Kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien. Math.

Anzeiger der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften ..., Volume 4 online

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SW 1


S 1


SW 1


1.9


3.3


3.6


3.1


2.5










6


W


W 2


WSW 2


2.8


3.7


9.9


8.8


6.9


_^







7


W


soo


SO


1.7


2.5


1.3


0.1


0.6










8


W 3


WNW 5


WNW 3


6.2


10.4


28.1


21.2


2.3


....


...




9


W 5


WNW 5


WSW 0-1


14.4


16.3


13.8


8.0


6.5










10


SO 1


WSW 2


W 7


4»9


3.3


3.9


24.3


18.4










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W 6


WNW 5


W6-7


27.5


17.0


13.0


2.5


25.6










12


WNW 4


W 1


S 1


12.5


9.0


8.3


4.7


2.6










13


WNW 5


WNW 8-9


W 6-7


11.4


25.9


31.4


38.4


21.6










14


WNW 5


W 6


N 2


21.1


21.0


23.5


21.9


13.2


...







15


N2


N 1


ONO 1


7.3


10.3


6.7


K5


1.0










16


OSO 1


SO


SO 2


4.2


5.7


2.8


3.4


3.9










17


OSO


S


WNW 0-1


3.1


2.1


2.6


1.2


4.2










18


NW


WNW


SW 2


1.7


0.6


1.6


1.4


1.5


-*—







19


SW 1


SW


WSW


1.6


2.2


1.3


2.1


1.5










20





WNW 1


W


U.5


0.2


3.0


1.5


0.8










21


so


S


WSW 2


0.7


1.4


0.9


1.7


1.2










22


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SW


W 1


1.0


1.1


0.6


0.3


0.2










23


W


so 1


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0.8


0.2


0.9


2.0


1.2





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24


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25


SW


SW 1


S


0.6


0.2


0.4


2.1


0.2










26


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N 1


S 1


0.3


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27


so 2


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SSW 4-5


6.6


6.9


7.6


7.5


8.6


~^







28


W 5


W 6


W 4-6


15.7


31.0


22.2


18.4


14.8










29


NNW 5


WNW 3


S 1


26.3


8.4


7.0


3.3


0.8





.




30


WSW 2


8SW 1


SO 1


0.4


4.3


3»8


5.9


2.9










31


SW


WSW 2


W 1


1.8


2.9


3.5


9.8


12.4










littel











6.62


6.42


7.08


6.95


5.79











Mittlere Windesgeschwindigkeit 6.58 Par. FU8S«
Grosste Windesgeschwindigkeit 38'.4 den 13.
Windvertheilung N, NO, O, SO, S, SW, W, NW
in Proceaten 5, 1, 8, 17, 12 , 17, 32, 8.

Die WindesstSrke ist geschfitst, die Windesgeschwindigkeit gexBessen mit"
telst Anemometer nach Robinson.

Sammtliehe meteorologische und magnetische Elemente werden beobaehtet
Um 18^, 22^^, 2^, 6^ und lO'', einzelne derselben auoh za andern Stunden. Die an-
gegebenen Mittel fdr Lnftdrack, Temperator, Dunstdrack vind Feacktigkeit sind
als vorlftufige zn betrachten, die definitiven Mittel ergeben sich aus den Aafzeich-
nongen s&nmtlicher 24 Stunden mittelat der Autographen.



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IT



ffir Heteorologie und Erdmagnetitmnt (Seehohe 99*7 Toiten)
December 1866,



"


Bewolkung 1


ElektricitSt


Tagesmittel der magneti8chen
YariationsbeobachtuDgeD


Ozon




18»>


2^


lO**




18*'


2h


10»>


Decli-
nation


Horizontal-
IntensitAt


ii

-1 a


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Naekt






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=BW=a*










n =


t -


n' =











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10


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10.0


0.0


0.0


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+2.3


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+2.6


304.58





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107.25


+2.7


299.28





4


4







3





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+31. 3
+16.9


+2X.2


0.0


106.65


+3.3


306.48





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4




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1


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107 30


- 3.5


304.57





1


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9


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0.0


106.93


- 4.0


305.57





8


6




1


8


4


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0.0


0.0


+13.2


107.57


- 3.7


303.03


-.-


5


9




3


10


7


6.7


0.0


0.0


0.0


107.80


- 3.0


298.55





6


7




10


10


7


9.0


0.0


0.0


0,0


104 65


+3.6


305.43





2


9




6


10


10


8,7


0.0


0.0





108.65


+3.4


303.03





6


9




3


10


2


5.0


0.0


0.0


0,0


102.42


+ 4.6


282.95





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10




3


7


10


6.7


0.0


0.0


+ 10.3


106.12


+6.1


265 48





9


9




10


1


10


7.0


0.0


+27.0


+27.4


110.50


+5.0


267.45





1


9




10


10


10


10.0


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0.0


0.0


110.75


+3.0


262,42





4


4




xo


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+44.1


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109.85


+1.9


257.07








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107.98


+ 2.1


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2


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+ 42.1


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243.57





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10


10


XO


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+47.2


+33.5


0.0


109.53


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238.20





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10


10


XO.O


+31 3


0.0


0.0


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232.33





4







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10


XO


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107.73


-2.0


230.98





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8




10


10


10


10.0


0.0


+16.2


0.0


107.95


-2,6


231.87













10


10


XO


10.0


0.0


0,0


0.0


106.38


-2.5


239.88





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4




10


10


10


10


0.0


0.0


0.0


105.58


-2.2


233.32





6


9




9


10


XO


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100.70











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10


XO


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106.17











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9




10


10


XO


10.0


0.0


0.0


0.0


107.02





-





.6


7




8.0


7.8


7.8


7.9


5.54


7.43


3.49


107.151











4.1


5.5



Die Monatmittel der atmosphSrischen Elektricitfit sind ohne Rtlcksiclit
auf das Zeichen gebildet.

n, n\ n" sind Skalentheile der Yariationsapparate fiir Declination, hori-
zontale Intensitfit und Inclination.

t ist die Temperatur am Bifilarapparate in Graden RSaumnr.
Zur Verwandlung der Skalentheile in absolutes MalS dienen folgende Formeln:
DecUnation J) =11 "45'' 67 + 0'-763 (n~ 120)
Horiz. Intensitat 5^ = 2-0148 + 00009920 (600— n)
+ 0-000514 t + 0-00128 T
wo T die selt 1. Jllnner 1866 verflossene Zeit, in Theilen des Jahres ansgedriickt,
bedeutet.

Die Beobacbtnngen der horizont. Intensitftt Tom 28. ani^efangen fielen ans,
well die FSden sicb so sehr dehnten, dass sie dnrch nene ersetzt nnd der Werth
eines Skalentheiles nea bestimmt werden mosste.



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V^"^




SeJbutvarlag der kals. Akad. der WissensehaftCB to Wiep,
BuchdrQcl^erei tod Car) Qe^old't Sohn-



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Kaiserliehe Akadeuiie der Wissensehaften in Wien.



Jahrg. 1867. Nr. IE.



SitniB^ der mathematisch-iatorwisseiscliaftlielien CUsse Yom 17. Jiuer.



Der Prasident der Classe gedenkt des Verlustes, den die
Akademie durch das am 10. Janner erfolgte Ableben des wirk-
lichen Mitgliedes Herm Dr. Karl Moriz Die sing erlitten hat.

Die Anwesenden geben ihr Beileid durch Erheben Ton den
Sitzen kund.

Das w. M. Herr W. Ritter v. Haidinger legt eine ver-
gleichende Uebersicht der Fallzeiten von 126 in dieser Beziehung
mit genugender Genauigkeit bekannten Meteoriten Tor^ namentlich
um einen Anhaltspunkt for eine Beurtheilung zu erhalten, wie
sich die Vormittagsstunden zu den Nachmittagsstunden in der
Zahl der Falle verhalten. In einem Berichte an die British Asso-
ciation vom Jahre 1860 war die Bemerkung vorgelegt worden,
dass bei 72 Fallen nur 13 Vormittags, dagegen 58 Nachmittags
stattgefunden hatten. Indem Haidinger nun das Ergebniss*
aus der Vergleichung von 126 Fallen vorlegt, bemerkt er, dass
man eigentlich fur jeden Meridian eine andere Stunde fur einen
bestimmten Fall habe, ja dass bei einer Entfemung in 180 ost-
lichen oder westlichen Langengraden , oder von 12 Stunden in
Zeit gerade dieselbe Ziffer erscheine, aber Vormittag und Nach-
mittag gerade umgekehrt. Unmittelbar nach den Angaben mit
den Meridianen der Fallorte zeigen sich nun 48 Falle Vormit-
tags, oder A. M., und 78 Falle Nachmittags, oder P. M. Sammt-
liche Angaben auf den Meridian von Greenwich uberrechnet, geben
schon das Verhaltniss von A. M. : P. M. = 63 : 73. Fur die ent-
gegengesetzte Halfte des gleichen Meridians, der durch die An-
tipoden - Insel ostlich von Neuseeland geht, ist das Verhaltniss
von A. M. : P. M. = 73 : 53. Eine Tabelle weist die Stunden-
verhaltnisse des Fallens fur jedes einzelne der 126 Ereignisse
nach. In einer zweiten Tabelle sind die Namen der Falle nach



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20

den 24 Stiinden ubersichtlich neben einander dargestellt. Ent-
sprechend denselben ist das Verhaltniss von A* M. : P. M. fur
jeden 15. I^angengrad ostlich und westlich in ihrer Aufeinander-
folge ziffermassig nachgewiesen. Es erscheint dabei begreiflich
kein Vorwalten der Nachmittags- iiber die Vormittagsstunden
oder umgekehrt. Der Erdball zahlt namlich, je nach der Lange,
alle Stundeu zugleich, so dass wohl eine solche Annahme der
grosseren Menge der Nachmittags-Meteoritenfalle in keinem Zu-
sammenhange, als moglicher Weise tiefer begriindet, mit den in
den friihen Morgenstunden gewohnlich beobachteten periodischen
Meteorstromen stefaen kann. Die Beobacbtungen der Maxima der
Sternschniippen-Strome zeigen iibrigens ebenfalls die Thatsache,
dass weiter ostlich immer spatere Stunden angegeben werden,
entsprechend der dort schon weiter vorgeschrittenen Tageszeit,
in der verflossenen November- Periode in London zwiscben 1 und
iVa, in Athen um 2 bis 2V2 A. M. H. J* Newton in New-
Haven batte bei seiner so wichtigen Abhandlnng aus dem Jahre
1864 iiber die Umlaufszeit des November -Meteorstromes, zur
Gewinnung der Grundlagen aus den Jahren 902 bis 1833, unter
Annahme der Erscheinung um 5 Uhr A. M. in Paris, die uber
die Erde verbreiteten Angaben mit Beriicksichtigung der Langen-
Unterschiede verglichen.

Das w« M. W. Ritter v. Haidinger legt femer noch Be-
♦ merkungen vor, iiber den Meteoriten von Simonod (Gemeinde
Belmont, Arrond. Belley, Dep. de TAin), gefallen gerade an
einem Meteorstrom-Abende, um 9 Uhr P. M. des 13. Nov. 1835.
Das Meteor, mit dem er fiel, hatte ein Strohdach angeziindet.
Julius Schmidt hatte ihn in sein Verzeichniss aufgenommen.
Reste der Substanz sind nur mehr iibrig im k. k. Hof-Mineralien-
Cabinete in Wien, 1 Gramm 641, und im Museum d'Histoire
naturelle in Paris, bier weniger als Ein Gramm. Es sind kleine
schwarze, eckige Bruchstiicke, die zu der Gruppe der Me-
teoriten von Alais, Cold Bokkeveld, Eaba, Orgueil gehoren.
Durch den Einfluss von Ansichten, welche Zweifel an ihrer Echt-
heit aufstellten, hatte sie Herr Dr. Otto Buchner in seinem
Werke : „Die Meteoriten" in Sammlungen nicht mehr aufgefuhrt.
Haidinger weist nun so wohl auf die November -Fall -Periode.
als auch auf seine nattirliche Beschaffenheit bin, welche ihn voU-
standig als ein Verbindungsglied herauszustellen geeignet sind.



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21



zwischen den festen steinartigen Gebilden des grosseren Theiles
der Meteorsteine, und den mehr sand- und staubartigen Korpem,
welche man als die Substanz der Sternschnuppen zu bilden an-
zunefamen berechtigt ist.



Das W.M., Herr Prof. P. Unger, ubersendet der k. Akadetnie
eine Fortsetzung seiner Untersuchungen uber den Inhalt altagyp-
tischer Ziegel an organischen Substanzen. Gelegenheit hiezu boten
Ziegelstiicke, welche Herr Dr. Reinisch von seiner im verflos-
senen Jahre unternommenen Beise in Aegypten aus der alten
Judenstadt Ramses mitbrachte.

Obgleich diese Ziegel von derselben Grosse und Form und
aus dem gleichen Materiale wie die friiher untersucfaten waren,
so war doch die Beimischung von Hackerling eine bei weitem
geringere, daher aucli der Inhalt an bestimmbaren organischen
Korpem ein viel sparsamerer.

Zu erkennen waren indess dennoch die Reste dreier ver-
schiedener Nahrungspflanzen und von fQnf Arten Ackerunkrautem,
iiberdiess noch ein Fragment einer Baumart. Auch an Mollusken,
Insecten und anderen Thierresten fehlte es nicht. Mehrere von
diesen EinschliLssen ergaben sich auch als Inhalt der Ziegel der
Dashur-Pyramide.

Es geht daraus hervor, dass der Boden Aegyptens sich von
dem Zeitraume der Erbauung der genannten Ziegel-Pyramide bis
zur Grundung der Stadt Ramses, welcher etwa auf 2000 Jahre
anzuschlagen ist, nicht wesentlich verandert hat.



Das w. M. Herr Prof. Dr. Reuss legte eine Abhandlung
vor fluber einige Bryozoen in dem deutschen Unteroligocan."
Sie stammen theils von Calbe a. d. Saale, theils von Bunde, wo
das Unteroligocan erst |in neuester Zeit durch Herrn^v. Konen
nachgewiesen wurde. Sie erscheinen um so wichtiger, als sie
bisher in den jungeren Tertiarschichten, selbst im Mittel- und
Oberoligocan, nicht aufgefunden wurden, daher fur das Niveau
des unteren Oligocans bezeichnend sind, — eine um so erwiinsch-
tere Thatsache, als die Foraminiferen dieses Horizontes nur wenig
Charakteristisches an sich tragen. Von den beschriebenen For-
men sind drei : Orbitulipora petiolus Lonsd. «p., Stichoporina Reussi
und Lunnulites Laidorfemu schon von Stoliczka aus dem Unter-
oligocan von Latdorf beschrieben worden. Hier wird aber ihre



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22

Charakteristik darch neue Details erweitert and die Stellang der
zwei erstgenannten unter den Celloporideen genaaer pracisirt.

Femer wird eine neue Species der Gattung Pavolunulites
d'Orb. (P. Buakii Rss.) beschrieben und endlich werden drei neue
generische Sippen aufgestellt. Die erste derselben, Batopora^
welche auch nur als Unterabtheilung von Celleporaria aufgefasst
werden kann, umfasst-Arten, deren Zellen mehr weniger regel-
massig zu konischen Aggregaten, welche Aehnlichkeit mit einer
Himbeere besitzen, zusammengehauft sind.

Die zweite neue Gattung: Polyesoharay stellt eine mehr-
schichtige Eschara dar und verhalt sich zu dieser, wie Cumulipora
zu Lepralia.

Die dritte Gattung: Diplotaxis endlich gehort zu den Sele-
nariadeen und zeichnet sich vor alien Gattungen dieser Familie
dadurch aus, dass der kuchenformige Zellenstock sowohl auf der
Ober- als auch auf der Unterseite sehr symmetrisch angeordnete
Zellen und Yibracularzellen tragt.



Das c. M. Hr. Prof. Dr. Constantin Ritter v. Ettingshausen
iiberreicht eine Abhandlung, betitelt: „die Kreideflora von Nieder-
schona in Sachsen, ein Beitrag zur Kenntniss der altesten Di-
cotyledonen.*

Die Pflanzenreste fabrenden Schichten des Schieferthons im
unteren Quader von Niederschona sind schon seit langem be-
kannt. Sternberg beschrieb in seinen Beitragen zur Flora der
Vorwelt sechs Pflanzenarten aus denselben. Seithei; erweiterten
Zenker, Bronn, Geinitz u. A. die Kenntniss fiber diese fos-
sile Flora. Doch sind hauptsachlich nur Filices, Cyacadeen und
Coniferen beschrieben, hingegen die zahlreichen Reste von Di-
cotyledonen, welche den altesten Laubholzgewachsen der Erde an-
gehorten, noch nicht untersucht und bestimmt worden. DerVer-
fasser erhielt durch die Gute des Hrn. Prof. Beyrich in Berlin
die vielen im kon. Museum daselbst auf bewahrten Pfianzenfossi-
lien von Niederschona zur Untersuchung zugesendet und hat in
genannter Abhandlung die Resultate der Bearbeitung dieser fos-
silen Flora der Oeffentlichkeit ubergeben.

Die allgemeinen Resultate der Untersuchung sind:
1. Die fossile Flora von Niederschona, eine Landflora mit
rein tropischem Charakter, umfasst 42 Arten, darunter 4 Filices,
5 Gymnospermen, 2 Monocotyledonen, 16 Apetalen, 1 Gamope-



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23

tale und 11 Dialypetalen. Die Artenzahl der Gymnospermen
UDd Apetalen verhalt sich zu der Zahl der hoheren Dicotyledonen
wie 2:1. Im gleichen Verhaltnisse steht die Zahl der ausge-
storbenen Gattungen za jener der recenteD.

2. Die Flora von Niederschona hat mit anderen fossilen
Floren 13 Arten gemein. Von diesen sind 11 bezeichnend fur
die Flora der Kreide-Periode; Eine Art kommt auch in der
Wealden- und Eine in der Tertiarformation vor.

3. Durch das Vorherrschen der Proteaceen und Legumino-
sen n3.hert sich diese Flora ihrem Charakter nach einerseits der
Flora von NeuhoUand, andererseits der Flora der Slteren Tertiar-
periode. Durch die grossere Zahl der Gr^mnospermen und Filices
aber ist sie von beiden verschieden und schliesst sich den alteren
Secundarfloren an.

4. Von den Analogien der Arten in anderen Florengebieten
kommen nur wenige in der Flora der Jetztwelt, die Mehrzahl
aber in den verschiedenen Tertiarfloren vor.



Das c. M. Herr Prof. V. v. Lang legt eine Bestimmung
der optischen Constanten des krystallisirten unterschwefelsauren
Baryt vor, welche H. A. Brio im physikalischen Kabinete der
Wiener Universitat ausgefuhrt hat. Die Untersuchung umfasst
die Bestimmung der Lage der Elasticitatsaxen in der Symmetrie-
ebene der monoklinischen Krystalle, die Grosse des scheinbaren
positiven und negativen Axenwinkels, gemessen in Wasser und
Oel und die drei Hauptbrechungsquotienten. Die Werthe des
wirklichen Axenwinkels, gerechnet aus den scheinbaren Winkeln
oder aus den Brechungsquotienten, stimmen bis auf zwei Grade^
ein Resultat, das bei kunstlichen Eaystallen als hochst befriedigend
bezeichnet werden muss.



Herr Dr. Strieker halt einen Vortrag fiber das Leben der
menschlichen Blutkorperchen.

Die bekannte Erscheinung, dass die farblosen Blutzellen nach
Zusatz von destillirtem Wasser die Kugelform annehmen, und nach
Zusatz von Kochsalzlosungen zur Schrumpfung gebracht werden,
wurde von Strieker zum Ausgangspuncte seiner Beobachtungen
gewS.hlt, und er kommt, auf bestimmte Erfahrungen gestutzt, zu
dem Schlusse, dass die beiden genannten Veranderungen nicht auf
Eigenschaften zurackgefuhrt werden konnen, welche auch der leb-



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24

losen Materie eigen sein konnen. Der Kugelznstand ist nicht die
Folge einer Quellung oder lediglich einer Wasseraufnahme durch
Dijffusion, sondern die Folge einer Lebensthatigkeit, eingeleitet
durch den Reiz, den das destillirte Wasser ausiibt, indem es ent-
weder die Oberflache der Zelle bespiilt, oder selbst in die Zelle
hineinstromt oder diffundirt. Strieker bat aber noch eine andere
Lebensausserung des lebeuden Zellenleibes durch aussere Ein-
fliisse (Reize) hervorzurufen vermocht, namlich eine ziemlich inten-
sive Contraction. Der angewendete Reiz war ein mechanischer.

Strieker kommt zu dem Schlusse, dass zwei antagonietisch
wirkende Krafte, die wahrscheinlich an zwei verschiedene Ab-
schnitte des Zellkorpers gebunden, yorhanden sein miissen* Wenn
die eine Reihe von Kraften oder ein bestimmter Theil des Zell-
korpers zur liberwiegenden Thatigkeit gelangt, und dazu gibt die
Einwirkung von destillirtem Wasser die Veranlassung, werde der
netzformig angeordnete Leib des Korperchens zur Kugel umge-
staltet. Weil das farblose Blutkorperchen dabei grosser werde,
miisse es sich dabei mit der Losung, in der es lebt, voUsaugen.

Ist nun Fliissigkeit in den Maschenraumen , dann konnen
die hier vorhandenen Kornchen (die keinen integrirenden Bestand-
theil des Zellkorpers ausmachen) in Scbwingung gerathen,

Eine Anzahl von Beobachtungen an seinem eigenen Blute,
am Blute von Cholerakranken, von Tritonen und von Embryonal-
zellen unterstutzen in hohem Grade die frtiher von Br u eke ge-
machte Annahme, dass die genannte Komchenschwingung in den
Zellen von dem Leben der Zelle abhangig sei,

Eine zweite Reihe von Kraften oder ein anderer Theil des
Zellkorpers komme zur iiberwiegenden Thatigkeit, wenn die Zelle
plotzlich von einem auf ihr lastenden Drucke befreit wird.

Dann zieht sich das Korperchen zu einem sehr strammen
Gebilde zusammen. Es kann sich aber in diesem Zustande nicht
lange erhalten; es erschlaffb schon nach dem Verlaufe einer Mi-
nute. Strieker hat ein solches Experiment zuerst an dem Blute
eines an Cholera verstorbenen Madchens, u. z. vom 12. bis 17.
Tage nach demTode des letzteren, und dann an seinem eigenen
Blute gemacht. Das Blut des Madchens muss noch am 1 7. Tage
nach deren Tode gelebt haben, weil der Versuch an abgestorbe-
nen farblosen Blutkorperchen nicht mehr gelingt, und die ganze
Summe der Erscheinnngen mit aller Entschiedenheit darauf hin-
weist, dass sie auf einer Lebensausserung beruhen.



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Die rothen Blutkorperchen folgen den Veranderungen der
farblosen, insoferne sie durch kraftige Reize hervorgerufen wer-
den, in geringem Grade.

Indem Strieker zugibt, dass die rothen Blutkorperchen
keiner freiwilligen Formveranderung fahig, so kann er ihnen den-
noch einen gewissen niedrigen Lebensprocess nicht absprechen.

Bei genauer Erwagung dessen, was man vom Standpuncte
des Physiologen unter Freiwillig zu verstehen hat, ist es gut
denkbar, dass der Process, den wir Leben nennen, in einem or-
ganisirten Korper so gering sei, dass er nicht mehr hinreiche
Bewegungen der Masse einzuleiten ohne fiir uns wahmehmbare
aussere Einflusse, wohl aber unter dem Impulse kraftiger Reize.

Wird einer Commission zugewiesen.



Die in den Sitzungen vom 3. und beziehungsweise vom
10. Janner 1. J. vorgelegten Abhandlungen : „Zur Entviricklungs-
geschichte und Reproductionsfahigkeit der Orthopteren** von Herrn
Vitus Graber, und ,, Construction der Selbstschattengrenze von
Rotationsflachen in der Perspective unter Voraussetzung paralleler
Lichtstrahlen" von Herrn E. Koutny, werden zur Aufnahme in
die Sitzungsberichte bestimmt. — Die Abhandlungen uber „die
Hauschlagscurven des Muhlsteins" von Herrn Prof. L. Martin;
„Beitrage zur Eenntniss des feineren Baues des Darmcanals*
von Herrn Dr. A. Lip sky; „Ueber das Verbal ten von Zink und
Zinkoxyd gegen Kochsalz" von Herrn A. Siersch; ferner die
vier Abhandlungen des Herrn F. Unferdinger, und zwar:
a) ,,Die Summe der harmonischen und Arcustangensreihe mit aU
ternirenden Zeichengruppen" ; b) ,,uber einige mit dem Lap lac e-
schen verwandte bestimmtelntegrale**; (?)dieGrenze des Ausdruckes

;;qrr + ;;;Zf2 + • • • + si ^^^ ^ = ~*'' ^) ^Beweis der Di-
vergenz der unendlichen Reihe — |-r- +^ + , wenn

,„ = 1 + . + 1 + . . . + 1«,

wurden in der Sitzung vom 10. Janner zum Abdrucke in den
Sitzungsberichten bestimmt.



Berichtigiing. In Nr. I dieses Jahrganges, Seite 8 von unten lies
„Graber" anstatt ^Gruber".



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8«H>itverlag der kaia. Akail. der Wittentehalleii !■ Wl«a«
Buohdruokerei tod Carl Gerold'a Soha.



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Kaiserliche Akademie der Wisseiischaften in Wien.



Jahrg. 1867. Nr. IV.



SitzQDg der mathematiscli-natDrwissenscliaftlichen Classe vom 31. Jinner.



Der Secretar legt folgende eingesendete Schriften yor:
^Memoire uber die Principien des Calciils mit begrenzten
Derivationen und begrenzten Logialen von Functionen einer ein-
zigen unabhangigen Variablen", von Herrn Dr. A. K. Griin-
wald, Docenten der Mathematik am Polytechnikum zu Frag.
Wird einer Commission zugewiesen.

^Der richtig arbeitende Markscheider^, von Herrn Albert
Miller Ritter v. Hauenfels, Professor an der k. k. Berg-
akademie zu Leoben.

^Zur Ornithologie Brasiliens. Natter er's Forschungea
wahrend seiner Reisen in den Jahren 1817 — 1835", L Theil, von
Herrn Aug. v. Pelzeln, Gustos- Adjuncten am k. k. zoologischen
Cabinete.

Die Herren Verfasser vorstehender zwei handscbriftlichen
Werke ersuchen um eine Subvention zu deren Herausgabe.
Beide Ansuchen werden Commissionen zugewiesen.



Das w. M. Herr W. Ritter v. Haidinger legt ein zweites
Verzeichniss von Meteorsteinfallen vor, welches 52 Nummern um-
fasst, ebenfalls wie das am 17. Janner mit der Zahl von 126
Fallen, in Bezug auf die Vergleichung der Tagesstunden, so dass
im Ganzen nun 178 als vollstandig bekannt angesehen werden
durfen, anstatt der 72, welche im Jahre 1860 in dem Bericht
an die British Association verglichen worden waren. Die erste
Tabelle mit den 126 Fallen hatte sich auf die Meteoriten-Samm-
lung des k. k. Hof-Mineraliencabinetes bezogen, die gegenwartige
nimmt alle ubrigen Falle auf,. sei es, dass von denselben Exem-



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plare in anderen Museen aufbewahrt werden, sei es, dass die her-
abgefallenen Stiicke ganzlich verloren gegangen sind, iiber deren
Ankunft zu bestimmten Stunden indessen Angaben doch vorliegen*
Merkwiirdig ist bei diesen 52 Nuinmern das Verhaltniss der Vor-
mittagsstunden zu den Nachmittagsstunden das der Gleichheit,


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