ersetzt werden,
Oder man kann die Endprodukte nach-
traglich mit Halogen behandeln, urn
halogen- und phosphorhaltiges Eisen-
eiweiB zu gewinnen (Walther Wolff,
G. m. b. H., Elberfeld, DRP. 241 560,
Kl. 12 p, 24. Jnlil909, Zusatz zu DRP.
237713). Man I5st z. B. 4 kg Jod-
kasein mittels wenig Ammoniak in
150 1 Wasser, laBt eine Losung von
0,8 kg Metaphosphorsaure in 4 1 Wasser
und 6 1 25 v. H. enthaltende Eisen-
chloridlOsung hinzulaufen, bringt den
entstandenen Niederschlag mit Ammon-
iak bei 40 bis 50 wieder in Lflsung
und fallt diese mit Salzsaure aus. Das
Produkt enthalt etwa 9 v. H. Eisen,
12 v. H. Phosphorpentoxyd, 7 v. H. Jod
und 11,4 v. H. Stickstoff. Oder: Ein
aus 5 kg Kasei'n mit Pepsin - Salzsaure
erhaltenes Gemisch von Kaseinalbumosen
(Peptonen) wird mit Natronlauge gelflst,
mit Jod - Jodkalium jodiert, dann mit
Metaphosphorsaure und Eisenehlorid-
losung versetzt, schliefilich mit Ammon-
iak in LOsung gebracht und mit Salz-
saure gefallt. Aus bromiertem
HiihnereiweiB entsteht eine analoge
Substanz (11 v. H. Fe, 13 v.H. P 2 5 ,
2,7 v.H. Br, 11 v.H. N). Gent man
vom Eisenkasemat aus, das man jodiert
und dann mit Metaphosphorsaure be-
handelt, so entsteht eine Verbindung
mit 5,5 v. H. Fe, 4,6 P 2 5 , 7,5 J und
12,2 N. Alle diese Praparate sind in
Alkalien (alkalischem Darmsaft) Iflslich
und werden von Pepsin-Salzsaure nicht
verdaut, noch des Halogens beraubt,
Im Gegensatz hierzu wird z. B. Jod-
kasein von Pepsin - Salzsaure unter
Halogenabspaltung in kurzer Zeit ge-
lost.

Unter A 1 b o f e r r i n (Frite und
Sachsse, Wien) versteht man ein ahn-
liches Prftparat, das 90,14 v. H. EiweiB,
0,68 v. H. Eisen, 0,32 v. H. Phosphor



und 0,13 v. H. Amidstickstoff enthalt.
Es ist ein hellbraunes, geruchloses, in
kaltem Wasser leicht losliches, nicht
hygroskopisches, haltbares Palver. An-
l wendung bei Blutarmut, Bleichsucht,
'nervOsen Zustande.", Rekonvaleszenz.
Die Verbindung beseiugte Kopfschmerzen
und Schwindelgefiihl, hob den Appetit,
besserte das Aussehen der Kranken und
erhflhte ihr KOrpergewicht (Fr. Kolbl,
Wien. med. Blatter 1901, 364; J. Rei-
chelt, Wien. klin. Rundsch. 1901, Nr. 23
u. 24; Klin, therap. Wochenschr. 1909,
842; Zentralbl. f. d. ges. Therap. 1909,
497).

Ein zur Herstellung neutraler, halt-
barer EisenalbuminatlOsungen geeignetes,
in Wasser und Alkohol leicht Iflsliches
Eisenpraparat wird erhalten, wennman
dem Eisen albuminat in feuchtem oder
trockenem Zustande neutrale pyrophos-
phorsaure Salze beimischt (Ernst
Laves, Hannover, DRP. 194940, Kl. 30b,
5. Juli 1906). Ein Gemisch mit gleichen
Eigenschaften gewinnt man, wenn man
Eisenalb'uminat mit Eisen oxydsaccharat
oder Eisenhydroxyd und Zucker nebst
glyzerinphosphorsaurem Na-
trium oder pyrophosphorsaurem Natrium
versetzt (Ernst Laves, DRP. 195120
Kl. 30 h, 5. Juli 1906, Zusatz zu DRP.
173013).

Carniferrin (HOchster Farbwerke,
DRP. 77136, Kl. 12, 20. Dez. 1893,
erloschen 23. Januar 1901; Siegfried,
Ber. d. Deutsch. Chem. Ges. 27, 2762)
ist das Eisensalz der Phosphorfleisch-
saure. Sie wird aus Fleischextrakt er-
halten. Dieses wird in der sechsfachen
Menge Wasser gelo*st und mit 40
warmer konzentrierterBary thy dratlosung
unter Umriihren versetzt, bis das Filtrat
mit dem Reagenz keine Fallung mehr
gibt. Der im Filtrat erhaltene Baryt
wird mit Alkalikarbonat oder Schwefel-
saure ausgefallt. Darauf kocht man
die Flussigkeit mit Eisenoxydsalzen.
.Es fallt Eisensalz aus, das nach dem
Waschen auf dem Wasserbade getrocknet
wird. Es enthalt etwa 30 bis 35 v. H.
Eisen und etwa 1 v. H. Phosphor und
I5st sich in Essigsaure und Alkalien.
Das Eisen ist maskiert. Rotbraunes,



1046



geschmackloses Palver, leicht aufsaugbar
( W. 8. Hall, Arch. f. Anat. u. Physio).

1894, 455). Zur Gewinnung kQnnen
auch Molken dienen (HOchster Farb-
werke, DRP. 83041, Kl. 12, 27. Febr.

1895, Zusatz zu DRP. 77136, erloschen
23. Januar 1901).

Metaferrin 1st ein phosphor-
saurehaltiges EiseneiweiBprapa-
rat, das 10 v. H. Eisen enthalt, ein
hellbraunes, geruchloses, wenig sa"uer-
lich schmeckendes Palver. Es wird
von Wasser und verdunnter Salzsaure
nicht gelost und passiert den Magen
unzersetzt. Vom alkalischen Darmsaft
wird es aufgenommen und aufgesaugt.
Es bessert das Allgemeinbefinden und
den Appetit und erhOht das KOrperge-
wicht der Kranken. Anwendung bei
Blutarmut, Bleichsucht, Rekonvaleszenz
usw. (L. Janiskiewic%, Med. Klinik 1911,
1193; H.Voit, Therap. d. Gegenw. 1911,
431). Metaferrose ist eine aromat-
isierte, etwa 6 v. H. Alkohol enthalt-
ende Lflsung der Metaferrinnatriumsalze,
besonders geeignet fur empfiodliche
Eranke und Kinder. Jodmetaf errin
enthalt 7,5 v. H. Jod organisch ge-
bunden, 7,5 v. H. Eisen, 8 v. H. Phos-
phorsaure. Die Lflsung heiBt Jod-
metaferrose.

Eisenprotylin (F. Hoffmann-La
Roche, Basel) ist ein eisenhaltiges Ersatz-
prftparat fiir Lezithin. Protylin ent-
halt etwa 6 v. H. Phosphorpentoxyd
gebunden und findet zur Behandlung
von Rachitis, Karies, Skrophulose, Neu-
rasthenic usw. Ver wen dung, Eisen-
protylin, wenn gleichzeitig dieWirk-
ung des Metalls erwiinscht ist.

Ferralbol ist ein EiseneiweiB, das
neben 3 v. H. Eisen 1 v. H. Lezithin
enthalt (R. Levy, Munch. Med. Wochen-
schrift 1909, 971), Es steigert den
Appetit, hebt das KOrpergewicht und
bessert das Allgemeinbefinden.

Vom Phosphor ist nur ein kleiner
Schritt zum Arsen. Anch dieses
Element wurde an EiseneiweiB, zum
Teil mit Phosphor zusammen gebunden.
So stellt man Praparate her, die
arsensaures Eisen in kolloidaler



Form enthalten (Kalle <& Co., Biebrich
a. Rh., DRP. a. K. 22394, Kl. 12 p,
16. Juni 1902),indem man eine wa'sserig-
ammoniakalische Lftsung von Eisen -
arseniat mit einer LOsung von prot-
albinsaurem oder lysalbinsaurem Alkali
oder mit einer LOsung der Alkalialbu-
minosen versetzt und die filtrierte
Flussigkeit im Vakuum zur Trockene
dampft.

Arsenferratin (C. F. Boehringer,
Waldhoff) ist ein Ferratin mit 17 v. H.
Eisen und 0,06 v. H. arseniger Sfture,
ein rotes Palver, das in Form von
Tabletten (zu 0,25 g) oder in LSsung
als <Arsenf erratose (0,3 v. H.
Eisen und 0,003 v. H. Arsen) angewandt
wird. Es ist ein wirksames Tonikum
in der Rekonvaleszenz nach akuten und
chronischen Krankeiten, ein blutbildendes
Mittel bei Blutarmut jeglicher Art (B.
Bardach, Therap. Monatsb. 1905, 406;
A. Eulenburg, Med. Klinik. 1907, 245 ;
G. Hundus, Ther. Monatsh. 1908, 466),
namentlich bei Kindern bewahrt, bei
denen es keine Verdaunngsstftrungen
hervorruft. Es greift die Zahne nicht an.
Anch wird ihm die Ffthigkeit, das All-
gemeinbefinden zu heben und den Appetit
zu steigern, naehgeruhmt (P. Joedicke,
Wien. Klin. Rundsch. 1911, 65, 338).

Phosphorreiche Arseneisen-
EiweiB- und Arseneisen-Halogen-
eiweifikOrper gewinnt W. Wolff
(DRP. 245572, Kl. 12p, 14. Jan. 1911,
Zusatz zu DRP. 237713). In demVer-
fahren, welches in denPatenten237713
und 241 560 (S. 1044) beschrieben wird,
kann man die Metaphosphorsaure teil-
weise durch Arsensaure und dnrch
Salze der verschiedenen Arsensfturen
ersetzen. Je nachdem man das Misch-
ungsverhaltnis von Phosphor zur Arsen-
saure andert, gelangt man zu Produkten,
die mehr oder weniger Arsen enthalten.
Man geht von EiweiBk5rpern, ihren
Abbau- und Halogenderivaten aus. Die
entstehenden Heilmittel ahneln denen
des Hauplpatents. Sie sind unlOslich
in Pepsin-Salzsaure, lOslich in verdunnter
SodalOsung.

Die durch Verdauung des Kasetos
entstehendeParanukleinsaurekann



1047



Arsens&ure anfnehmen. Hit Eisensalzen
lief ert die LBsung ein a r s e n - n u k 1 e i n-
saures Eisen (Knoll & Co., Ludwigs-
hafen a. Rh., DRP. 192473, Kl. 12p,
29. Marz 1907). Man verteilt 10 kg
Kasem in 500 1 Wasser, fugt 5 1 25
v. H. enthaltende Salzsaure und 80 g
Pepsin (lOOOfacher Verdauungskraft)
hinzu und laSt die Mischung 50 Stunden
bei 40 bis 45 stehen. Die vom unlo>
lichen Nuklem abfiltrierte Verdauungs-
lauge wird auf 300 1 eingeengt, mit
0,5 kg Arsensaure und 2,1 kg Eisen-
ammoniakalaun, gelflst in 40 1 Wasser,
versetzt. Der Niederschlag wird mit
Alkohol und Aether gewaschen. Er
bildet ein gelbes, in organischen Los-
ungsmitteln unlOsliches Palver, das nur
von heiBen Sauren aufgenommen wird.
Die sauren LQsungen geben mit Tannin
einen blauen, mit Jod-Jodkalium einen
roten, mit Ammoniummolybdat einen
grttnen, mit Phosphorwolframsaure einen
weifilich-grauen Niederschlag. In ver-
dunnten Alkalien ist das Praparat los-
lich. Es enthait 14,54 v. H. Eisen,
10,23 v. H. Arsen, 2 v. H. Phosphor
und 67 v. H. Stickstoff. Das Handels-
produkt hat den Namen Arseuogen.
Seine Zusammensetzung ist 16,4 v. H.
Eisen, 2 v. H. Phosphor, 14 v. H, Arsen
und 6,6 v. H. Stickstoff (SalkowsU,
Berl. Klin. Wochenschr. 1908, 142).
Es wird mit Triferrin zusammen als
A r s e n fcr i f e r r o 1 ver ordnet . Letz-
teres enthait ferner Alkohol und Aro-
matica. Eswird gern genommen, gut ver-
tragen und bessert nach langerem Ge-
brauch das subjektive und objektive
Befinden (M. Mosse, Berl. Klin. Wochen-
schrift 1908, 144; A. Teubert, ebendort
1910, 1349). Anwendung bei anam-
ischen Zustanden, besonders nach
schweren Krankheiten, bei Bleichsucht,
Neurasthenie,nervosen ErschOpf ungs- und
Schwachezustanden usw. Bei jackenden
Hautkrankheiten, Ekzemen usw. unter-
stiitzt das Praparat die spezifische
Therapie.

<Nukleogen> ist ein arsenhalt-
iges Eisennuklei'nat, das bei Blut-
armut, Tuberkulose, Neurasthenie, Chorea
und Skrophulose mit Nutzen Anwendung



findet (Arnath, Deutsch. Med. Wochen-
schrift 1906, 672; Schramm, Med.
Klin. 19U8, 670; Hoppe, Ther. d. Gegenw.
1907, 501).

Arsenme taferrin ist Metaferrin
mit 0,1 v. H. Arsen, in Losung Arsen-
metaferrose* genannt , angewandt
bei Blutarmut, Bleichsucht usw.

Arsen albof errin enthait in einer
Tablette von 0,35 g neben Alboferrin
0,1 mg kakodylsaures Natrium.

Die mit Ichthyol, Petrosulfol
usw. entstehenden EiweiBverbindungen
(S. 936) geben leicht Eisensalze. So
enthait eine aus Petrosulfol gewonnene
Substanz 2,5 v. H. Eisen neben 41 v. H.
EiweiB (Otto Helmers, Hamburg, DRP.
140459, Kl. 30, 6.Junil899, erloschen
18. Oktober 1905).

Ferrichthol (Ichthyolgesellschaf t
Cordes, Hermanni & Co., Hamburg) ist
ichthyols ul f os aures Eisen, das 3,5
v. H. organisch gebunden enthait. Amor-
phes, nicht hygroskopisches, braunsch war-
zes, fast geruch- und geschmackloses
Pulver, in den tiblichen LOsungsmitteln,
Sauren und Alkalien unlOslich. Es kommt
in Tabletten zu 0,1 g in den Handel. An-
wendung bei Blutarmut, Bleichsucht,
Angioneurosen ( Unna, Monatsh. f . prakt.
Dermatol. 32, Nr. 5). Das Eisen ist
aufsaugungsfahig (Aufrecht, Deutsche
Aerzte-Ztg. 1902, Nr. 5).

R h o d a n e i s e npeptonat (Max
Baum, Hanau, DRP. 166361, Kl. 12,
3. Oktober 1903, erloschen 6. Februar
1907). Eine wasserige Albuminlflsung
wird mit Eisenrhodanidl5sung versetzt.
Die Mischung wird der Einwirkung von
Pepsin-Salzsaure unterworfen. Das Pro-
dukt enthait 84,21 v.H. Pepton, 11,84 v.H.
Rhodan und 3,95 v. H. Eisen. Es sollte
zur Herstellung diatetischer und pharma-
zeutischer Prpdukte dienen.

Ein ganz eigenartiges EiweiBpraparat
ist die Hamatose, der en wesent-
licher Bestandteil a-Nitroo-/?
naphtholsulfosaure

N-OH



HS0 3



1048/1071



1st (Anilinfabrik A. Wulfmg, Elberfeld,
DRP. 98387, Kl. 12, 13. Mai 1897,
erloschen 1 8. September 1901). lOOTeile
tierisches EiweiB werden in 1 1 Wasser
anger tihrt. Man erwarmt die Mischung
durch Znsatz von heiBem Wasser auf
45 und versetzt sie mit 15 g Na-
phtholgrun, dem Eisensalz obiger
Sulfosaure, (oder mit /2-Nitroso-a-
naphthol-a- sulfosaurem Eisen),
in warmer konzentrierter LOsung. Dann
steigert man die Warme auf 60 bis 70
und sftuert mit 25 ccm 50 v. H. ent-
haltender Essigsaure an. Der Nieder-
schlag wird mit kochendem Wasser ge-
waschen. Es ist in Wasser und ver-
diinnten Sauren unlGslich, leicht 10s-
lich in Alkalien, uuemplindlich gegen
Schwefelwasserstoff. Das Naphtholgriin
kann durch analoge Eisenverbindungen
ersetzt werden, das EiweiB durch
Kaseinalbumosen usw. (Wulfing, DRP.
101463, Kl. 12, 15. Februar 1898,
Zusatz zu DRP. 98387, erloschen 18.
September 1901).

Wir haben vorstehend die wichtigsten
EiseneiweiBverbindungen behandelt, zu-
mal diejenigen, deren Darstellung Gegen-
stand von Patenten ist. Die Zahl
sonstiger Eisenpraparate , die mehr
oder weniger geschickte Mischungen
darstellen und unter den mannigfachsten
Bezeichnungen vertrieben werden, ist
unilbersehbar groB. SchlieBlich ver-
weisen wir noch auf einen in dieser
Zeitschrift (53 [1912], 1231, 1264) er-
schienenen Artikel von W. Gruning
uber Ei s e n albuminate, welcher
unsere Ausfiilirungen in wunschens-
werter Weise erga'nzt.

5. Sonstige
MetalleiweiBverbindungen.

Manganalbuminat (V. Vitali).
Das WeiBe von 3 Eiern wird mit
Wasser verruhrt. Die durchgeseihte
Lftsung wird mit 30 ccm 5 v. H. ent-
haltender Kaliumpermanganatlo"sung ver-
setzt und die braungewordene Flussig-
keit bei 30 eingedampft. Das Praparat
enthait 3,3 v. H. Mangan (als Mn 3 4 )
berechnet). Dunne braune, fast ge-



schmacklose Bla'ttchen, langsam in
kaltem, schneller in warmem Wasser
I5slich, leicht verdaulich und assimilier-
bar.

Ichthyolammonium liefert eine Man-
gan-EiweiBverbindung, die 40 v. H.
EiweiB und 2,2 v. H. Metall enthaUt
(Otto Helmers, Hamburg, DRP. 140459,
Kl. 30, 6. Juui 1899, erloschen 18. Ok-
tober 1905).

Kuprohamol, Knpferhamol
ist eine Verbindung von Kupfer mit
Blutfarbstoff (Merck, DRP. 86146,
Kl. 12, 14. Juni 1894, Zusatz zu DRP.
83532). Frisches . Rmderblut wird in
10 Teilen mftglichst kaltem, mit Kohlen-
saure gesattigten destillierten Wasser
geldst. Zum Filtrat setzt man eine
L5sung von mOglichst neutralem, wein-
sauren Kupferoxyd-Natron (3 mg Kupfer
in 1 ccm enthaltend) so lange hinzu,
bis das Filtrat farblos aussieht und
etwas Kupfer enthait. Der Niederschlag
wird bei niedriger Wa'rme getrocknet.
Dunkelbraunes Pulver mit einem Gehalt
yon 2 v. H. Metall, das <organisch,
in nicht atzender Form gebunden ist.
Der Blutfarbstoff ist leicht spektroskop-
isch nachzuweisen. Die Verbindung
ist ein milde wirkendes Praparat, das
den H&moglobingehalt desBlutes steigert.

Eine Verbindung von Kupfer mit
Pflanzengobulin stellt Victor Kauf-
mann (Stuttgart, DRP. 101683,
Kl. 12, IS.Juli 1897, erloschen 8. Marz
1899) her. Sie ist ein Analogon der
schon beschriebenen Silberverbindung
(S. 966).

Cup rat in (Filehne) wird erhalten,
wenn man 100 Teile EiweiB in Wasser
quellen la' Bt, mit Natronlauge in Natrium-
albnminat uberfuhrt und mit 32 Teilen
Knpfersulfat mischt. Man wascht den
Niederschlag gut aus. Dunkelbraune,
krumelige Masse, rund 6,4 v. H. Kupfer
enthaltend, fast unloslich in Wasser,
leicht I5slich in Natronlauge und Sain en.
Das Metall wird durch Schwefelwasser-
stoff nicht gefallt. Die Verbindung ist
nach Filehne ungiftig.

Cuprol ist nukleinsaures
Kupfer (Karl Schwickerath, Detroit,



1072



DRP. 118050, El. 12, 8. April 1899,
erloschen 9. August 1905, Fabrikant
Parke, Davis & Co.). Es wird ganz
wie die entsprechenden Silber-, Queck-
silber- und Eisenverbindungen (8. 969
bezw. 988 bezw. Nr. 41) erhalten und
enthalt 6 v. H. Metall. Caprol wird
wohl fast nur in Amerika bei akuten
nnd chronischen Bindehauterkrankungen
gebraueht (v. Sicherer, Ophthalm. Klin.
1901, Nr. 23, J. Matussowsky, Deutsch.
Med. Ztg. 1903, Nr. 37). Es fallt
kein EiweiB und besitzt tiefes Ein-
dringungsvermOgen , sowie bakterizide
Eigenschaften. Es wird als Pulver,
in 5 v. H. enthaltender warmer, mit
Chloreton versetzter Lflsung und als
5 v. H. enthaltende Salbe angewandt.

Eine phosphorhaltige Kupfer-
verbindung aus HiihnereiweiB ge-
winnt man wie die analogen Wismut-,
Silber- und Quecksilberverbindungen in
sinngemafier Abanderung des schon
beschriebenen Verfahrens ( Walther
Wolff, DRP. 241831, El. 12p, 31. Juli
19.0, Zusatz zu DRP. 237713).
Sie enthalt 4 v. H. CuO und 2,5 v. H.
P 2 5 , ein Analogon aus Jodkasein
3,5 v. H. CaO und 3 v. H. P 2 5 .

Zinkhamol (Merck) ist Blutfarb-
stof f mit einer kleinen aber bestandigen
Zinkmenge (1 v, H.). Die braune Sub-
stanz atzt nicht und wirkt nicht brechen-
erregend (A. Grunfeld, Deutsche med.
Wochenschr. 1893, Nr, 3). E. Grahe
Arb. d. pharmak. Instit. Dorpat 1893,
155) empfiehlt den Kftrper, der ein
vOlliges Analogon der schon behandelten
Metallhamole (S. 985, 1012) ist, bei
manchen Formen von Bleichsucht, Blut-
armut, Durchfall usw. Er wirkt milde
und ist fast geschmacklos, steigert den
Hamoglobingehalt des Biutes und bessert
das Allgemeinbefinden. Gabe 0,5 g
3mal taglich.

Eine Zinkverbindung aus
Pflanzenkasein wird wie entsprech-
ende Wismut-, Silber-, Quecksilber-,
Eisen- und Eupfersubstanzen (S. 960,
966, 986, Nr.41 s. oben) dargestellt (Rauf-
mann, DRP. 101683, El. 12, 18. Juli
1897, erloschen 8. Marz 1899). Ueber



ihre therapeutische
nichts bekannt.



Anwendung ist



Zinkgelose gewinnt man aus Zink-
salzen durch Umsetznng mit Leim-
albumosen (Gelatosen). Die Substanz
enthalt mehr Metall und ist deshalb
therapentisch wertvoller als aus EiweiB-
albumosen darstellbare, ahnliche KOrper
(ElberfelderFarbenf abriken,DRP. 134197,
El. 12, 17. April 1901, erloschen 30. Juli
1905). 100 Teile Gelatose werden in
150 Teilen 30 y. H. enthaltendem Alkohol
(oder in Essigsaure oder in Wasser)
gelflst und mit 20 Teilen Zinkchlorid
(acetat, -sulfat), gelQst in der gleichen
Menge Wasser, gemischt. Man fallt
die Zinkgelatine mit 98 v. H. ent-
haltendem Alkohol aus. Metallgehalt
etwa 6 v. H. Sie reizt weniger, ad-
stringiert aber ebensogut wie die vor-
dem bekannten Zinksalze.

Eine p h o s p h o r sa'urehaltige
Zinkverbindung aus Kasei'n ent-
steht nach dem mehrfach erwa"hnten Ver-
fahren von Walther Wolff (DRP. 241 831,
El. 12p, 31. Juli 1910, Zusatz zu DRP.
237 7 1 3). Sie enthalt 10 v.H. Zinkoxyd und
6 v. H. Phosphorpentoxyd , das aus
Jodkasein dargestellte Analogon
5 v. H. Zink und 5 v. H. Phogphor-
pentoxyd.

Eine Aluminiumverbindung
verdankt ihr Dasein dem gleichen Dar-
stellungsverfahren. Sie enthalt 4,5 v. H.
A1 2 3 und 14 v. H. P 2 5 .

Aluminiumkasei'nat ist ein gelb-
lich-weifies, geschmackloses Pulver
(5 v.H. Al), in Wasser unlBslich. Es
hat adstringierende Eigenschaften und
soil in Gaben von 0,25 bis 0,3 g
(mehrmals taglich) sicher Darmkatarrhe
beseitigen (Richard Wagner, Apoth.-
Ztg. 1899, Nr. 76).

Cerprotei'ne (Chem. E'abr. auf
Aktien (vorm. E. Schering), Berlin,
DRP. 227 322, El. 12 p, 31. Januar 1909).
ProteTne, (Albumin, Albumosen) geben
mit Cersalzen sehr schwer lOslicheSub-
stanzen, in denen das Metall molekular
gebunden ist. Durch Vereinigung mit
Albumoselosungen erhalt man thera-



1073



peutisch wertvolle, leicht Iflsliche Ver-
bindungen. Zu einer wasserigen Lb'sung
von 500 g Eieralbumin laflt man eine
LOsung von 50 g Cernitrat zuflieBen.
Den feuchten Niederschlag lost man in
einer 40 bis 50 warmen, 30 v. H. ent-
haltenden Losung von 350 g Albumose
und dampft die Fliissigkeit im Vakuum
zur Trockne. Der Riickstand wird
mehrmals in Wasser gelOst, die Fliissig-
keit aufgekocht and wieder eingedampf t.
Nicht hygroskopisches Palver, in Wasser
klar mit hellgelber Farbe, desgleichen
in Sauren loslich, unlOslich in Alkalien,
Alkohol and Aether. Cergehalt 8 bis
9 v. H. EiweiB, Oxalsaure und Schwefel-
ammonium geben keine Fallung.

KolloidaleEdelmetalle(Platin,
Osmium, Palladium, Gold) werden
nach dem Paa/'schen Verfahren (Kalle,
DRP. 157 172, Kl. 12, 1. November 1903,
erlosehen 6. Marz 1907 ; siehe C. Paal,
Ber. d. Dtsch. chem. Ges. 35, 2236;
derselbe und C. Amberger, ebendort 37,
124; 38, 1398) mittels Lysalbin- und
Protalbinsaure leicht erhalten. Doch
hat fiber ihre therapeutische Anwendung
nichts verlautet. Die nach Bredig
mittels elektrischer Zerstanbung ge-
wonnenen Metallsalze haben bekanntlich
eine, wenn auch sehr beschrankte An-
wendung gefunden.

III. Verbindungen von EiweiB
mit organischen Stoffen.

In den beiden vorangehenden Eapiteln
sind bereits eine Anzahl Verbindungen
von EiweiB mit organischen KOrpern
behandelt worden, so mit Jodoform
(S. 908), mit Jodlezithin (S. 908),
Jodol (S. 908), Jodtannin (S. 908),
mit Formaldehyd (S. 909, 960, 963,
970), mit Ichthyol usw. (S. 936, 937),
mit Glyzerinphosphorsaure
(S. 940), Athylendiamin (S. 969),
Urotropin (S. 969), Tannin
(S. 969), Naphtholgrun (Nr. 41).
Die noch verbleibenden Stoffe bilden
den Gegenstand der folgenden Zeilen.

Die schon beschriebenen F o r m
aldehydpraparate enthalten neben
dem Aldehyd einen anderen Bestandteil,



der fur die therapeutische Wirkung
von ausschlaggebender Bedeutung ist.
Einfaehere Verbindungen, ausschliefilich
Kombinationen von Formaldehyd mit
EiweiB, entstehen, wenn man Eier-
eiweiB (4 kg) mit 25 g 40 v. H. ent-
haltendem Formalin einige Zeit stehen
lafit (HOchster Farbwerke, DRP. 102455,
Kl. 12, 19. Februar 1896, erlosehen
2. Mai 1900). Man verdunnt dann
mit Wasser und kocht iiberschussigen
Aldehyd unter zeitweiligem Ersatz des
verdampfenden Wassers weg. Dann
dnnstet man im Vakuum bei nicht zu
hoher War me ein. Das so erhaltene
<Protogen ist in 8 Teilen kochendem
Wasser lOslich. Es wird durieh Sauren,
starken Alkohol und Aceton, nicht aber
durch Soda und Ammoniak gefallt, Es
gibt Biuret- und deutliche Xantho-
protei'n - Reaktion und rednziert nicht
ammoniakalische SilberlOsung. Beim
Emdampfen der wasserigen Losung
verliert die Substanz ihre Lb'glichheit
fast vOJlig.

Das aus Eiern bereitete M e t h y 1 e n -
eiweifi <0voprotogen der

Name riihrt von F. Blum (Berl. klin.
Wochenschr. 1896, 60 und Nr. 47) her -
ist ein gelbes, trockenes Pnlver. Es
ist leicht aufsaugbar und vermag fur
sich allein den Wa'rme- und Stickstoff-
bedarf des Organismus zu decken.
Es ist gut bekommlich und iibt keine
schadliche Wirkung auf den Verdauungs-
kanal aus (P. Deucher, Berl. klin.
Wochenschr. 1896, Nr. 48). Es ist
weniger ein Heilmittel als ein Nahr-
praparat and Ausgangsmaterial fiir
andere Heilmittel.

Formaldehyd - Kasei'n (Merck)
entsteht durch Vereinigung der Bestand-
teile. Geruch- and fast geschmackloses,
gelbliches Palver, das sich in verdttnnten
Sauren langsam lost und zur anti-
septischen Wundbehandlung dient( r . Bohl,
Miinch. med. Wochenschr. 1896, Nr. 38).
Auf frischen Wunden bildet es schnell
einen antiseptischen Schorf, kann aber
die Eiterung stark infizierter Wunden
nicht hindern. Das Anwendungsgebiet
ist deshalb beschrankt.



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Ein ahnlich wirkendes Produkt wird
auf umstSndlicherem Wege von E. L.
Doyen, Paris, aus Kasein gewonnen
(DRP. 136 565, Kl. 12, 14, Oktober 1900,
erloschen 27. Februar 1907). Man
digeriert 1 kg gepulyertes Kasein
24 St unden lang mit einer Mischung
von 250 g Formalin (40 v. H.) und
2,25 kg Wasser. Durch diese Behand-
lung verliert es seine Alkaliloslichkeit.
Nach dem Trocknen und Palvern wird
es mit einer LOsung von 50 g Natron-
hydrat in 4 1 Wasser 24 Stunden lang
behandelt, am es znm Qaellen zu
bringen und dadurch zu befahigen, eine
weitereMengeFormaldehy d auf zunehmen f
Man laBt es zu diesem Zweck mit
500 ccm Formalin und 2 1 Wasser
8 bis 10 Tage in Beriihrnng. Dann
wascht man es mit sehr verdunnter
Natronlange (100 Aetznatron in 20 1
Wasser) und mit Wasser und trocknet
es wieder. Der Aldehydgehalt des
weiBen Pulvers betragt 2,4 v. H. Es
quillt nicht in Wasser auf, ist gerueh-
los und bakterizid, ohne Reizerschein-
ungen hervorzurufen.

Lactoform (Lactoformol) ist
gleiehfalls eine Verbindung aus Form-
aldehyd und MilcheiweiB.

Methyleiweifistoffe konnen

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