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Ferdinand Apell.

Geschichte der Befestigung von Strassburg i.E. vom Wiederaufbau der Stadt nach der Völkerwanderung bis zum Jahre 1681 online

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w^ohl zu verstehen, dass nur das Steininburgethor allein in einem Thor-
thurm lag, da es das einzige Thor der Altstadt war, das sozusagen
ins Freie fiihrte, also mehr als alle iibrigen gefahrdet erschien und des-
halb am besten verwahrt werden musste; alle anderen Aussenthore
befanden sich entweder auf der Seite gegen die Breusch (111) oder wie
das Steinthorlein an einer so gedeckten Stelle, dass sie einen Thorthurm
wohl entbehren konnten. Man wird also mit der Annahme kaum fehl-
gehen, dass das Steininburgethor nach dem aus Stein erbauten Thor-



langerung der Sudoslseite des alien Argentoralum, parallel dem alien Flussufer ziehen; liier
diirfte man wohl am ehesten eine Abschlussmauer zu suchen haben — wenn eben iiberhaupt
eine solche vorhanden war, was ich einigermassen bezweille.



DIE THORE DER ALTSTADT. H

thurm benannt wurde. Im Uebrigen hiess es auch Steininbriickethor
nach cJer zugehorioen Grabenbriicke, ebenfalls der einzigen, die als
steinerne bezeichnet wird, sodass man wohl schliessen darf, der ganze
bauliche Zustand dieses Thores sei ein derart verschiedener von dem
der iibrigen Thore gewesen, dass eine besondere Bezeichnung des
Thores danach wohl angezeigt war.

Das von mir in der Nordostseite der Romermauer, an der Stelle der
St. Stephanskirche vermuthete Thor'i ist offenlxir bei der urn das lahr
720 geschehenen Griindung des gleichnamigen Klosters etwas ver-
schoben und in die heutige Steingasse geruckt worden. Von ihm und
der zu ihm fuhrenden Steingasse spricht eine Urkunde des Bischofs
W'ernher I von Strassburg inach 1003, I, 15),-i in der esheisst: „infra
ambitum veteris muri a media porta meridiana versus Bmscham cum
ipsa aqua usque ad latam stratam, que ducit a porta magna occidentali
usque ad portam juxta magnos et inquadros lapides muri". Die liier
genannte media porta meridiana oder mittlere Mittagspforte war offen-
bar das naehmalige St. Stephansthor, dessen Brucke jedoch erst im
lahre 1249 urkundlich bezeugt wird. =^ i Indess ist dies noch kein Beweis,
dass die Brucke nicht schon fruher bestanden habe, was sogar mit
grosser Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, da man nur
von dieser Stelle der Altstadt aus unmittelbar nach der Krutenau
gelangen konnte, wo sich schon sehr fruhzeitig Kloster und Wohn-
statten befanden. Diese mittlere Mittagspforte setzt eine obere und
eine untere voraus, von denen wir erstere wohl in der heutigen Rosen-
badgasse zu suchen haben, da wo schon zur Romerzeit ein Thor
gestanden haben diirfte. Da indess das Geliinde jenseits der Breusch



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