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Ferdinand Apell.

Geschichte der Befestigung von Strassburg i.E. vom Wiederaufbau der Stadt nach der Völkerwanderung bis zum Jahre 1681 online

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den spitzen \\'inkel beim Gelben Eck nach Moglichkeit beseitigen und
erreicht dies dadurch, dass er die Facen des dort zu errichtenden
machtigen Bollwerks in die alte Stadtmauer legt. Da die Neben-
bollwerke beim Klapperthurm und beim Johannisgiessen wie in den
beiden anderen Entwiirfen nach aussen angesetzt werden, so entstehen
zwischen Johannisgiessen und unterer 111 zwei unter einem flachen
AVinkel aneinanderstossende bastionirte Fronten mit nach aussen
gebrochener Kurtine, die einen Angriff auf das Gelbe Eck, also zwischen
111 und Johannisgiessen, schwierig erscheinen lassen miissten. Ich
glaube, dass man diesen Entwurf als den bcsten von alien dreien
gelten lassen kann, der deshalb auch einen abermaligen Fortschritt
Specklins erkennen lasst. Weshalb der gedeckte Weg jetzt wieder
keine Waffenplatze erhalten soil, ist nicht einzusehen.

Den vierten und letzten Entwurf — jetzt Nr. 8 (II f 9 ) — hat
Specklin zweifellos auf Erfordern und gegen seine Ansichten angefertigt,
denn er verurtheilt ihn auf der Zeichnung selbst. Die angewandte
Bauweise ist der des Alghisi da Carpi iihnlich, der 1570 und 1584 sein
Werk „della fortificazione" schrieb. Die Bollwerke liegen wieder an
den bekarmten Punkten: zwischen Fischerthor und Klapperthurm, am
Gelben Eck, am Johannisgiessen und am Blindeneck, und zwischen
ihnen bleibt die alte Stadtmauer stehen, aber die eigentlichen Kurtinen



208 GESCHICHTF, DER BEFESTIGUXC STRASSRURGS.

Averden flach nach innen oebrochen iind orhalten cinen besonderen
Graben, der von den zuruckoezooenen Flankcn der Bollwerke bestrichen
wird. In dieser ^^'eisc bleibt zwischen der \ orderen Kurtinenmauer
und dem inneren KurtinengTaben ein inselartiges Dreieck stehen. In
den Bollwerken und auf der Mitte der nach innen gebrochenen Kurtine
liegen Kavaliere, der einfache gedeckte Weg ist ohne Waffenplatze.
Specklin bemerkt, dass dieser ,,Sternen" sich nicht zur Ausfiihrung
empfiehlt, weil der Umzug der Stadt gross sei, sodass betrachtliche
Unkosten entstiinden und die Werke noch einmal soviel Volk, noch
einmal soviel Munition, noch einmal so viel Platz erforderten, letzteres
weil sie weit hinein und weit hinausgriffen. Das war sicher richtig,
und wenn irgend einer der Entwiirfe eine Ausfiihrung nicht verdiente,
dann war es dieser.

Wir miissen hier nun zweier Entwiirfe fiir die Befestigung der
Krutenau gedenken, die zwar nicht von Specklin herriihren, die uns
aber auf einen Mann leiten, dessen Ansichten und Wirken offenbar
auf Specklins Thatigkeit zu Strassburg von Einfluss gewesen sind.
Ich meine den schon einige Male erwahnten Jacob von Molssheim,
Da es nach B. Hertzog kein adliges Geschlecht dieses Namens gab,
so muss sich der Trager desselben wohl nach seiner Vaterstadt be-
nannt haben, wie wir dies zu jener Zeit so vielfach finden. ' ) Er
gehorte der Zunft zum Spiegel an, in welcher vornehmhch die Kauf-
leute und Kramer, dann aber auch einige Handwerker dienten. Specklin
nennt Jacob von Molssheim in seinem Bedenken iiber das Roseneck
„furnem vnd weisse", welche ehrenden Beinamen er ihm jedenfalls in
Riicksicht auf seine Stellung im Rathe beilegte, denn Jacob von Molss-
heim war nicht nur lediger XXI. und XV., sondern im Jahre 1577 auch
regierender Ammeister-i gewesen. Man wird nicht fehlgehen, wenn



1) Ich finde noch einen custos Godfridus von Molsheim im Jahre 1290 im Kloster
Schuttern und einen Wendel von Molssheim Im Jahre 1462. Ersterer muss nach Mone ein
kunstverstandiger Architekt gewesen sein, letzterer diente dem Markgrafen Karl I. von Baden
als Soldner in der Schlacht bei Seckenheim (Mone, Quellen III, 99, 105, 148).

-) Nachstehende Angaben iiber Jacob von Molssheim verdanke ich der Gefalligkeit des
Herrn Archivassistenten Bauer, welcher mir schrieb: „Jacob von Molssheim wurde lediger XXI.
am 2. Marz 1569, XV. am 24. IX. 1575, regierender Ammeister und in Folge dessen wieder
lediger XXI. am Churtage (ersten Donnerstag) des Jahres 1577. Das Todesdatum kann mit
absoluter Genauigkeit nicht festgestellt werden. Mitgetheilt vor versammelten Rathen und XXI.
wird sein Hinscheiden am 25. IX. 1582 und an demselben Tage wird er als lediger XXI. durch
Friedrich Prechter ersetzt. Da jedoch laut Konstitution (die nur in den allerseltensten Fallen
und nothgedrungen unbefolgt blieb) abgehende ledige XXI. innerhalb drei Tagen ersetzt
werden mussten, kann der Todestag Jacob vonMolssheims fast sicher auf den 23. ev. 22. September
1582 verlegt werden. In den Rathslisten 1577 fligt allerdings eine spatere Hand hinzu: Obiit
12. September 1582. Nach meinen Erfahrungen scheint mir jedoch sehr zweifelhaft, dass mit
seiner Ersetzung ohne jeden Grund bis zum 25. September gewartet worden ist, wahrend die
gesetzliche Frist fiir eine Neuwahl nur drei Tage betrug. Wenn es jedoch so sein sollte,



EXTWi'-RFE JAKOB VON MGLSSHEBIS FUR DIE KRUTENAU. 209

man annimmt, dass er als solcher auf die Anstellung Specklins als
Stadtbaumeister von besonderem Einflusse gewesen ist. Drei Dinge
sind es, die uns darauf hinweisen, dass Jacob von Molssheim in der
Befestigungskunst nicht unbewandert war, ja, dass er im Rathe in
dieser Beziehung eine fiihrende Rolle eingenommen haben muss:
nilmlich das nach ihm benannte steinerne A\^ehrel, sein Entwurf fur
das Roseneck vom Jahre 1578, sowie die beiden Entwurf e fur die
Krutenau. Es ist doch ganz gewiss nicht ohne Grund, dass jene
Streichwehr seinen Namen trug, wo sonst nicht ein einziges Werk
in solcher Weise bezeichnet wurde. AVir diirfen deshalb mit grosster
Sicherheit annehmen, dass jene Streichwehr von ihm entworfen und
auf sein Betreiben erbaut worden ist. Das war, wie bekannt, bereits
im Jahre 1573. Mindestens seit dieser Zeit wird sich Jacob von Molss-
heim nicht aus Beruf, sondern aus Neigung mit der Befestigungskunst
beschaftigt haben, denn dem Dreizehnerkollegium hat er niemals an-
gehort. Tndess wird er doch als Altammeister seit dem Jahre 1578
alien wichtigen \>rhandlungen dieses Kollegiums beigewohnt und
seine gewichtige Stimme in die Wagschale geworfen haben. Man geht
deshalb schwerlich zu weit, wenn man annimmt, dass er auf die
Specklinschen Entwiirfe einen gewissen Einfluss geaussert habe, ja,
ich mochte dies geradezu behaupten, wenn ich seine noch im Archive
aufbewahrten Entwiirfe neben die Specklinschen Entwiirfe Nr. 500
(II f. 7) und Nr. 8 ill f. 9) halte. Sehen wir uns nun erstere einmal an.
Entwurf Nr. 1,'; wie wir ihn nennen wollen, hat die grosste
Aehnlichkeit mit Specklins Entwurf Nr. 500 (II f. 7), von dem er, ab-
gesehen von imwesentlichen Kleinigkeiten, nur darin abweicht, dass
das Bollwerk am Johannisgiessen mehi- nach links geruckt ist, sodass
das nachste Bollwerk rechter Hand an das Bubenloch zu Hegen kommt
und der Johannisgiessen mitten durch die Kurtine gefuhrt werden
konnte. Welche grosse Wichtigkeit Jacob von Molssheim dieser Oeff-
nung im Wall beilegt, geht aus den ausserordentlichen Massnahmen
hervor, die er zu ihrem Schutze trifft, indem er die den Giessen ein-
fassenden Mauern siigeformig fuhrt und an jedem Ufer einen gerundeten
Mauervorsprung vorsieht, von dem aus der Einfluss des Giessens unter



standen wir vor einem ganz eigenthiimlichen Einzelfalle. Jacob von Molssheim ist als
lediger XXI. gestorben, er hat also dem Dreizehnerkollegium als wirklicher XIII. nie angehort,
tagte jedoch wahrscheinlich in seiner Eigenschaft als Altammeister bei jeder wichtigeren
Angelegenheit auch mit den XIII. Zum XIII. ist er dagegen nie gewahlt worden, well er ja
als lediger XXL und nicht als XIII. durch Prechter ersetzt wird." — Nach Imlin, 102 starb
Jacob von Molssheim am 12. September 1582 und wurde am 14. zu Guten Leuten (St. Helena)
begraben.

1) Strss. Stdt. Arch. PI. 6 (Ilf loj. Alte Bezeichnung: „Bedencken vber den Bauv In
Krauttenov Jacob von Molsheims. Nr. 2." Es hat also wohl auch eine Nr. i gegeben.

V. Ape 11, Befestigung Strassburgs. '4



210 GESCHICHTE DER BEFESTIGUXG STRASSBURGS.

Geschiitzfeuer g'enommcn wcrden kann. Alan wircl hicrbei dcr \"er-
muthung- Raum geben durfen, dass Specklin die Zahnung des Mauer-
werks der Kurtine in seiner Normalfront diesem oder einem iihnlichen
Entwurfe Jacob von Molssheims entlehnt hat. Eine Klappe auf dem
Entwurfe gibt noch eine zweite Lage der Front am johannisgiessen
an, die hier lediglich nach aussen geschoben erscheint. \^om Bubeneck
bis Katharinenthor bleibt die Befestigung wie sie ist.

Entwurf Nr. 2') hat dagegen insofern gewisse Beziehungen zu
Specklins Entwurf Nr. 8 (II f. 9) als er zwisehen Fischerthor und
Johannisgiessen den alten Graben mit seinen Streichwehren zwar fest-
hillt, dahinter aber eine Tenaillenbefestigung anlegt, zwisehen deren
Graben und der alten Stadtmauer aber w^ie bei Specklin inselartige
Erdkeile stehen lasst, die sich glacisartig gegen die alte Stadtmauer
hin abdachen. Haben wir hier also auch keine Bastione mehr, sondern
eine reine Tenaillenbefestigung, so besteht doch ein gewisser Zusammen-
himg zwisehen beiden Entwiirfen, indem der Specklinsche den Ueber-
gang zum Molssheimschen bildete, ersterer aber in Riicksicht auf die
abfalligen Bemerkungen SpeckHns wohl als ein Geisteskind Jacob von
Molssheims bezeichnet werden kann.

Das vorstehend Angefuhrte lasst uns nun vermuthen, dass Jacob
von Molssheim entweder unmittelbar oder mit Hiilfe des Rathes in
der Lage war, einen Einfluss auf Specklin auszuiiben, dem bei seinen
Strassburger Entwurfen also offenbar in gewisser Beziehung die Hande
gebunden waren. Es kann uns dies auch gar nicht verwundern, wenn
wir sehen, dass einflussreiche Leute wie Jacob von Molssheim sich
so eingehend mit der Befestigungskunst beschaftigten. Und er wird
es nicht allein gCAvesen sein. Auch die Kriegsleute im Dienste der
Stadt werden ihr gewichtiges Wort gesprochen haben, wie wir aus
einem im Archive der Stadt befindlichen Entwurfe fiir das Schloss
Herrenstein ersehen, den Specklin nicht allein, sondern inVerbindung
mit dem Stadthauptmann Hans von Nurenberg und dem Stadtwerk-
meister Jacob von Andlauw bearbeitete. Es war ja, wie wir wissen,
von altersher Strassburger Branch, zu alien derartigen Erwagungen
und Entwurfen Ausschiisse niederzusetzen, wie dies auch in der Ver-
fassung der Stadt begrundet lag. Wir durfen uns deshalb Specklin
in seiner Strassburger Thatigkeit nicht als einen freien Kiinstler denken,
sondern miissen uns vor Augen halten, dass er der Stadtbaumeister
war, der den Anordnungen des Rathes, bzw. seiner Organe, Folge zu
leisten hatte und der seine Anschauungen nur dann zu bethatigen
vermochte, wenn es ihm gelang, seine Vorgesetzten von der Richtigkeit

') Strss. Stdt. Arch. PI. 7 (IF II). Alte Bezeichnung: ,, Jacob von Molslieims Visierung
vber die Verbesserung der Krauttenov. Nr. .S."



ENTWiJRFE JACOB VOX MOLSSHEIMS FUR DIE KRUTEXAU. 211

derselben zu uberzeugcn. Das aber wird ehedem eben so schwierig
wie heute gewesen sein und ist unzweifelhaft die Ursache, dass sich
gute Gedanken oft so langsam Bahn brechen, Gerade fiir die Be-
festigungskunst liessen sich zahlreiche Beispiele anfiihren. So erging
es auch Specklin. Drum konnen die Strassburger Entwurfe auch nicht
als zuverlassiger Massstab fiir Specklins Wissen und Konnen angesehen
werden, wohl aber z. B, die Baseler Entwurfe, bei denen er freie Hand
hatte. Da kommt man dann auch zu einer ganz anderen Werth-
schatzung Speckhns. Lilgen uns nur die Strassburger Entwiirf e Specklins
vor, so wiirde man es kaum verstehen, wie er von seinen Zeitgenossen
so hoch eingeschatzt werden konnte. Specklin gibt uns aber auch ein
unmittelbares Zeugniss fiir diese meine Anschauung, indem er im
Kapitel X seiner „Architectura" sagt: „Aber dass ich ein wehr flach
ziehe ' wie die Italianer die ohn noht solches thun vnd besser
kondten wird von mir nie in alien meinen visierungen bedencken /
noch Rahtschlagen ich se}' denn gezwungen gewesen niemolen ge-
sehen worden sein ..." Diesen Zwang kann man nicht etwa der
Oertlichkeit zuschreiben, denn Specklin will die P)Olhverke selbst an
geraden Linien rechtwinklig gestalten und dann Xebenflanken gewinnen,
es kann also nur von einem Zwang durch personliche Einfliisse die
Rede sein.

Auch die weiteren Entwiirf e Specklins liefern den Beweis, wie
wenig freie Entschliessung ihm bei seiner Strassburger Thiitigkeit
bheb und wie man ihm dieselben deshalb nur bedingungsweise auf
die Rechnung setzcn darf. So finden wir im Stadtarchive einen in
zwei Exemplaren vorhandenen Entwurf ' i fur die Befestigung der
ganzen Stadt, der ein recht wunderliches Machwerk vorstellt. Das
eine der Exemplare ist mit C bezeichnet und mil Bemerkungen von
Specklins Hand versehen, das andere triigt das Zeichen Joh. E. Me\'ers
und Specklins Bemerkungen des ersten Exemplars, aber von Meyers
Hand geschrieben. Um das Zeichen Me3"ers ist ein Haken gezogen,
der offenbar ebenfalls ein C \orstellen soil. Wiv aus den Bemerkungen
hervorgeht, gehort zu dem Entwurfe noch eine Zeichnung B, die nicht
mehr vorhanden ist, also wohl auch noch eine Zeichnung A, die gleich-
falls fehlt. Die Befestigung wird in diesem Entwurfe C ohne jeden
zwingenden Grund ganz unregelmassig gestaltet , geradezu planlos
werden ganze und halbe Bollwerke angesetzt, an anderen Stellen
Streichen eingebrochen, wieder an anderen die vorhandenen Streich-
wehren in kleine Werke nach Art des stCDiernen Wehrels umgebaut,



•) Strss. Stdt. Arch. PI I (I, 3). Alte Bezeichnung: Nr. 26. — PI. 3 (F, 4)- Alte Be-
zeichnung: Nr. 247.

14*



212 GESCHICHTE DER BEFESTIGUXG STRASSBURGS.

Kavaliere angeordnet ii. dcrgl., mit einem AVorte ein volliges Durch-
einander iind eine ]Mustcrkarte aller moglichen iind iinmoglichen Be-
festigiingsanlagen geschaffen. Hier hat Specklin giucklichcrweise
dafur gesorgt, dass ihm das Machwerk nicht aiif die Rechnimg gesetzt
werden kann, denn er bemerkt dazu noch Folgendes: „Das 1st ein
verbesserung, welche gantz nit Ratsam 1st dan sey vil costen vrurtt And
doch nuhr flickwerck 1st ' Doch wan sey also erbawen weher kunte
einem mechtigen feindt genugsam widerstandt beschehen Darneben kan
etwan aim einem oder Zweyen ortten etwas guts gefunden werden
Dawil mir solchs nit gefallt And Zii m einen) gn(adigen) hierreni Die
erkantnuss steht lass Ihs da bey beruhen." Diese Aeusserung kann
man nur unterschreiben und sie zeigt uns, dass Specklin die Sache
richtig erfasst hatte, sie liisst es aber unentschieden, ob er den Ent-
wLirf nach Angaben Anderer selbst fertigen musste oder ob der Ent-
wurf von anderer Seite aufgestellt und A'on ihm nur begutachtet A\nirde.
Mit Riicksicht auf das mit dem Zeichen Meyers und dessen Schrift
versehene zweite Exemplar mochte ich das Letztere glauben, wobei
es aber wiederum unentschieden bleibt, ob ^Nleyer der Urheber des
Entwurfes oder bios der Zeichner ist. Auch dem Ausspruche Specklins,
dass sich an ein oder zwei Stellen etwas Brauchbares fande, kann
man nur zustimmen und mochte ich als solche die Abstumpfung des
eingehenden Winkels beim Rausch und die Anordnung der Befestigung
zwischen dem Weissthurm- und dem Kronenburger Thor bezeichnen.
Fur Letztere hat Specklin aber auch einen besonderen Entwurf gefertigt,
auf den ich gleich zu sprechen komme. Bezuglich der fiir die Krutenau
A^orgeschlagenen Befestigung meint Specklin, dass zwar alles bestrichen
wiirde, doch dass es nur Flickwerk sei und dass man aus den holzernen
Modellen, die er vor Zeiten gefertigt, alles besser verstehen werde.
Dieser Hinweis und der Umstand, dass die Bauten bei St. Clara im
Worth, am Roseneck, am Rausch und bei St. Katharina bereits als
fertig angegeben werden, veranlasst mich, die Anfertigung des Ent-
wurfes friihestens in das Jahr 1582 zu setzen,

A\^as mm den Entwurf bezuglich der Befestigung zwischen Weiss-
thurm- und Kronenburger Thor anlangt, so zeigt die noch im Archive
befindliche Zeichnung Specklins, ' i dass er mit der Anordnung im vor-
besprochenen Entwurfe doch nur bedingungsweise einverstanden war.
Zunachst nimmt er an Stelle der runden Wehre vor dem Kronenburger
Thore, die er bekannthch wegen des hindurchfiihrenden Thorweges
fiir mangelhaft hielt, ein Bollwerk an, dann aber will er zwischen dieses



ij Strss. Stdt. Arch. PI. 513/514 (n



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