Alison Reppy.

Rainbow memories; character sketches and history of the First battalion 166th infantry, 42nd division, American expeditionary force online

. (page 24 of 36)
Online LibraryAlison ReppyRainbow memories; character sketches and history of the First battalion 166th infantry, 42nd division, American expeditionary force → online text (page 24 of 36)
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ba§ SScrbienft fo geid^nen? baS ift unmoglid^. 2)iefen feid^ten
©trom iugenbfid[ier 2)efIamation lann man mit einem einjigen
Unb matum nid^t? auf immer l^emmen. Sift bu, @Ienber,
t)enn ber SRid^ter oon ®otte3 SBerfen? ©age mir erft, marum ber
2^ugenb^afte fo oft fein ganjeS Seben in einem fted^en Korper
jammert, ober ift immermd^renbeS ^rdnfetn oietteid^t ertrdglic^er
<jte gefunbe $dfelid^feit? SBittft bu entfd^eiben, ob nid^t ein oer-
^errter Kdrper fo gut ate ein frdnflid^er (unb maS ift Jlrdnflid^=
feit anberS ate inncre 3Serjerrung?) mit unter bie Seiben gel^ort,
benen ber (Sered^te l^icr, bcr blofeen 25cmunft unerfldrlid^, au§gefe|t
ift? ©age mir, marum 2^aufcnbe mit ©cbrcd^en gcboren merben,
einige Qa^rc burd^minfeln unb bann megfterben? marum baS ^off?
nungSooffe Jtinb, bie ^Jreube feiner ©Item, bal^inftirbt, menu fie
aiifangen feiner ^ilfe ju bebiirfen? marum anbre gleid^ nac^ il^rem
©intritt in bie SQBelt mieber ^inauS miiffen unb nur geboren
merben, um gu fterben? 2ofe bu mir biefe Slufgaben auf, fo mitt
id^ bir bie beinigcn auflSfen. SBenn bu einmal eine SSelt fd^affft



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ober malft, fo fd^affe unb mate baS Saftet l^dfeltc^ unb attc gifligcn
%mt fd^cufeitd^, fo fauttft bu cS beffer ilberfe^en; aber beuttcilc
©otteS 2Bett nid^t nacl& bcr bcinigcn. Sefd^nctbe bu beincn 93ud^8-
baum, roie bu roillft, unb pflanjc beinc Slumen nad^ bir ©crftdnb^
tid^cn Sd^attierungcn, aber bcurtctle nid^t ben ©arten ber 9latur
nac^ beinem Stumengartd^en.

§ierauS tafien [16) bie Scroeife roiberlegen, bie man fiir bie
^P^ufiognomif auS 6 ^ r i ft u § fopfen fjat ^erleiten rooffen. Unb bod^
ttud^, bent ^^^fiognomen nic^t nnt blofeem 3{ai[onncment gu bes
gegnen, liefte fid^, loenn ^ier ber Dxt bagu rodrc, leid^t getgen, rote
roentg %xo\t er au§ ben ^JJI^^ftognontten bet SBtlben fiir fetn
Spftem ju l^offen l^at. 3d^ w^itt nur ctroaS 2BentgeS fiir ben
SReger fagcn, beffen ^Profil man red^t gum S^eal t)on S)umml^eit
unb $artnddEig!eit unb gfcid^fam gur 3lf^mptote ber europdtfd^en
S)umm^eit§' unb SoS^eitSlinie auSgefloc^cn ^at. SQBaS SQSunbcr?
ba man ©ftaoen, SKatrofen unb ^aufer, bie ©flaoen roaren,
etnem Candidat en belles lettres gegeniiberftellt. SBenn fie jung
in gute §dnbe fommen, wo fie gead^tet merben roie 3Kenfd^en, fo
roerben fie aud^ SKenfd^en; x6) ^abe fie bei Sud^^dnbtern in Son-
bon iiber Siid^ertitel fogar mit 3"^wimen^ang plaubem ^6ren^
unb me^r fiirroa^r ncrlangt man \a !aum in 2)eutfd^lanb non eincm
Sel'Sfprit. ©ie finb dufeerft liftig, babei entid^Ioifen unb gu
mand^en Kiinften aufeerorbentlid^ aufgelegt unb follten balder, ba
ber aSerfud^e mit il^nen nod^ fo roenige finb, gar nid^l t)on Seuten
oerad^tct merben, bie immer t)on Slnlage o^ne Seftimmung unb
iRraft ol^ne SUd^tung plaubem. ®egen il^re mefiinbifd^en S^inber
finb fie nid^t treuIoS, benn fie l^aben i^ren ©d^inbern feine 3^reue
oerfprod^en. 2)er meifee biinnlippige gwdPerfrdmer ifl ber 9ltd^t8s
miirbige im $anbet. Qleber braoe 2)eutfd^e, mit bem fein 5Reben-
menfd^ gleic^en SSiel^^anbel treiben moffte, roiirbe glet^e Unbiegs
famfeit beroeifen. ^erge^t jtd^ irgenb einer einmat aud^ gegen
einen guten $errn, fo bebenfe man, roaS bei un§, im 2id^t bcr
roal^ren Sleligion, 3Sorurteif, 3lufergiel^ung unb 3lufl^e|ung nid^t
©ermod^t l^at; bfofe bie SEBortd^en eS ift unb e§ bebeutet; bort
gilt's bie SEBortd^en greil^eit unb gefc^unben roerben. SBo
aber ber gunfc auS bem Sid^tmeer ber ©ott^eit, Sernunft, ein-
mat glimmt, ba fann auc^ eine gtamme entftel^en, menu man fie
angufad^en meife, unb geroife ift bie §dlfte oon bem, mag un^
Rrdmcr unb unpl^itofop^ifd&e 3leifebefd^reiber , bie immer nur be?
ftdtigen ober gufe^en, oon i^nen fagen, nid^t roa^r. 3)aS rul^tgc
2)urd^fd^auen burc| ©erjdl^rte SSorurteile ; bie ©d^arf fid^tigfeit, burd^
baS ©ermilberte ©ebiifd^ ben geraben ©tamm gu erfennen; bie
pl^itofop^ifd^e ©etbftnerleugnung , gu geftcl^en, man l^abe nid^tS



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SBBunbcrtareS gcfel^cn, too affe§ t)Ott SBunbcrn mimmein foil, unb
bic t)on 2)urft nad^ lautcrct SQBal^rl^eit unb t)Ott 3Kenfd&entiebc be-
gleitetc Unpartetlid^fcit ol^nc SWettfc^enfurc^t tft ein foflbatet Slppa-
raluS, bet felten mit an Sorb genommcn roirb, roenn man nad)
entfemtcn Sdnbcm fegcit; tm SRcid^ ber Roxpex fo gut als ber
©cbanfcn. 2)ocl^, atteS biefeS tDcggcfd^mifjen, roare c§ ntd^t Un-
finn ^u fagcn, toetl ber 3Kol^r bumtn unb tttdifd^ tft, fo tft e§ ber
ajeutfd^e ebenfattS, bcffen 9lafe unb Sippe ftd^ ber 2ippe unb 9iafe
beS ©d^roar^en mf)exn, ober dl^nlici^t il^m mit bem S5er^dltni§ tm
El^ttrafter, na* mdiim [xd) 5Rafe unb Sippe dl^nlid^ finb, ba ber
eine eineS fanften §immel§ genofe, mdl^renb ber anbre oon bem
feinigen biS in ben ©i^ ber ©eele geroftet unb gefod^t mirb?
Slnbrer Umftdnbe gu gef^roeigen. SBaS ift Unfinn, njenn biefeS
leiner ift?

„3)ie ©eele baut aber bod^ i^ren Rorper, unb fann man nid^t
auS bem ©ebdube auf ben Saumeifter fd^liefeen?" 3)iefeS unnii^e
SieblingSfd^c^en ber ^l^ppognomen fann man ol^ne 2lnftanb gu^
geben, menu man fid^ oorldufig iiber ben Segriff oon bauen oer^
einigt unb bie fteine (ginfd^rdnfung mad^t, Da| man, um biefe§
Urteil rid^tig ju fdllen, aud^ bie gan^e Stbfid^t beS (SebdubeS fenncn
miiffe. Dffenbar bauen mir unfre Kiirper nid^t fo, mie mir SadE^
5fen bauen, unb ol^ne bie 6ittfc^rdnfung Knnte ein ©rontdnber,
ber tixoa ein (Srabirl^auS fd^e, aud^ fd^Iie^eti: ber biefc SBo^nung
baute, mar fid^erlid^ ein S^^or, crft Idfet er ben 3Binb burd^ bie
SSSdnbe ftreid^en unb bann forgt er obenbrein bafiir, bafe e§ aud^
bei l^citrem §immel nid^t an Slcgenroetter fel^It. 2)iefem guten
Iropf miirbe id^ antiDorten: Seme erft baS Sanb fennen, in roeld^em
biefe§ ©ebdube fte^t, fo roirft bu, menu bu je fo rocit fommft,
bie SQSeiSl^eit bemunbem milffen, momit e§ aufgefii^rt ift.

2Benn man fid^ ein menig umjte^t, fo mirb man finben, e3
feblt bem Spj^pfiognomcn in biefer 2lrt gu fd^Iiefeen nid^t an ©e-
feufd^aft, bie i^m auf aHe 3lrt 6^re mad^t. 3)er,. ber juerft bem
unenblid^ guten- SBefen ein unenblic^ bofeS gugefeffle, unb bic
Ilugen Jtopfe, bie nod^ je^t ben 3^cufel anbeten, i^aben, oermutlic^
burd^ ©d^merj, ®rbbeben, ^eftileng unb Srieg oerleitet, il^re dl^n-
lid^en ©d^liiffe gejogen. ©in traurigeS Seifptel, mo^in Sernunft
o^ne Dffenbarung fill^ren fann, unb befto trauriger je Derjei^Iid^er.
2)er ©djilufe an^ oen SBerfen ber 9latur auf einen aHmdd^tigen, att^
gtitigen unb allroeifen ©d^opfer ift mel^r ein ©prung ber inftruier^
ten %n\>a6)t, ats ein ©d^ritt ber aSemunft. 2)ie 9latur jeigt il^rem
eingefd^rdnften Seobad^ter nid^ts afe einen Url^eber, ber i^n meit
Ubertrifft. 33Bic meit? bag fagt fie i^m nid^t. 2)ie Dffenbarung
t)erftd^ert, eS fei unenblid^ meit, unb nad^ bem je^igen 3tnfd^ein



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^u uttcilcn, rocrbctt ani) 3;aufcnbc t)on ^^^tl^uttbcrtcn bcm enb«
lidbcn Seobad^ter feinen ©runb an bie §ttttb gebeti; an jener 2}cr=
pdperunQ mit SScmunft gu groeifcln. 3a, eS mad^t bcm mctifd^
Kd^en ®etft nid^t tDcnig @l^re, bafe er bereitS ticf gcnug in jcnc
SBciSl^cit J^inein fd^aut, ^ju t)crmuten, bag, roaS ct ubcrjtd^t, fei
ocgen bag ©angc cin 9ltd^t8. 2lIfo bu, bcr bu glaub^, bic
©eelc fd^affc il^ren ^otpct, l^ord^c and) bu auf baS, voa^ ftc bit
auf cmern anbem SBcge, afe bem il^reS ©efd^opfg, offenbart: l^alte
ben fiit rocifc, ber roctfc l^anbelt, unb ben fUt tec^tfc^affen, ber
3fled^tfd^affen]^ctt iibt, unb lafe bid^ nid^t burd^ Untegelmafeigfctt
in bet Dberflad^e trren, bic in cincn ^lan gc|5rt, ben bu nid^t
ubcrftel^ft, in ben ^lan beSienigen, nad^ befjcn SSorfd^rift bie ©ecIc
roenigftenS il^ren Jlorper bauen mufete, roenn |te i^n gebaut l^at.
Siebe, fagte @oftatc§ ^nm Sl^armibeg, bamit id^ bid^ fel^e, unb
an il^ten ^riid^ten follt il^t fie etfennen flel^t in eincm
33ud^, bag roenij me^r gelefen roirb, unb, metfnjiirbig, in eincr
SRebe jroeimat ^mtereinanber, won roeld^et gleic^rool^C jebeS SBott
t)or ®ott geroogen ifl*).

3lttein auf biefe 2lrt lonnte man bie game ^pi^^fif perbad^tig
madden, antmortet man; mit roiffen groat niqt, roie 2)umm|eit
unb bid^e Sippen gufammenfommen, unb braud^en eg an^ nid^t
gu roiffen, genug, roit fel^cn fie beifammen, unb bag ift l^iriteid^enb.
®ie Slntroott ^'ietauf ifl Idngft in alien Sogifen gegeben: 2)ag ift
eg eben, rootiiber roit flteiten. SQBit geben bem ^^^fiognomen
getne gu, jtd^ untet bie Slatutlebtet gu gdl^Ien, nut mufe et feinen
gtofeetn 3lang untet i^nen be^aupten rooffen, alg bet ^topl^et
untet ben ©taatgflugcn. 2)en eigcntKd^en ^^pfifet unb ben
5pi^pfiognomen fann man fd^Ied^tetbingg nid^t gufammenftetten. 2)et
etftete ittt oft menfd^Iid^, bet anbte tttte feit jei^et eminent. 2)et
etftete gel^t mit feinen ©d^liiffen nie aug bet SKafd^ine, beten
®ang ct fennen Ictncn roitt, unb beten 3ldbet einfotmig unb beten
ttcibcnbe ^tdfte fd^atf beftimmt unb unDctdnbetlid^ finb, ^etaug;
et beobad^tet niit blofe ben natiitlid^en ®ang beg lll^troctlg,
fonbetn netfud^t au^, unb groin^t @tfd^einungen, rocld^e, blo^
leibenb abguroatten, ein taufenbial^tigeg 2eben t)oII Slufmetffamfeit
ctfotbett l^dtten, in cinen 3^ag gufammen; unb roag l^unbctt ^q!^xc
t)on SSetfud^en roiebetum ni^t ^dtten Ic^ten fonnen, Icl^tt il^n
cine @tunbc Sted^nung, unb monatlangc Sted^nung roitb niel^
leid^t am @nbe in ein Sldttetn t)on 5 SKinuten Detroanbelt.
3lcbet ^otpet, mod^t* ic^ foijcn, ben bet ^^pfifct mit bet ©onb
umfafet, ift i^m ein 3Kobeu bet ©d^opfung, mit bem et madden



») ©oang. SWatt^di VII. 16 unb 20.



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:ann, roaS cr roiH. ©o ift e§ freiltd^ fcin SBunbcr, vomn hnxi)
old^c 3Kafd^incn gcl^oben ber 3Kenfd^ cine §o^e cneid^t, bie il^n
jd^rainbcln mad^t.

9tutt bctrad^te man einmal ben ^J^t^fiognomcn, roie l^ilf-
log, unb bod^ n)ic oerrocgen, er baftel^t. @r fd^liefet ntd^t ^iwa
oon lantern Unletfinn auf gorm bet Sd^ieubeine, ober auS fd^onen
Slrmcn auf fd^one SBaben, ober n)ie ber Strgt au§ $ufe, ©ejtd^tS*
unb 3wngenfarbc auf ilranf^ett, fonbern er fprintjt unb ftolpert
von gteid^en 5Rafen auf glei(|c Slnlage beS ©etfteS, unb, meld^eS
unt)er3eil^Iid^e 38ermejfen^eit ift, an^ gcrotffen ^Ibroctd^ungen ber
dufeeren g^^w^ ^^^ b^^ Slegel auf analogifd^e SSerdnberung ber
©eefe. ®tn Sprung, ber, metneS 6rad^ten§, nid^t fletner ift ate
ber t)on ^ometenfd^rodnjen auf Jlrieg. SOBcnn id^ in einer furgen
©entenj bie Sebeutung jjebeS SBortS nur urn einen 3^11 oerfc^iebe,
fo fann fic^ ber ©inn urn SKcilen dnbern. 3Bol^in l^aben nidj)t
unbeftimmte SBorter gefiil^rt? SBaS in ber §au§^altung rocnig
fd^abete, leitete in SBiffenfd^aften gerabe nad^ entgegengefe^ten
3lid&tungen. gerner ift eS bent ^^^fiognomen fd^on unenblid^
fd^roer, ben erften feften $unft ju finben; bie erfte unleugbare
©rfa^rung. @in bummeg ^dltd^en Winter ben 5Jlunbn)infeln, ober
ein S<^\)n, ben man erft bcim feltenen 2ai)en entbedfte, lonnten
SiemtonS 5lafe jur Siignerin madden, 'unb fo t)on gmei biS inS
Unenblid^e. 35ie innere SSergerrung nid^t einmal gered^net, bie, fo
unmerllid^ fie ani^ bem Stuge fein fonnte, ^olgen l^aben fann, bie
bem ®cift nur allju merftic^ finb. Jtonnen bod^ unmerfUd^e Ser^
dnberungen im ®el&irn ben S^ob oerurfad^en, mie oiet leid^ter
©inneSdnberung? SBie finb ©inne8unterri(|t unb ©eifteSerleudf)?
tung abgcmogen? (Sin 3wf^fe ^^^ 1 ^^ ®intt fonnte eine ©r-
leuqtung t)on 1000 benjirfen. 3)ie SSerdnberung beS ©el^irnS
immer in bem Serl^dltniS gu fel^en, in metd^em |t^ bie Serdnbe*
rung im ®eift geigt, bagu l^aben mir feinen ©inn. SBir fel^en
nur ^arbe unb ^Jigur, unb biefe fann oom begleitenben ©ebanfen
fiir einen fremben ©inn fo gut um einS abmeic^en, al8 um tau-
fenb. 2)a§ ift cinerlei. @ine grofee Serdnbcrung im ©el^irn fiir
unfer ^[uge fonnte eine fe^r fleine fttr bie ©eele fein, von ber
eg bemo^nt mirb, unb umgefel^rt. tlnb i^r mottt gar au3 bem
©emolbe tiber biefeS ©el^im fc^Kc^en?

2)oc^ id^ miff 3Borte fparen unb roerbe unoerftdnbKc^. SSSaS
ift nun bie golge an^ obigen Setrad^tungen? 2)iefe: bie ^l^^fio-

Snomif mirb in i^rem eigenen gett erftidfen. ^n einem gentner-
j^meren pl^pjtognomifd^en SltlaS entmitfelt, Idge ber 3Renfd^ nid^t
um ein §aar beutlid^er ate je^t in feinem Seibe. @in toeit?
IdufigeS SBerf, unb groar cineS, meld^em SBeitldufigfeit rtefentlid^



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ift, gufammcnjubenlen ift ftird^tcrHcl&, ba ben SKenfd^cn auS bcr
erften §attb gu ftubicrcn unS taufenbfad^c§ :J|nterefle bcS 2ci6c8
unb bet ©eclc aniodtt unb antreibt. @nblici^ ift auc| bet ?5^pfu)5
pome noc^ con bem 2Bc(^, butd^ 35erfud&e ^ut SBal^t^eit ju gc^
ianj^en, faft (^anjlid^ abgefd&nitten: aHeS biefeS jufammen mad^t
feine ©ad^e befpetat. 3)er ©emiotifet roirb bod^ noc^ bolb geraa^t,
ob xijn feine S^i^^wbeutung ttiigt. 2llfo t)on bet einen ©eite
unenblid^ tne^r ©c^roiettgfeit afe in bet 9laturtel^te, unb t)on bet
anbetn fe^t otel roeniget §ilfe. SBa8 fann batauS roetben? 2)ie
Sld^fel gurfen unb ftiHe fd^roeigen roate ftetlid^ atteS, waS bet gc-
funbe SRenfd^ t^un fonnte; bem cetbtenbeten ©tolj f«l^lt c§ nie
an SBotten. „3[bet e§ ift bod& gut gu cetfud^en, maS man aud^
l^ietin cetmag?" 2lntn)ott: nid|t gang, roeil baS Seiben einet ein-
gigen unfd^ulbigen ©eele, mdl^tenb beS 5ietfud^§, me^t JRutffid^t
oetbient, als bie ganje leete ©d^roStmetei roett ift. Unb ift eS
nid^t fd^on feit jel^et Detgeblid^ Detfud^t, ol^ne fid^ etnftlic^ gu
fragen: SEBatum? ®ut fonnte eS am 6nbe aKemol fein, abet
mi(| biinit, ©id^en pflaniien ift beRet.

3ft benn abet ^^pfiognomil ganj un fidget? SBit fd^liefeen
\a taglid^ au§ ben ©eft^tetn, jebetmann tl^ut eS, felbft bie, bie
mibet ^^^fiognomif ftteiten, t^un eS in bet nfid^ften 3Jlinute, uiA
fttafen i^te eigenen ®tunbfa^e Siigen. 3)iefe ©inroiltfe moHen
voxx nun ndl^et beleud^ten.

Unftteitig gibt e§ eine unroiUfutlid^e ©ebfitbenfptad^e, bie
t)on ben £eibenfc|aften in alien il^ten ©tabationen iibet bie ganje
(Stbe getebet mitb. 2?etftel&en letnt fie bet 5IBenfd& gemeimalid^
oot feinem fiinfunbgroangigften ^af)xe in gtofeet SoKfommengeit.
©ptec^en le^tt fie il^n bie 5Ratut, unb groot mit fold^em 5Rad^'
bturf, bafe ^e^Iet batin gu madden gut Jtunft ift etl^oben motben.
©ie ift fo teid^, bafe blofe bie fiifeen unb fauten ©ejtd^tet ein Sud^
fiitten roiitben, unb fo beutlid^, bafe bie ®Iefanten unb bie ^unbe
ben 5!Renfdben oetfte^en letnen. 2)iefe8 l^at nod^ niemanb geleug-
net, unb igre ^enntniS ift, maS mir oben 5Pat^ognomif genannt
l^aben. 2Ba§ rodte ^Pantomime unb aHe ©d^aufpielfunft o^ne fie?
3)ie ©ptad^en aHet 3^iten unb aHet SSolfet fmb ooH oon patl^o-
gnomifd^en 33emetfungen, imb gum ^^eil ungetttennlid^ mit il^nen
oetroebt. 3Jlan ^at fid^ bie 3Jlul^e nid^t genommen, fte l^etauS^
gufud^en unb fiit bie §auS^aItung befonbetS ootguttagen, meil
man um bie 3^itf ba man biefe ©ild^et cetftel^en miitbe, bie
®afi)t fd^on gemeiniglid^ beffet t)etftef)t, al§ fie getel^tt metben
lann. ©ie ift fo unnotig, als eine ^unft, gu (ieben. ©ie nad^
Slegein auSguiiben, bie bie eigene Seobad^tung nid^t fd^on gelel^tt
^dtte, rotttbe, in einet mie in bet anbetn, in ^tttum Dctleiten unb



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Idd^crlid^ madden. §tngcgen ftnb unfre ©prac^en l^od^ft arm an
ctgctttlt^ pj^^fioftttomifci^ctt SSeobad&tunj^en. SBdre etroaS SBa^reS
barin, bic Golfer* J^Sttcn c8 geroi^ ebenfattS in bicfc Slrd^we i|rcr
SBciSl^cit gelcgt. 2Bo man ©puren antrifft, fo ftnb fte immcr
oerbdd^tig, unb fd^etncn an^ eincr einjtgen Seobad^tung acmad^t
5U fein, n)ie „©pi^fopf" im 3)eutfd^cn; fo lonnen fetbft 9comina
propria enbli^ in SJoIfSfd^impfroorter iiberc^el^cn. Safter tm 3)eut'
fd^cn l^ei^t urfpriinglid^ SSerftiimmcIung, unb nid^t ®ebrcd^cn, ge-
^ort alfo gu ^Poltron. 2lud^ ftammt ^dfelid^ nid^t t)on $affcn.
3)ie 5Rafc fommt in l^unbert ©prid^roortem unb StcbcnSartcn vox,
abcr immcr patl^ognomifd^, als S^x^tn ooriibcrge^cnbet §anbtung,
unb nicmalS p^^jtognomifd^, obcr als S^xd)en fte^cnben d^ardfterS
obcr 2lnlage. @§ fel^It i^m iibcr ber 5Rafe, fagt man im gemcincn
Scbcn t)on eincm, ber nid^t t)iel 3Serftanb f)at; nad^ ber neuem
^b^oonomif miifete man fagen, e§ fei^tt i^m an ber 5Rafe. 68
gibt auerbingS ©prid^mfirter, bie ber ^P^^ftognomif baS SBort
reben, aber roaS Idfet ftd^ nid&t mit ©prid^roortcm ermeifen? „§tite
bid^ vox ben ©e^eid^neten" ift ein ©d^impfraort, bem bie ©ejeid^s
neten tjon einer geroiflen Jltaffe ber nid&t ©ejeid^neten in ber
SBelt fcit iel^er auSgefe^t geroefen jtnb. 5IBit grofeercm 9ted^t
lonnten alfo bie ©egeic^neten fagen: „f)iJitt bid^ oor ben nid^t
©egeid^neten". „^n cinem fd^onen Seibe mol^nt eine fd^one ©eele''
gel^ort aud& ^ieri^er. 2lud^ „Frontis nulla fides". SDie ©prid^^
n)5rter leben in emigem Jtrieg, mie aHe Stegein, bie ni^t ber
Unterfud^ungSgeift, fonbem bie Saune gibt. ^^i^cibruS antraortet
ben eben angefiil^rten in ber pmpeln ©prad^e ber gefunben 3Ser-
nunft:

Ridicule hoc dictum mage, quam vere, existimo,
Quando et formosos saepe inveni pessimos,
Et turpi facie multos cognovi optimos.

©^afefpeare, ber bie entfemteften Segriffe, unb bie fid^ oiel^
Iei(|t nie in einem 3Jlcnfd^enfopf voxf)tx begegnet ftnb, ^u feiner
Stbltd^t 5u t)erbinben mei^, ber im ftanbe mar, bie SBelt ein 0,
unb enblid^ gar bie ©d^aubiil^ne ein l^oljemeS ju nennen; ber
iiberbaS me^r SemerfungSgeift imb ®abt befi^t, oon Haren ©ingen
mit 2)eutli4feit gu reben, alS t)iclleid^t nod^ ein ©d|riftftetter it-
feffen l^at: biefer ©l^alefpeare ift fel^r arm an eigentlid^ pj^pfiogno-
mifd^en Semerfungen. @S fonnte fein, baft l^ier unb ba etmaS in
il^m ftedtte, ber SJerfaffer f)at il^n nie in ber Slbfic^t ganj burd^^
getefen; aber in ad^t feiner ©tiitfe, bie er beSmegen burd^gegangen
9at, l^at er nid^tS gefunben, ma8 Slufmerffamfeit t)erbient. $im
gegen ift er voU ber l^errlid&ften pat^ognomifd^en Seobac^s

Sid^tenbergS au^eto'di^lU €(!^rtften. 16



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tun^en, auf bie Qliidlid^fte SEBcife auSj^cbtiidt. Untcr bicfcn finbcn
jtd&'jogor mand^c, bie nod^ nid^t fo futrcnt ftnb, afe fie gu fein
tjierbienten, j. 6. feine immer lad&elnben, muftffd^euen SSferotd^ter
unb feine Silfltier t)on polietter SebenSart, roenn man fold&e Semer^
fungen l^ierl^et red^nen botf. ©eine ©d^impfroorter, bie nur bie
Dberfldd&e treffen, unb beren ganger 3n>etf ift, 3KangeI an ©d&5n=
l^eit aufguriltfen, ge^orcn nid^t ^ier^er. ©eiuem butd^fd^auenben
aiuge ware bie bidEIippige SDumm^eit, ber ^origontal- unb btinn-
lippige SSetftanb, mit feinen edtigen Slugenlno^en, ftd^erlid^ nid^
entljangen. 9lber in bem grofeen fteinemen 0, roorin er lebtc unb
fc^neb, fonnte er fid^ fel^r balb t)on bent ©a^ ubcrgcugen: (£§ gibt
feine^l^^fiognomil t)on einem SSoH gum anbem, t)on eincm ©tamm
gum anbern unb t)on einem Qa^r^unbert gum anbern.

©l^afefpeareS 5Patl^ognomiI nerbiente eine eigene 33e^anblung,
non einem 3Diann, ber einen ftel^enben ^onb ryon $^iIofopl^ie §dtte,
bamit er nid^t nad^ t)erubter %^at unoermerft baS ®efe^ ^abe^
nac^ roeld^em er fic^ ric^tet, ober e8 mit ber aSernunft fo l^iettc,
bafe er e§ nid^t mit ber Unoemunft oerbiirbe. @r miifete mit
einem ^ergen ooll 3Jlenfd^enRebe arbeiten, aber ia um8 ^immel^
roitten! t)ott 3Kenfd^enIiebe, bie ein feller Jtopf leitet. Sl^atige
3Jlenfdbenliebe o^ne ajerftanb oerfe^It fo gut il^ren S^^^ ^fe
SKenjd^enl^afe oi^ne SDlad^t: fo mie biefer oft me^r ®uteS ftiftet
afe SdfeS, fo ftiftet jene nur aHgu oft mel^r 33ofe8 ate ®ute8.
5Rur mit bem traurigen Unterfd^ieb, bafe id& ben, ber in ber 2lb?
fic^t mir gu fd^ben mein ©lildE befSrbert, am @nbe mit Sdd&eln
beftrafen, l^ingegen ben, ber mid^ an^ SKeufd^enliebe ungltidfKd^
mad^t, au^ ni^t einmal mit outem ©emiflen oerflagen lann.
SJerner miifete ber 3Kann tiefe stenntniS ber englifd^en ©prad^e,
$auptfdd^Hd& ber ^Ration, be§ 5Dlenfd^en unb feiner felbft beft^en.
Dl^ne einen ^o^en ®rab oon aKen oieren Id^t fid^ gmar ©^afe-
fpeare noc^ immer mit aSergniigen lefen, aber man mirb gerabe
bag oerlieren, roaS i^n gu einem fo ungerool^nlid&en SKann mad^t.
3)iefe8 erfldrt bie Serfc^iebenl^eit ber Urteile iiber biefen ©d^rift^
ftetter, mooon mir in biefen S^agen roieber merfroiirbige Seifpielc
gel^abt ^aben. 3Kid^ munbert ed nid^t. SDie 5IBenfc^en finb geneigt
gu glauben, baft fie jebeS 33ud^, morin nid^ts oon Irummen Sinien
unb atgebraifd^en ^ormeln oorfommt, lefen fSnnten, fobalb fie bie
©prad^e oerftdnben, morin eg gefd^rieben ift. @3 ift aber grunb-
falfd^. 6S fonnte jemanb fo menig t)on ben obigen ©rforbemiffen
gur Sefung beS ©l^alefpeare mitbringen, unb fo menig ©egierbe
i^aben, in fid^ felbft m erroad^en, ba| er am @nbe mo^I nid^tS
©crfidnbe ate feine S^ten, feine gliid^e unb einige feiner auS^
fd^meifenbften SWetap^em. ©o mirb eS aber biS an jenen %aQ,



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alien atofeen ©eiftem ex^t^m, bie mit ticfcr ©mfid^t tiber ben
3Kcnfc|cn fd^reibcn. ©old^c SBerfc fmb ©piegcl; rocnn ctn 2lffe
j^incingudt, fann fein 3tpoftel l^etauSfc^cn.

3^ tenfc nun Don bicfer flcincn StuSfd^roeifuttg wicbcr cin.
Qci^ fagtc oben, ©^alcfpearc fci fc^r ann an cigcntKd| p^#0'
anomifc^cn ©emerfungcn, rocntgftenS in ben ©tiitfen, bie id^ in bet
Sbjtd^t, fie ju fud^en, burd^gelefen l^abe. Unpattetifd^e Sefer
wetben fel^en, baft biefeS nid^t fogen roitt, et ent^alte ganj unb
gar feinc. ©I^afefpeare fd^ilbert 3Jcenfd^en, unb bie 3Wcnf4en l^aben
voo^l feit ie^er p^pfbgnomiftert unb geirrt, aud^ irten fid^ @^ale-
fpeareS ^P^^itognomen. 3d& ©etftanb melmel^r batunter fold^c Se^
merfungcn, bie, unteranbre ®rlldrungen gteid^bebeutenb l^ingeroorfen,
^ugleid^ bie ©ad^e begeid^neten, unb ben ©tnft fe^en liefeen, roomit
er eS meint. 3- ^- w)cnn er Seuten, beren ®eift unb §erg er
auS bet ©efd^id^tc fannte, ol^ne i^te ^igur gu fennen, eine ©ilbung
beigelegt l^dtte, bie il^m nad^ feiner @mp{tnbung fprec^enb gebilnit
^atte. ©ein broadfronted Caesar xo&tt eine fold^e Semerfung,
abet ium UngliidE lefen anbte 2lu8gaben baldfronted. ®ie foolish
hanging Netherlip, bie in einem biefet ©tiidEc ootlommt, beroeifet
nod^ njeniget. 3)et ^^pfiognome, bet fid^ ben ©l^afefpeote butd^
SBottetbiic^et oufflStt, mufe \a nid^t, but^ ©pftemiSgeift oetleitet,
glauben, bafe ct ^ict eine Sntbedfung gemad^t l^abe. 2)et @ng:^
Idnber nennt aKeg foolish, n)ag et nid^t leiben fann. 3lud^ mu|
man bei einem ©d^tiftftettet, bet ben 3Wenfd&en mit fold^ct Stn-
fc^auung fc^ilbett, genau etmdgen, mem ct bie ©emetlung in ben
9Runb legt. ©age mit, xoa^ ^at Dftama fiit ein ©eftd^t, ftaat
beim ©^alefpeate bie eifetfuc^tigc Jlleopatta ben Slutict, iftS
Idnglid^ obet tunb? 8i8 num ^e$lct tunb, ift bie Slntroott. ®a8
finb gemeiniglid^ 9ldttinnen, bie fo auSfel^en, fagt Kleopatta. SBet
fiel^t ^iet nid^t, bafe biefeS ein tiefet Slitf inS §etj bet RUo^
patta ift, bet unS iibet bie innete S3efd^affen^eit be§ ftopfed bet
DltaDia Dottip beim alten Idfet?

5Run meitet. 3)ie patl^ognomifc^en S^id^cn, oft miebetl^olt,
Detfd^minben nid^t aHemoI DoKig miebet unb laffen p^pfio-
gnomifd^e ©inbtildte mtUtf. 2)a|et entfte^t gumeilen baS SlJ^ot-
^eitdf dltd^en , butd^ aued bemunbern unb nid^tS oetftel^en; bad
fd^ein^eilige S3ettiigetfdltd^en, bie ©tilbd^en in ben SBangen, bad
Stgenfinndfdltd^en, unb bet $immel mei| maS ftit ^dltc^en mel^t.
$atl^ognomifc^e SSetgettung, bie bie 3ludilbung beg Saftetd begleitet,
roitb nod^ ilbet bad oft butd^ Jltanl^eiten, bie jenem folgen, beut^
lid^et unb fd^eu^lid^et, unb fo fann patl^ognomifd^et SludbtudE t)on
^eunblid^feit, 3^ttUd^teit, Sluftid^tigfeit, ^nbad^t, unb abet^aupt
motalifd^e ©d^on^eit in p^pfifd^e filt ben 5{ennet unb SSetel^tet



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ber moralifd^en iiberflel^en. 2)ic[c8 ift bcr ®runb ber ©cUert-
f^cn ^J^pftognomif (rocnn fid^ biefeS SEBort nod^ t)on etner ©amm-
luttj; t)on Scmctlunacn, bic cincn ®runb gu njaJ^rfd^cinUci^en
©d^Iuffcn t)om g^ataftet auf bic ©cfid^tsbilbung, abcr nid^t um^
(^elel^rt, cnl^alten, gcbraud^en ta^t), bet cin^itQcn voaf^xtn, roenn eS
cine roal^re cjibt, bic fiit bic Suc^cnb attcmal Don unenbltd^cnt
9Ju^en ift, unb bic jtd^ in roenig SBorte faff en lafet: 2^ugcnb
mad^t fd^dncr, Saftcr l^afelid^er. SlKcin biefe 3ii8^ bcurteilc
man mit bet gtofeten Sc^utfamfeit, fie luc^en ^um ©rftaunen oft,
unb groat ^auptfdd&lid^ auS folgcnben Urfdd^en. 68 ift fd^on o6cn
etinnett njotbcn, bafe bet eine glcid^ gegcid^nct roitb ftit etroaS, roaS
bem anbetn taufenbmal unbegeid^nct ^iiJ2.^^t. ©cm cincn fattt
nad^ einct butd^gefd^rocitmten 5Rad&t bie SBange in bic Saf^nlixdt,



Online LibraryAlison ReppyRainbow memories; character sketches and history of the First battalion 166th infantry, 42nd division, American expeditionary force → online text (page 24 of 36)