Kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien. Math.

Anzeiger der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften ..., Volume 18 online

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Ersohienen ist: das 3. Heft (Marz 1881, II. Abtheilung des
LXXXIII. Bandes der Sitzungsberichte der mathem.-naturw. Classe.
(Die Inbaltsanzeige dieses Heftes enthalt die Beilage.)



Von alien in den Denkschriften und Sitzungsberichten ver5flfentlich-
ten Abhandlungen erscheinen Separatab drucke im Buchhandel.



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INHALT

des 3. Eeftes Marz 1880 des LXXXIIJ. Bandes, n. AbtL der Sitnmgs-
beriohte der mathem.-iiaturw. Olasse.

Seite

Til. Sitzungr vomlO. Marzl881: tJbersicht 479

Hatm, Cber den taglichen Gang des Luftdruckes, der Temp^
ratur, der Feuchtigkeit, BewOlkung und WindstSrke auf
den Plateaux der Rocky Mountains. [Preis: 20kr. =
40Pfg.] 484

Wald, Studie tiber Energie producirende chemische Processe 504

Herzig, tJber die Einwirkung von Schwefelsaure auf Mono-Di-

und Tribrombenzol 525

Heindl, tlber krystallinische Verbindungen von Chlorcalcium

mit Alkoholen 533

Vin. Sitzung vom 17. MSrz 1881 : tJbersicht . 545

Stefan, Ober das Gleichgewicbt eines festen elastischen K5r-
pers von ungleichf5rmiger oder veranderlicher Tem-
peratur. [Preis: 25kr. = 50Pfg.] 549

BoUzmann, Entwicklung einiger zur Bestimmung der Diamag-
netisirungszahl nfitzliohen Formeln. (Mit 1 Holzschnitt.)
I. Herausstossende Kraft einer Spirale mit vielen Win-
dungslagen. [Preis: 15 kr. = 30 Pfg.| 576

Margulea, t)ber die Bestimmung der Reibungs- und Gleitungs-
coSfficienten aus ebenen Bewegungen einer Fltissigkeit.
[Preis:15kr. = 30Pfg.] 588

Klemencic, Zur Bestimmung des Verhaitnisses zwischen der
elektromagnetischen u. mechanischen Einheit der Strom-
intensitSt. (Mit 1 Holzschnitt.) [Preis: 15 kr. =. 30 Pfg.J 606

Streintz, tJber die durch Entladung von Leydener Flaschen
hervorgerufene Zersetzung des Wassers an Platinelek-
troden. (Mit 1 Tafel.) [Preis: 35 kr. = 70 Pfg.J .... 618

Weaehky u. Benedikt, fiber die Einwirkung der salpetrigen

Saure auf PyrogallussaureSther 639

Janovaky, fiber eine neue Azobenzoldisulfosaure 643

5eArtf«er, fiber die Oxydation von Essigsaure-Bomeoiather . 651

Binder, Das Problem der vier Punkte im Sinne der neueren

Geometric. (Mit 1 Tafel.) [Preis: 25 kr. = 50 Pfg.] ... 659
IX. Sitzung vom31. Marzl881: Ubersicht 667

Lang, fiber die Dispersion des Aragonits nach arbitrarer Rich-

tung. [Preis: lOkr. = 20Pfg.| 671



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Reitlinger u. Wdchter, Ober Disgregatiooi der Elektroden durch
positive Elektricitat und die Erkllirung der Li ch ten-
be rg'schenFiguren. (Mit 11 Holzschnitten.) [Preis: 20 kr.
= 40 Pfg.] . 677

Puluj, Strahlende Elektrodenmaterie. III. Abhandlung. (Mit

6 Holzschnitten.) [Preis: 15 kr. = 30 Pfg.] 696

Hocevar, t)ber einige Versuche mit einer H oltz'schen Influenz-

maschine. (Mit 2 Holzschnitten.) [Preis: 10 kr. = 20 Pfg.] 709

Kachler u. Spitzer, Untersuchungen ttber BomeolkohlensHure

und Campherkohlensaure 716

Goldschmidt, tJber die Einwirkung von molecularem Silber auf

die Kohlenstoffchloride. [Preis: 8 kr. = 16 Pfg.] ... 736

Cohenzl, Beitrag zur Trennung des Wolframs von Antimon,
Arsen und Eisen, nebst Analyse eines sogenannten Pseu-
dometeoriten 742

Grdger, Die Sulfochromite 749

Ungar, Zur Reduction AbeTscher auf elliptische Integrale.

[Preis: 25 kr. = 50 Pfg.] 759

Peschka, Normalenflache einer Developpablen Ifings ihres
Durchschnittes mit einer krummen FlSche. [Preis: 12 kr.
= 24 Pfg.] 790



Preis des ganzen Heftes 2 fl. 25 kr. = 4 RMk. 50 Pfg.



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Kalserllche Akademie der Wissenschaften tn Wien.



Jahrg. 1881. Nr. XYI.



SitzQUg der mat^ematisoh-natarwissenscliafa^ CHassQ
Yam 28. Juni 1881.



In Verhinderung des Viceprasidenten tibernimmt Herr Dr.
L. J. Fitzinger den Vorsitz.



Das k. k. Ministerium des Innern ttbermittelt die von
der oberttsterreichischen Statthalterei eingelieferten graphischen
Darstellungen der Eisverhllltnisse an der Donau im Winter 1880
bis 1881 nach den Beobachtungen zu Aschach, Linz und Grein.



Das w. M. Herr Dr. L. J. Fitzinger ttbersendet eine flir
die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung: ^Untersuchungen
ttber die Artberechtigung einiger seither mit dem gemeinen BSren
(lirsuH Arctos) vereinigt gewesenen Formen".



Das w. M. Herr Director Dr. F. Steindachner ttbersendet
eine fftr die Denkschriften bestimmte Abhandlung unter dem
Titel: ^BeitrSge zur Kenntniss der Meeresfische Afrika's (und
Beschreibung einerneuen Sargus-Art von denGalapagos-Inseln).*^

Der Verfasser gibt in derfielben eine Ubersicht ttber die von
Freiherm v. M alt z an und Herm H5fler eingesendeten Samxur



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158

Inngen von Meeresfischen der KtlBte Senegambiens, und weist die
speciellen Unterschiede der im Nile vorkommenden Polypterus-
Arten Bach, die von Dr. Qtlntlier (irriger Weise) in eine einzige
Art vereinigt wnrden.

AIs neue Arten sind in dieser Abhandlnng beschrieben:
.1. Luijanus (Mesoprion) Maltzani.

Rumpfh5he mehr als 37^ bis nahezn SVginal, KopflUnge
3Vg — 3V5 nial in derTotallilnge,Augendiameter fast 373— 4mal,
Schnauzenlange 3— SVs nial, Stirnbreite 5 — 4^^ mal in der Kopf-
l&Age enthalten. Pr^orbitale an H(5he circa % einer Angenltoge
gleich. 5 Schuppenreihen auf den Wangen. Vordeckel am hinte-
ren Rande eingebuchtet, keine knopffbrmige Anschwellung am
Zwischendeckel. Rosenroth; ein hell goldgelber Fleck in der
Mitte der Schuppen in der oberenRumpfhSlfte. Ein grauschwarzer
Fleck an der Basis der oberen Pectoralstrahlen. Dorsale und Can-
dale schwarz gesSumt.

D. 10/15. A. 7^.L. lat. 48—50. L. tr. 5 V^— 6/1/13.

Gor^e und Rufisque.
2. Chaetodon HoeflerL

D. 11/22—24. A. 3/18. L. tr. 7/1/15. L. 1. 42—44.

Schnauze mS-ssig vorgezogeu, ebenso lang wie das Auge;
Durchmesser des letzteren Vg der Kopflange gleich.

Kopflange circa 4mal, gr6ssteRumpfh5he nahezn 2 — P/^nial
in der Totallftnge enthalten.

Vier braune Querbinden am Kopfe und Rumpfe; die vorderste
beginnt am Nacken an der Basis des ersten Dorsalstachels und
zieht, vom Auge unterbrochen, bis zum unteren Rande des Zwischen-
deckels; die zweite Querbinde entspringt an dem dritten bis
sechsten Dorsalstachel und endigt an der Basis des untersten
Pectoralstrahles. Die dritte Querbinde ist schwach, verkehrt
S-fOrmig gebogen und erstreckt sich von den zweiten letzten
Dorsalstacheln fast bis zur Basis der Anale. Die vierte Querbinde
kreuzt den Schwanzstiel und zieht sich nach oben wie unten liber
die Gliederstrahlen der Dorsale und der Anale bin. Freier Rand
der Dorsale und Anale hell ges^umt; Caudale in der Ltogenmitte
mit einer halbmondfbrmig gebogenen, hellbraunen Querbinde.
Ein hell goldgelber Fleck auf den einzelnen Rumpfschuppen
zwischen dfer zweiten und dritten Rumpfbinde.

Gor6e.

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^ 159
3. Scorpaena ^enegalensiu,

D. 11/^. A. 3/5. Sq. lat. 38—39. L. lat. 25—26.

Bumpfschuppen ganzrandig; eine tiefe kleine Grube outer
dem vorderen Augenwinkel.

K5rperform gestreckt wie bei Sc. scrofa L. Zahlreiche ge-
franste HautlSppchen am Kopfe and Rumpfe ; hinteres Augen-
tentakel hoch und stark verftstelt. Wangen, oberer Theil des
Kiemendeckels beschuppt. RumpfhShe 4mal, Kopflltage 3maJ[
in der TotaMnge, SchuauzenlS-nge mehr als 3 Venial, Augen-
diameter SV^mal, Stimbreite b^j^m^X in der KopflUnge, ZShne
am Vomer und auf den Granmenbeinen. 4 Stacheln am Ran^e des
Praoperkels.

Zeichnimg des Rumpfes^ der D. und C .wie bei Sc. Plumieri
der aachst verwandten Art; Hinterseite der Pectorale und Acbsel-
gegend mit gr^sseren und kleineren intensiv braunen Flecken
dicht besetzt, so dass die weisslich graue Grundfarbe der Flosse
bis auf ein maschenftrmiges Netz zwischenden Flecken verdrftngt
erscheint.

Rufisque.

3. Glyphidodon Hoefleri,

D. 13/13. A. 2/13. L. lat. 30. L. tr. 3V,/1/10.

Rumpfh5lie nahezu 2mal, Kopflange etwas mehr als 3V3-
mal in der KGrperlange, Augendiameter 375mal, Stirnbreite 3mal,
Schnauzenlange 3V5mal in der Kopflange.

Kieferzahne einreihig, comprimirt, am freien Rand abgestutzt
und daselbst l-~2mal seicht eingebuchtet. H5he des Praeorbitale
der Halfte einer x\ugenlange gleich. 4 Schuppenreihen auf den
Wangen. *

Blauviolett, jede Rumpfschuppe mit einem hell goldgelben
Fleck.

Gor6e.

4. Pseudoscarus Hoefleri,

Kiefer grttnlichblau, Oberlippe breit, mehr als zur Halfte die
Zwischenkiefer deckend. 2 Schuppenreihen auf den Wangen, und
eine dritte am unteren Randstttcke des Vordeckels. Caudale mit
mUssig verlangerten oberen und unteren Randstrahlen.



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160

Kopfform halbelliptisch, Kopflange circa 3mal, Rumpfh(5he
circa 2%mal in der Kttrperlange, Augendiameter &y^m2X,
Schnauzenlange 2mal in der Kopflange. Keine freien Hundszahne
zunachst den Mtmdwinkeln. Schnauzesmaragdgrttn mit 2 zinnober-
rothen Querbinden. Oberlippe am Rand gelblich. Eineschwarzlich-
violette Binde zieht bogenfftrmig von dem hintene^ Augenrande
zur Basis der Pectorale. Rumpf grttnlich, gegen die Rttckenlinie
ins Graue tlbergehend. Basis der Rnmpfschnppen blass rosenroth,
hinterer Rand derselben zinnoberroth gesanmt.

D. 9/10. A. 2/9, P. 14. L. lat. 25.
Gor6e.

Von den ttbrigen an den Ktisten Senegambiens gesammelten
Arten ist in zoogeographischer Beziehung besonders erwahnens-
werth: Sphyraena jello C. V., Mugil ogur Forsk., Belone choram
sp. Forsk., Platyrhina Schoenleinii J. Mttll & Tr. nnd Bran-
chiostoma lanceolatum sp. Pall.

5. Sargus Poutialem.

D. 13/10. A. 3/10. L. I. 47—48. L. tr. 7—8/1/16—17.

Kopflange 3Vj-3%mal, Rnmpfhehe 2%— 2V6mal in der
K5rperlange, Augendiameter 4% — 475nial, Schnauzenlange 275-
mal, Stimbreite 3 — 2%mal in der Kopflange enthalten, 4—5
Schuppenreihen auf den Wangen. Molarzahne in den Kiefem, an
6r(5sse ein wenig variabel, doch ausnahmslos auffallend kleiner
als bei 5. unimaculatus, der nacbst verwandten Art.

8—9 goldgelbe Langsbinden am Rumpfe, unter der Seiten-
linie minder intensiv gefarbt und schwacher abgegrenzt als ttber
derselben, und stets etwas schmaler als die von der Grundfarbe
der oberen Korperhalfte gebildeten himmelblauen Langsbinden.
Farbung des unteren Theiles des Rumpfes gelblichweiss.
Galapagos-Inseln.

Der Verfasser spricht ferner die Vermuthungaus, dassSparoc-
todon nnlnal Rochebrune mit Temnodon saltator identisch sein
dttrfte.



Das e. M. Herr Director C. Horns t ein Prag ttbersendet eine
Abhandlung des Herm Johann Mayer, Stud, philos. an der
Prager Universitat: „t!ber die Bahn des Kometen 18806."



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161

In derselben werden ans den 8%mmtlichen vorhandenen Be-
obachtnngen, 78 an der Zahl, nachstehende definitive Elemente
abgeleitet:

T = 1880 Mi 1 • 77684 m. Berl. Zeit
S. ff= 42'26'59'98 ) „, ,. ,., .
; ^ = 257 15 ^-^A T "^ll^
.•=123 3 42-47 I "'•^^"•^^^^'^
log 9 = 0-2586566,
rait den ttbrigbleibenden Fehlem:





Beob.-Rechnung




doL cos ft


di


I


-,r0'48


-1-1 '27


ii


0-20


—3 07


HI


-(-0-20


-Hi -31


IV


—4-31


0-18


V


-hO-62


^-1-65


VI


—3 01


—3-59


VII


-1-8 -26


-H2-87


VIII


—1-47


^0-25,



Die Bahn scheint nicht merklich von der Parabel abzuweichen.



Das c. M. Herr Pi of. H. Leitgeb ttbersendet eine Ab-
handlung des Herrn Dr. E. Heinricher, Assistenten am botani-
schen Institute der Uuiversitat Graz, betitelt: „Die jttngsten
Stadien der Adventivknospen an der Wedelspreite von Aspleniuni
hulbiflprum.^



Herr D^. Max Mar gules in Wien tibei-sendet eine Abband-
Inng: „Uber Bewegungen z^her Flttssigkeiten und ttber Bewe-
gungsfiguren."

Bewegt man Glycerin auf regelmassige Art, z. B. dadurcb,
'dass man eine die Flttssigkeit bertihrende Scheibe constant
rotiren lasst, so bilden sich schOne Figuren, welche bei rascher
Bewegung schon nach wenigen Minnten einen ausgepragten Cha-
racter haben, und einen Einblick in die Verhaitnisse der Fltlssig-
keitsbewegung, namentlicb in die Gestalt der Stromflachen und
Strombahnen gestatten. Das Entstehen der Bewegungsfiguren ist



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162

auf den Wassergehalt des Glycerins zurtlckzufUhren. Ein Wasser-
tropfen auf der Obei-flfiche wird durch Drehung der Scheibe zuerst
in einen Ring ausgezogen ; eiu Tbeil der Wassers wird von den
unter der Oberflache befindlichen Qlycerintheilchen, an denen es
haftet, mitgeflihii; und, da es sehr langsam in das Glycerin diffun-
dirt, so zeichnet es seinen Weg in dasselbe ein. Wegen der
grossen Zahigkeit des Glycerins ist aber der Weg, den das Wasser-
theilchen darin beschreibt, unmerklich wenig verschieden von
dem Wege, den das Theilchen einer homogenen Glycerinmasse
beschreiben wtirde.

Was man regelmassig sieht, sind Stromflacben; man kann
aber auch die Strombahnen sicbtbar machen.

Ebenso sch5ne Bewegungsfiguren, wie im Glycerin, beobach-
tet man im Riciniis^l, wenn man ihm einen Tropfen Alkohol bei-
mischt. In minder zahen Olen und in Alkohol, welcher anf einer
Olschicht liegt, kann man auch Figuren wahrnehmen, doch sind
sie bier viel weniger deutlich.

Der Abhandlung sindZeichnungen beigefttgt, die Bewegungs-
figuren darstellend, welche man sieht, wenn man Glycerin (oder
Ricinus51) durch die Drehung einer Scheibe, eines ebenen Ringes
oder einer Kugel in Bewegung erhftlt.

In den folgenden Abschnitten werden die allgemeinen Inte-
grale der Bewegungsgleichungen discutirt, insbesondere mit
Beziehung auf stationiire Bewegungen, bei denen es geschlossene
Stromflfichen gibt. Es wird unter andern die Arbeit berechnet,
welche zu leisten ist, urn die Bewegung stationer zu erhalten ; es
wird ferner eine Method e angegeben zur Messung des Wider-
standes, welchen die Flttssigkeit entgegensetzt der constanten
Rotation einer Umdrehungsflftche um dte eigene Axe in einem
beliebigen Geftlsse, oder der Rotation einer irgendwie gestalteten
Flache um die Axe eines Gefilsses, dessen Wand die Form einer
Rotationsfi^che hat.



Herr Dr. Ed. Mahler in Wien ttbersendet eine Abhandlung,
betitelt: „Das Erzeugniss einer Tangenteninvolution auf einer
Curve mter Ordnung und eines mit ihr projectivischen Curven-
bttschels nter Ordnung^.



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163

I. Das Erzeugniss einer TangeDteninvolution / auf einer
Curve C^ wi*^^ Ordnung und eines mit ihr projectivischen Curven-
btlschels Bn nter Ordnung ist eine Curve von der Ordnung

m(m — 1)(w-h1).

II. Dieses Erzeugniss hat in den n^ Scheitelpunkten des
Btlschels Bn sowie in den (n-hl) gemeinsamen Elementen jener
zwei auf der Involutionsaxe conlocalen Punktreihen, welche die
Schnittpunkte der Axe mit den Curven Cf^^ des Btischels B„ und
die Punkte bilden, in denen sich je m(m — 1) zu einer Gruppe
gehOrenden Tangenten der Involution treffen^ einen m(m—}y
faehen Punkt.

III. Sucht man die Schnittpunkte einer Geraden G' mit dem
Erzeugnisse €;„(«,_ i)(,j+i), so construire man das System der ersten
Polarcurven der einzelnen Punkte der Involutionsaxe in Bezug
auf Cm und das System der ersten Polarcurven der Punkte jener
Geraden G' in Bezug auf C^; diese beiden Systeme von Polar-
curven liefem ein Erzeugniss von der Ordnung (m — 1)(«-h1),
welches Cm in m(m — 1) (n-Hl)-Punkten triflft; die in diesen
Punkten an Cm gezogenen Tangenten schneiden G' in den ge-
suchten Schnittpunkten.



Herr F. Strohmer, erster Assistent der Versuchsstation
des Centralvereins fiir Rttbenzucker-Industrie in Wien tibersendet
eine Abhandlung: „Uber das Vorkommen von Ellagsaure in der
Fichtenrinde."

Der Seer e tar legt zwei versiegelte Schreiben behufs
Wahrung der Prioritat vor:

1. Von Herrn Ernest Schneider in Wien mit der Aufschrift:
„Versuch zur Construction eines sehr stark vergr?)ssernden
Fernrohres^.

2. Von Herrn Dr. J. Puluj, Privatdocent an der Wiener Uni-
versitUt, welches ohne Inhaltsangabe eingesendet wurde.



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164

Das w. M. Herr Prot. A. Lieben ttberreicht eine in seinem
Laboratorium attsgeftihrte Arbeit: „Uber das Vorkommen von
Apfelsaure und Citronens^ure im Chelidonium majus", von Herrn
Ludwig Haitinger,

Der Verfasser hat die von Probst, Lerch und Anderen
im Chelidonium majus aufgefundene ApfelsHure , welche nacl;i
Lietzenmayer mit der gew5hnlichen ApfeMure isomer sein
soil, eingehend untersucht und gefunden, dass dieselbe, wenn
nach Lietzenmayer's Methode bereitet, wesentlich aus Citro-
nensaure besteht. Ausserdem hat er auch Apfelsfture aus dem
Sch9llkraut isolirt, welche in alien ihren Eigenschaften mit der
gew5hnliehen optisch activen voUkommen tibereinstimmt.



Das w. M, Herr Prof. v. Lang ttberreicht eine Abhandlnng:
„Uber die Brechungsquotienten einer concentrirten Cyanin-
I5sung", welche nach der Methode der Totalreflexion ermittelt
wurden.

Die neuen Versuche bestfttigen die vom Verfasser schon firtther
gefundenen Resultate, dass die blauen Lichtstrahlen, welche ja
verhaitnissmjlssig wenig von Cyaninl9sung absorbirt werden,
ganz normal gebrochen werden, nur in der Nahe des Absorbtions-
streifens konnte entsprechend der Beobachtung Kundt's ein
anormales Verhalten beobachtet werden.



Herr Prof. Dr. M. Neumayr in Wien ttberreicht einen
Aufsatz: „Morphologische Studien ttber fossile Echinodermen".

Derselbe enthalt zunachst eine Prttfung der Frage, ob die
Annahme einer Homologie zwischen den einzelneii Tafeln im
Scheitelapparat der Seeigel, wie ihn Salenia reprHsentirt, und
denjenigen des Crinoidenkelches palaontologisch begrttndet
werden kann, und beantwortet dieselbe in negativem Sinne.
Es folgt eine Untersuchung der palaozoischen Ubergangsformen
zwischen den einzelnen Classen der Echinodermen, aus welcher
sich ergibt, dass die Cystideen den Knotenpunkt bilden, gegen
welchen alle anderen fossil bekannten Abtheilungen, namlich
Seesteme, Seeigel, Crinoiden und Blastoiden convergiren. Unter



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165

den uns bekannten fossilen Cystideen dttrfte Mesites der Grund-
form der Echinodermen am nilchsten stehen und bildet denjenigen
Typus, aus welchem sich alle anderen ungezwuDgen ideell ent-
wickeln lassen. Im Anhange werden zwei neue Gattungen
fossilerSeeigelcharakterisirt, nslmlieh Perischocidaris ausirischem
Kohlenkalk und Tiarechinus aus der oberen Trias von St. Cassian
in Tirol.



Herr Prof. Neumayr ttberreicht femer eine von ihm und
Herm Dr. E. Holub ausgefllhrte Arbeit : Uber einige Fossilien
aus der Uitenhage-Formation in Stld-Afrika".

Zwei neue und einige ungeniigend bekannte Arten werden
beschrieben, eine neue Elatobrenchiergattung iS^^fta^Aia charak-
terisirt, und schliesslich auf Grund der erhaltenen palaontolo-
gischen Resultate das bisher zweifelhafte Alter der Ablagerung
als wahrscheinlich der unteren Kreide entsprechend bestimmt.



Selbstverlag der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien.



Aus der k. k. Hof- und Staatsdruckerei in Wien.



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Kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien.



Jahrg. 1881. Nr. XVII.



Sitzimg der mathematisch-naturwissenschaftlicheii Classe
vom 7. JuU 1881.



In Verhinderung des Viceprasidenten ttbernimmt Herr Dr.
L. J. Fitzinger den Vorsitz.



Der Vorsitzende gibt Nachricht von dem am 23. Juni 1. J.
6rfolgten Ableben des auslftndischen correspondirenden Mitgliedes
dieser Classe, des kaiserlich mssischen Staatsrathes Dr. Mathias
Jakob V. Schleiden.

Die Mitglieder erheben sich zum Zeichen des Beileids von
ihren Sitzen.



Die Direction der k. k. Stemwarte Wien theilt mit, dass der
zn Ende des Monats Mai d. J. anf der Sttdhalbkugel erschienene
Xomet seit der vorigen Woche auch auf der nOrdlichen Hemi-
«phare sichtbar nnd bereits mehrfach beobachtet worden ist. Die
der Wiener Stemwarte aus Kiel, Hamburg, Leipzig etc. freund-
lichst ttbersandten Positionen ermOglichten die Berechnung eines
Elementarsystems sammt Ephemeride, welche Besultate durcb
das Circular Nr. XXXIX vom 28. Juni verOfifentlicht wurden.
Der Astronom B. A. Gould hielt das Gestirn schon von Anfang
an flir den grossen im Jahre 1807 erschienenen Kometen; das
von ihm am 1. Juni aus Buenos Aires abgesandte Telegramm
lautet namlich:



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168

^Eighteen hundred seven Comet; five hours, south thirty
degrees. Gould."

Durch die hier durchgeflihrte Bahnberechnung hat diese
Behauptung vorlaufig noch keine wesentliche Sttttze gefunden.
Die Neigung der Bahn stimmt zwar ftir beide Kometen voll-
standig, doch ist die Abweichung der anderen Elemente zu gross,^
als dass man die Identitat behaupten kOnnte. Beachtenswerth
ist, dass auch die Bahn des am 16. December 1880 von Pechttle
zu Kopenhagen entdeckten Kometen (Siehe Circular Nr. XXXVII
vom 22. December 1880) der des Kometen vom Jahre 180T
einigermassen, wenn auch viel entfernter, ahnlich ist.



Das c. M. Herr Prof. J. Wiesner ttbersendet eine zweite
„vorlaufige Mittheilung ttber die Spermogonien der Aecidio-
myceten", von Herm Emerich R4thay, Professor an der k. k.
oenologisch-pomologischen Lehranstalt zu Klosterneuburg.

Der Verfasser spricht sich liber die Ergebnisse seiner Unter-
suchungen folgendermassen aus:

Vor einem Jahre ver5ffentlichte ich eine vorlaufige Mit-
theilung ttber die Spermogonien der Aecidiomyceten, in der ich
eine merkwttrdige Analogic aufdeckte, welche bezttglich gewisser
Eigenschaften derPhanerogamenblttthen und der Aecidiomyceten-
spermogonien besteht und in welcher ich es als m5glich
erscheinen Hess, dass die Insecten bei einem Befruchtungs-
vorgange der Aecidiomyceten eine ahnliche RoUe, wie bei
jenem der Phanerogamen, spielen. (Kais. Akademie der Wissen-
schaften in Wien, Sitzung der mathem. - naturwiss. Classe
vom 10. Juni 1880.) In dieser Vermuthung wurde ich seither
durch zahlreihe neue und sehr verschiedene Beobachtungen
bestarkt. Meine sammtlichen im Laufe der letzten vier Jahre an
den Spermogonien der Aecidiomyceten angestellten Unter-
suchungen hoffe ich im nachsten Winter zusammenzustellen und
im folgenden Frtthlinge zur Publication zu bringen. Hier sei aber
schon das Resultat meiner jttngsten Untersuchungen, welche ich
an den Spermogonien der Aecidiomyceten vomahm, mitgetheilt.
Angeregt wurde ich zu diesen Untersuchungen durch Pfeffer's
Publication einer von Herm Wilson im Ttibinger botanischen



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169

Institute ausgeflihrten kritischen Untersuchung ttber die Wasser-
ausscheidung in Nectarien. (Pfeffer, Pflanzenphysiologie, 1881,
S. 176 bis 179.)

De Bary ausserte sicli ttber die Art, wie die Uredineensper-
mogonien den Inhalt ihrer HOhlung , die bekannte Gallerte und
die in derselben eingebetteten Spermatien, entleeren, einige Male
und zwar stets in demselben Sinne und am ausftthrlichsten wie
folgt: ^Diese Gallerte (de Bary meint die in den Spermogonien
enthaltene Gallerte) quillt durch Wasser auf und eg treten daher
sowohl unter dem Mikroskope, also auch nachRegenwetter in der
freien Natur, die K5rperchen (Spermatien) gehttUt in dieselbe,
ana der Offnung des Spermogoniums aus, zu einem zShenKlumpen
vereinigt. Durch weitere Einwirkung von Feuchtigkeit wird der-
selbe immer weicher und zerfliesst schliesslich auf dem Object-
trager, die K(5rperchen in das umgebende Wasser, in der Natur
auf der Oberflftche des jedesmaligen Pflanzentheiles rings um die
Spermogonien verbreitend". (A. de Bary, Untersuchungen ttber
die Brandpilze, S. 60.)

Aus dieser Ausserung de Bary's darf man wohl schliessen,
dass derselbe der tlberzeugung ist, dass in der freien Natur die
Entleerung der Spermogonien durch ausserlich auf diese ein-
wirkende Feuchtigkeit, und zwar durch Regenwasser und durch
den die Blatter der Pflanzen allseitig benetzenden Thau hervor-
gerufen wird.

Nach den Ergebnissen meiner vor Kurzem vorgenommenen
Untersuchungen entleeren die Spermogonien der Uredineen oder
Aecidiomyceten ihren Inhalt aber auch ohne Mitwirkung von
Regen- und Thauwetter, bei trockener, ja selbst sonniger und
heisser Witterung. Der Vorgang, durch welchen dies geschieht,
ist der folgende: Die Spermogonien der Aecidiomyceten
produciren in ihrer HOhlung nicht nur Gallerte und
Spermatien, sondern sie scheiden in dieselbe auch
Zucker aus. Letzterer bedingt nun, dass die Spermo-
gonien durch „osmotische Saugung" Wasser abson-
dern, welches seinerseits wieder die in ihnen ent-
haltene Gallerte zur Aufquellung und dadurch zum
Austritt aus der SpermogoniumhChlung veranlasst.
Als Objecte dienten mir bei meinen Untersuchungen die Spermo-



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170



gonien des Gymnosporangium conicum (Wirthpflanze, Sorbus
Aria) und derPuccinia suaveolens (Wirthpflanze, Cirsium arvense).



Herr Prof. Dr. Franz Exner in Wien ttbersendet eine Ab-
handlung: ,,tJber galvanische Elemente, die nur aus Grundstoffen
bestehen und ttber das elektrische LeitungsvermOgen von Brom
und Jod.**

In derselben wird der Nachweis geliefert, dass Elemente,
die aus drei GrundstoflFen, deren einer Brom oder Jod ist, be-


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Online LibraryKaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien. MathAnzeiger der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften ..., Volume 18 → online text (page 16 of 26)