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Annales du Jardin botanique de Buitenzorg online

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obigen Angaben hervorgeht, im Herb. Bog. nur Exemplare
vor, welche auf der Unterseite der starkeren Blattnerven spar-
lich angedrtlckt behaart sind, und die Blattform wechselt, wie
auch Kuntze selbst schon in seinen Diagnosen zum Ausdruck
bringt, je nachdem man die grOsseren Blatter der vegetatieven
Region oder die kleineren der BlQtenregion in's Auge fasst.
Wollte man sich also streng an Kuntze's Einteilung halten,
so wflrde von der WALLraa'schen Form, welche doch als die
altere der Vorzug verdient, wenig flbrig bleiben. Ich stehe
daber nicht an , die var. y. neglecta 0. K. mit 8. laurifolia 0. K.
und ft. glabre8cem 0. K., zu welcher offenbar das vorerwahnte
Exemplar von Sikkim gehOrt , mit a. normalis 0. K. zu vereini-
gen , wodurch die Diagnosen dieser beiden Hauptformen in der
oben angegebenen Weise modifiziert werden , ohne dass deshalb
die obigen Angaben tlber ihre geographische Verbreitung eine
Aenderung erleiden mtlssten.

Von den tlbrigen Exemplaren der var. laurifolia unterschei-
den sich die von mir in Borneo gesammelten durch die un-
gewOhnliche Lange (bis 15 mm.) der Starainodien. Im lebenden
Zustande waren dieselben fleischig angeschwollen und deutlich
keulenfOrmig , wovon jedoch an den scharf tlber Feuer getrockne-
ten Exemplaren nur noch wenig wahrzunehmen ist. Man kann
sie daher recht gut zur var. d. jilipetala 0. K. rechnen , welche



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nach Kuntze auf Sumatra und den Philippinen heimisch
ist. Die gedrehten, federhaarigen Teilfrttchtchen zeigen am
Grunde eine langliche, vOllig glatte, nicht gedrehte und solide
Verdickung , die man oflfenbar als den von verschiedenen Schrift-
stellern erwahnten Stiel zu deuten hat. Als Unterscheidungs-
merkmal gegentlber der gewOhnlichen var. laurifolia kann die-
ser Stiel freilich nicht verwendet werden; denn wenn King
die Achanen in der Artdiagnose der N. laurifolia als „cylin-
dric, glabrous, with stout sericeous tails" beschreibt, so hat
er offenbar den Stiel far die Achane angesehen. Es ist dies
um so befremdender, als derselbe Autor in der aus Hooker's
Flora tlbernommenen Gattungsdiagnose die Achaenen rich tig
als »long stipitate, with long bearded style" beschreibt. Eine
zweite Verwechselung liegt offenbar vor, wenn King das, was er
als Petala, andere aber als Staminodien auffassen, richtig als „long
linear", aber zugleich irrtflmlich als » whitish green" beschreibt.
Die letztere Angabe bezieht sich, wie aus der Etikette von
King's Exemplar aus P e r ak zweifellos hervorgeht, auf die Sepala.

An den von Teysmann in Westborneo gesammelten Exem-
plaren sind zwar keine Bliiten vorhanden; im tTbrigen aber,
und zumal in den gestielten Achanen und in Form, Nervie-
rung und Festigkeit der am Grunde deutlich zugespitzten
Blattchen, stimmen sie vollkommen mit den von mir gesam-
melten flberein, sodass man sie wohl ohne Bedenken ebenfalls
zur var. jtlipetala rechnen kann.

Von ihnen unterscheiden sich die Exemplare von Celebes
durch etwas dichtere Behaarung von BlUtenstand und Unter-
seite der Nerven, durch etwas breitere und kQrzere, am Grunde
nicht 5-nervige sondern 7-nervige Blattchen, deren 3 mittelste
Nerven am Grunde auf eine kurze Strecke mit einander ver-
wachsen sind, und durch fast ungestielte, ungefahr bis zur
Anheftungsstelle behaarte und gedrehte Achanen. Durch die
letztgenannte Eigentamlichkeit erhalt Kuntze's Ansicht, dass
der Stiel der Antheren nicht zur Scheidung von Clematis und
Naravelia verwendet werden kann l ) , eine neue Bestatigung.

1) Siehe 0. Kuntze a. a. 0. S. 87.



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Die beiden hier noch nicht besprochen Varietaten Kontze's,
namlich var. §. brevipetala und var. tj. piluli/era haben mir nicht
vorgelegen , dilrften sich aber bei erneuter Prttfung wohl eben-
falls als unbedeutende Abweichungen der beiden Hauptformen
erweisen.

4. C. dasyoneura (Koeth. 1848) 0. K. I.e. p. 123. — N.
dasyoneura Koeth. I.e.; Miq. I.e. (1859) p. 2, (1868 — 9) p. 65.

Auch von dieser Form, welche nach Kuntze auf Java,
Borneo und in Siam vorkommt, haben mir keine authen-
tischen Exemplare vorgelegen. Vielleicht gehOrt indessen hierher
eine von Treub auf der Tenimberinsel S e j r a gesammelte Pflanze ,
die sich weder bei N. zeylanica noch auch bei N. laurifolia un-
terbringen lasst. In der herzeifOrmigen Gestalt ihrer Blatter
halt sie ungefahr zwischen beiden die Mitte, doch entfernt sie
sich durch die Kleinheit und die zarte krautige Beschaffenheit
ihrer Blatter und die Zartheit des Nervennetzes von diesen
beiden ebenso, als sie durch dieselben Eigenschaften mit den
Beschreibungen von C. dasyoneura harmoniert. Auch die ab-
stehende , zumal auf den starkeren Nerven sich findende Behaa-
rung der Blattunterseite stimmt gut zu den Beschreibungen
der KoRTHALs'schen Pflanze, und nur der herzfOrmige Blatt-
grund sowie die 5- ja fast 7-zahligen Nerven stehen zu densel-
ben einigermassen in Widerspruch. Zumal durch die Kleinheit
und dtlnne Beschaffenheit der Blattchen steht diesem unvoll-
standigen Exemplar sehr nahe das oben unter C. zeylanica er-
wahnte des bot. Gartens zu Calcutta; doch unterscheidet es
sich durch kaum merklich dickere, am Grunde zugespitzte und
unterseits etwas dichter behaarte Blattchen. Ausserdem sind
bei ihm die Bltttenstande fast ebenso reichblQtig wie bei C.
zeylanica, wahrend sie bei C. dasyoneura angeblich armblfltig,
ja zuweilen selbst einblutig sind.

5. C. Leschenaultiana D. C. I.e. (1818) p. 151, (1824) p.
6; Korth. 1. c. p. 207; de Vr. I.e. p. 73; Miq. 1. c. (1859) p.
3 (excl. syn. Span, et pi. Zoll. et timorensem), (1868—9) p.
66. — C. acuminata d. Leschenaultiana 0. K. I.e. p. 167.

var. 1. grisca 0. K. — C. Noronhiana DC. I.e. (1818) p.



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151, (1824) p. 6. — Foliola subtus pilis subappressis griseis
plerumque rarioribus hirsuta.

Westjava, Pam6ngp6k am Salak (Arsin 4. X. 1879
n° 19505. — Sund. Name: Lets HajSm, d. i. Htlhnerzunge) ,
Tjidamar (am Salak? — Dr. Ploem), etwas oberhalb K. B.
(Kandang Badak am Gedeh? also fiber 2350 m., ohne Angabe
des Sammlers).

var. 2. fulva 0. K. (Taf. XX.). — C. Leschenaultiana
Bl. 1. c p. 2. — C. fulva Zoll. et Mor., Verz. (1845—6) p. 35;
dk Vb. I.e. p. 74; Miq. I.e. (1859) p. 3. — C. acuminata sub-
var. 3. chrysocarpa 0. K. 1. c. — Foliola subtus pilis densis
fulvis patulis substrigoso-hirsuta.

Java (Junghuhn, Kurz), Tjibodas (Scheffer), ziemlich
haufig im Urwald daselbst ca. 1400 m. (Hallier 18. I. 1895
n° 743 a), am exponierteti Rande des Dschungels mit Solatium
auriculatum , Sambucus javanica , Elettaria u. s. w. am Eingang in
den Garten daselbst tlber 1400 m. eine Pflanze gefunden (Hal-
lier f. 20. I. 1895 n° 743 b), TjibOrrOm am Gedeh (Arsin 22.
VIII. 1879 n° 19557. — Sund.: Leta Hajam), Telaga Bodas bei
Garut (TeysmJ Burck 21. VI. 1891 n° 152), Papandajan eben-
dort (Hasskarl? VIII. 1853), Tjikoraj (Burck 28. VI. 1891 n°
339), Salak? (Ploem); Bangka (Teysmann).

Aufzeichn. nach der lebenden Pfl. 743 d: Ausdauernder
Blattstielkletterer; ausgewachsene Blatter krautig, weich, ober-
seits schwach glanzend, dunkelgrOn, unterseits heller, glanzlos,
mit gelbgrflnem Nervennetz; Biumenblatter 4, braungelb,
Antheren von der namlichen Parbe, Griflfel bleichgriin; junge
Frucht grtln , mit seidig glanzenden SchOpfen. Bei 743 a , einem
jungen , minder behaarten Exemplar des Waldesschattens , waren
Stengel und Blattstiele rot.

Die verschiedene Farbe der FruchtschOpfe , welche Kuntze
zur Aufstellung seiner var. chrysocarpa veranlasst hat, hangt
wohl nur vom Alter der Frftchte ab. In der Jugend sind die-
selben an den vorliegenden Exemplaren stets weisslich behaart
und erst gegen die Reifezeit nehmen sie eine gelbbraune Far-
bung an. Auch die Behandlung beim Troeknen mag vielleicht



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auf die Farbe der Behaarung von Einfluss sein. Indessen scheint
es fast , als ob die sparlicher und mehr grau behaarte var. gri-
sea vorzugsweise westlich von dem von Buitenzorg aus zwischen
Salak und Gedeh nach dem Silden fahrenden Thaleinschnitt ,
die var, fulva hingegen haufiger fistlich desselben zu finden
ware. Eine scharfe geographische Grenze ist hier aber nicht
vorhanden und auch morphologisch lassen sich die beiden For-
men nicht scharf von einander scheiden, ebenso wenig wie die
sehr veranderliche Bezahnung der Blatter zur scharfen Schei-
dung von Varietaten verwendet werden kann.

Nach Korthals kommt die Art auch auf Sumatra und
nach Miquel, was rair zweifelhaft erscheint, auch auf Amboi-
na vor. Die KuNTZE'sche Angabe „Timor" hingegen ist auf
einen Trrtum Spanoghe's zurtlckzufahren , welcher C. biternata
unter dem Namen C. Leschenaultiana beschrieb. Auch im Nila-
girigebirge dftrfte die Art kaum vorkommen, denn nach alien
Autoren vor Kuntze stammen die Leschenault'schen Exem-
plare von Java her. Es liegt hier zweifellos ein ahnlicher Fall
der bei den alteren Sammlern nicht seltenen Ungenauigkeit
der Etikettierung vor, wie bei Elatostema lati folium Bl., dessen
von Lobb gesammelte Exemplare unter gleicher Nummer bald als
von Java, bald als von Singapur herrflhrend bezeichnet
wurden, oder wie bei Boea Commersoni R. Br., welche lange
Zeit als Anwohnerin der Maghellanstrasse und spater als
Bewohnerin der Seychellen gait, bis Trimen in den Inseln
des Bismarckarchipels ihre wahre Heimat erkannte.

Wahrend ich mich im tJbrigen der von Kuntze gegebenen
Umgrenzung der einzelnen Arten, nicht etwa in Enthaltung
eines Urteils, sondern aus positiever Uberzeugung, im Wesent-
lichen anschliessen konnte, bin ich bei dieser Art von Kuntze's
Auffassung abgewichen, Wenn schon ihr Vorkommen in Britisch
Indien sehr unwahrscheinlich und dementsprechend ihr Verbrei-
tungsgebiet von demjenigen der C. acuminata wahrscheinlich
durch eine weite, von Sumatra bis Assam reichende Ltlcke
getrennt ist, so ist sie besonders auch morphologisch von die-
ser scharf geschieden durch ihren urn Vieles kraftigeren Wuchs,



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ihre starke Behaarung und ihre die doppelte Lange erreichen-
den Bldten und Frflchte. Durch eben dieselben Eigenschaften
aber kommt sie der C. Buchananiana urn ebenso vieles naher,
als sie sich dadurch von der C. acuminata entfernt, und ich
sehe mich daher genOtigt, ihr die frfthere Selbstandigkeit
zurflckzugeben.

6. C. aristata K Br. (1810) a. glycinoides (DC. 1818)
0. K. I.e. p. 155. — C. glycinoides DC. I.e. (1818) p. 5; Benth.,
Fl. Austr. 1 (1863) p. 7.

Insel Babbee (Treub 1893); Timor, Nonbouwn (Tetsm. —
In!. Name: Wunwehwah), Olkabiti (Tetsm. — Inl. Name: Non
Wanoh). Nach Kuntze auch auf Celebes.

Verbr.: Australien, z. B. Rockingham Bay (F. v. MtL-
lbr 13339 H. B. und 15106 H. B.), Howe's Island (F. v. MttL-
LiE 15201 H. B.).

ft. Pickeringii 0. K. 1. c. p. 156; Schum. und Hollb., Fl.
Kais. Wilh. Land (1889) p. 47.

Neuguinea, Finschhafen. — Nicht gesehen.

7. C. Vitalba L. (1753) ampl.; 0. K. I.e. p. 99.

ft. Cuminjjii 0. K. 1. c. p. 100. — Philippinen. —
1st mir nur durch Kuntze's Monographie bekannt.

y. brcvicaudata O. K. 1. c. ex p. demum. — C. brevicau-
data DC. I.e. (1818) p. 138, (1824) p. 3 teste 0. K. — O. dt-
ternata D C. 1. c. (1818) p. 149, (1824) p. 6; Decsne, Herb.
Tim. (1835) p. 93; Miq. I.e. (1859) p. 4, (1868—9) p. 67. —
(7. Le8chenaultiana Span. 1. c. p. 162; Miq. I.e. (1859) p. 3 quoad
syn. Span, et pi. timor. tantum non alior.. — C. Vitalba d. ja-
vana 0. K. quoad pi. timorensem? — Rami glabri vel extimi
tantum puberuli; foliola supra glabra vel pilis raris patu-
lis obsita, subtus glabra vel ad nervos praecipue appresse
puberula.

Timor, Kupang und Nonbouwn (Tetsmann).

y.* Junghuhniana nob. — C. Junghuhniana de Vr. 1. e.
p. 75. — C. Leschenaultiana Miq. 1. c. (1859) p. 3 quoad pi.
Zoll. tantum non D C. nee Span. — C. Gouriana ft. ternati folia
Miq. 1. c. (1859) p. 4. — •C. grata Miq. 1. c. (1868—9) p. 66



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non alior. — C. Vitalba y. brevicaudata 0. K. quoad spec, jav.?
8. javana 0. K. ex p. — Var. brevicaudatae simillima, sed prae-
ter distr. geogr. ramis densiuscule et conspicue pubescent i-
bus foliisque supra sparse et appresse puberulis, subtus
ubique etsi ad nervos densius appresse pubescentibus di versa.
Ost- und Mitteljava, z. B. Djokjakarta (Junghuhn. Inl.
Name: Merangan), Java ohne nahere Standortsangabe (Jung-
huhn, aus dem Herb. L. B. unter dem Namen G. Junghuhniana
de Vr., offenbar das von de Vriese angefahrte Exemplar von
Djokjakarta), 5 scandens in Javae orientalis collibus satis fre-
quens (Zollinger IX 1844 n° 2243 unter dem Namen 0. Le-
schenaultiana DC).

8. javana 0. K. 1. c. ex p.; Schum. u. Hollr., PL Kais.
Wilh. Land (1889) p. 47. — C. javana DC. 1. c. (1818) p. 152,
(1824) p. 7; de Vriese 1. c; Miq. 1. c. (1859) p. 4. — C. Gou-
riana var. malaiana Miq. 1. c. (1868-9) p. 66. — C. Gouriana
Hook. p. 1. c. p. 4 quoad syn. DC. et pi. jav. tantum; King
1. c. p. 360 quoad syn. DC. tantum. — Tota planta praeter
foliolorum faciem superam pube brevi, sed densa patula
cinerascens; foliola supra pilis minutis oblique patulis proversis
densiusculis molliter pubescentia.

Besonders haufig in West Java, doch auch in Mitt el- und
Ost Java nicht fehlend, z. B. ohne nahere Standortsangabe
(Junghuhn unter dem Namen C. Junghuhniana de Ve. — Viel-
leicht liegt hier eine Etikettenverwechselung vor, wonach dies
das von de Vriese unter C. javana erwahnte Exemplar von Pe-
kalongan sein wilrde), Bandong (Hasskarl), Garut (Burck n° 29),
Berg Telaga Bodas bei Garut (Teijsm. 1413 H. B., Burck 21 VI
1891 n° 158), Berg Wilis in Madiun (ohne Angabe des Samm-
lers), 5 scandens in fruticetis prope Pradjikan pro v. Panaru-
kan (Zoll. 1. VI 1845 n° 2928 Z. M. — „Sepala albida"); Neu-
guinea, Finschhafen (Hollrung 1887 n° 471).

£.* mollissima var. nov. — Var. javanae proxima, sed
praeter distr. geogr. tomento longiore et densiore bene
distincta. Rami dense, extimi densissime tomentosi; folia
ternata vel suprema interdum simplicia; foliola subtus



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longinscule et dense griseo-vel flavidotomentosa , supra
iuniora dense et patule hirsuta, seniora secus nervos tan-
tum flavido-hirsuta.

Siidwest-Celebes, Lokka bei Bonthain (Tei jsm. 1 3960).
Bei beiden TfiusMANN'schen Exemplaren der var. y. brevicau-
data sind Blatt- und Bliitenstiele sparlich angedrflckt behaart.
Wahrend aber an dem Exemplar von Kupang die Blattoberseite
meist mit sparlichen, schrag abstehenden Haaren besetzt und
die Unterseite vOllig glatt ist , erstreckt sich umgekehrt an dem
Exemplar von Nonbouwn die Behaarung der Blattstiele auch
auf die Unterseite der Nerven, wahrend die Oberseite der
Spreite jeder Behaarung entbehrt. Noch viel starker behaart
sind offenbar diejenigen Exemplare, welche Spanoghe und Mi-
quel vorgelegen haben. Es sind wohl dieselben, welche Kuntze
bestimmten, den Verbreitungsbezirk der var. javana auch auf
Timor auszudehnen. Ausserhalb Timor's gesammelte Exem-
plare von 0. biternata DC. sind mir nicht bekannt geworden,
und wenn schon De Candolle ihr Verbreitungsgebiet bis nach
Japan und Cochinchina ausdehnt, so erklart sich dies
daraus, dass er mit ihr C. virginica Thumb, und 6*. Virginiana
Lour, vereinigt, welche von Kuntze zu C. recta und C. aristata l )
verbracht wurden. Auch De Candolle haben also im Pariser
Herbar wohl nur Exemplare von Timor vorgelegen und dies
sind augenscheinlich dieselben, deren Blatter Decaisne im Ge-
gensatz zu De Candolle, der sie schlechtweg als ^glabra" be-
zeichnet, als ^glabra, praeter ad basin pube rara inspersa"
beschreibt. Hiermit fallt aber Kuntze's die geographische Ver-
breitung und die Art und Starke der Behaarung vOllig unbe-
rtlcksichtigt lassende, ausschliesslich auf Vorhandensein oder
Fehlen von Behaarung sich grflndende Unterscheidung der var.
brevicaudata und var. javana in nichts zusammen. Im Besonderen
scheint mir die Vereinigung der chinesischen C. brevicaudata
DC. mit der timoresischen C. biternata DC. noch der Besta-
tigung zu bedflrfen. Denn wenn schon die weite Entfernung



1) Ktotzb a. a. 0. 8. 201.
Ann. Jard. Bot. Vol. XIV, 2. 18



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der beiderseitigen Verbreitungsgebiete die Identitat der beiden
Formen in hohem Grade zweifelhaft erscheinen lasst, so lassen
sich ferner auch die in De Candolle's Systema gegebenen Diag-
nosen nicht vOllig mit einander in Einklang bringen. Wahrend
namlich C. brevicaudata ihren Namen den geraden, nur 3 — 4
Linien langen FruchtschOpfen zu danken hat, sind die letzteren
bei den TEUSMANN'schen Exemplaren der C. bilernala 3 — 5 cm.
lang und schlangenfflrmig bin und her gewunden, was mit De
Candolle's Angabe „pericarpia in caudam longam producta"
gut tlbereinstimmt. Es ist allerdings die MOglichkeit nicht aus-
geschlossen, dass De Candolle die Frtlchte der C. brevicaudata
nur in jugendlichem Entwickelungszustand vorgelegen haben
und ich behalte daher in Ermangelung zuverlassigen Beweis-
materials far unsere Pflanze von Timor noch den KuNTZB'schen
Namen var. y. brevicaudata bei.

Nach dem Material des Herb. Bog. liesse sich allen&lls noch
die durch Kuntze mit G. javana vereinigte ostjavanische C.
Junghuhniana , deren sparlicher behaarte Formen es oflfenbar ge-
wesen sind, welche Kuntze veranlassteft , das Verbreitungsge-
biet der C. biternata (bezflgl. brevicaudata) auch auf Java aus-
zudehnen, noch zur letzteren rechnen, wodurch die weiteLilcke
zwischen dem Verbreitungsgebiet der C. biternata und dem der
C. brevicaudata notdtlrftig aberbrflckt wflrde. Indessen unter-
scheidet sich die ostjavanische Form durch deutlich grau be-
haarte Zweige und unterseits stets auf der ganzen Flache
behaarte Blatter und unter Mitbertlcksichtigung der pflanzen-
geographischen Thatsachen halte ich sie daher in Anlehnung
an Miquel gesondert.

Von beiden Foripen, der timoresischen 0. biternata sowohl
wie von der ostjavanischen C. Junghuhniana, unterscheidet sich
die hauptsachlich Westjava bewohnende C. javana durch die
starke, schrag abstehende filzige Behaarung der Blattunterseite
und die dichtere Behaarung der Zweige und Blfttenstande ,
welche die ganze Pflanze in einem gelbgrauen Gewande er-
scheinen lasst. Auch fttr diese Form scheint Kuntze wieder,
wenngleich sich freilich das Exemplar von Neuguinea von den



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javanischen nicht im geringsten unterscheidet und daher ein
ratselhaftes Beispiel von sporadischer Verbreitung liefert, die
geographischen Grenzen zu weit genommen zu haben. Denn
nachdem wir soeben bereits die ostjavanische C. Junghuhniana
und die timoresischen Exemplare von ihr abgesondert haben,
lassen sich vielleicht auch die von Kuntze erwahnten Exem-
plare von den Philippinen und von Nepal als zu anderen Va-
rietaten gehOrig erweisen.

Vielleicht lasst sich tlberhaupt eine scharfere geographische
Abgrenzung der einzelnen Abarten erzielen, wenn man mehr
Gewicht auf die Form und Gliederung der Blatter wie auf die
doch oft nur durch lokale Einfliisse bedingte Behaarung legt.
Die vier mir vorliegenden Formen des Archipels wiirden sich
unter diesem Gesichtspunkte als eng zusammengehOrig erwei-
sen und von den in Britisch Indien heimischen, in's Besondere
von C. Gouriana Roxb. und C grata Wall., auch geographisch
scharf scheiden. Gegeniiber der ersteren namlich sind die ma-
laiischen Formen leicht kenntlich durch ihren kraftigeren Wuchs,
dickere Zweige, grOssere Knospen und viel breitere, grobge-
sagte oder gelappte, meist mehr oder weniger behaarte Blatt-
chen, wahrend sie von der letzteren neben der meist reicheren
Gliederung ihrer Blatter auch durch die viel weniger tiefen
Einschnitte und die stumpfere Bezahnung der einzelnen Blatt-
chen abweichen.

Von Peantl l ) wird C. biternata DC. irrtflmlich in die Ver-
wandtschaft der durch diOcische Blaten und hohle Stengel aus-
gezeichneten madagassischen Arten C. saxicola Bojer und C.
Hoffmanni Vatke verbracht. Bei alien im Herb. Bog. vorlie-
genden Exemplaren aus dem Verwandtschaftskreis der C. Vi-
talba ist der Stengel soliede, und die Blaten der von Timor
stammenden Exemplare des Gartens sind, wie auch in alien
fmheren Beschreibungen der C. biternata richtig angegeben wird ,
hermaphrodit. Auch durch eine Verwechselung mit der zweiten
auf Timor vorkommenden Art, namlich C. aristata, Hesse



1) Peantl in Engler, Jahrb. 9 (1888) S. 260.



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sich Peantl's Irrtum nicht erklaren, denn diese besitzt eben-
falls soliede Stengel und zweigeschlechtige Bltlten. Hingegen
beruht es wohl ohne Zweifel auf Verwechselung mit C. biter-
nata , wenn Peantl l ) als Fundort der japanischen C. apii folia
auch Timor erwahnt.



1) Pkantl a. a. 0. 8. 259.

Buitenzorg, den 12 VI 1896.



ERKIARUNG DER TAFELN.



Taf. XVni.

Fig. 1. Clematis smilaci 'folia Wall, sub-
var. coriacea 0. K., nach einem Her-
barexemplar in } nattlrl. Grfose. Am
Stengel sieht man 5 Anschwellungen.

Taf. XIX.

Fig. 1. Clematis smUacifolia Wall. *.

glandulosa 0. K., Blatt von unten

gesehen, in nat. Gr. nach Herbar-

material.
Fig. 2. Clematis smUacifolia Wall. f.

pieta Hallisr f., Zweigsttlek in nat.



Gr. nach der lebenden Pflanze; die
Blatter von oben gesehen.

Taf. XX.

Clematis LeschenaiUtiana DC. var. fitlva

0. K., nach Herbarmaterial.

Fig. 1. Zweig in * nat. Gr. mit Blfiten-
nnd jangen FrQchten, das Blatt von
der Unterseite, nach dem Exemplar
▼on Tjibodas n° 743 b.

Fig. 2. Reife Frncht in nat. Gr.

Fig. 8. Einzelne Ach&ne in nat. Gr.

Fig. 4. Staubblatt in • nat. Gr.



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UNTERSUCHUNGEN

UBEft DIE MECHAMSCHE WIRKUNG DES

REGENS AUF DIE PFLANZE

NBBST BEOBACHTUNGEN UNO BEMERKUNGEN ttBER
SBCUNDARB REGENWIRKUNGifiN

VON

J. WIESNER.



ElNLBITUNG.



Die extremen im heiss-feuchten Tropengebiete herrscheriden
Regenverhftltnisse und die anscheinend grosse Kraft, mit wel-
cher in jenen Gegenden die Wassermassen niederfallen , haben
bereits mehrere Botaniker veranlasst , das Verbalten der tropi-
schen Gewftchse gegenflber diesen , wie es scheint, sehr gewalt-
thfttigen Angriffen zu studieren.

Unabhftngig von einander fanden Jungnbr j ) und Stahl 2 ), dass
die Gestalt des tropischen Laubblattes dasselbe befilhigt, die auf-
fallenden Eegenmassen rasch abzuleiten. Besonders die eingehen-
den Untersuchungen Stahl's haben die Bedeutung des schmal
auslaufenden oberen Blattendes, der J,Trftufelspitze ,, fflr rasche
Ableitung des Regenwassers klargelegt und gezeigt, dass noch
andere Einrichtungen des tropischen Laubblattes, namentlich
die vollkommene Benetzbarkeit der oberen Blattfl&che, im
Dienste der schnellen Wasserabfuhr stehen.

Jungner erblickt in diesen Einrichtungen zum raschen Abfluss



1) Anpa88ungen der Pflansen an das Elima in den Gegenden der regnerischen
Kamernngebirge. Botanisches Centralblatt Bd 47 (1891) Nr. 12.

2) Regenfall and Blattgestalt. Ann. dn Jard. bot. de Buitenzorg. T. XI (1893).
p. 98-181.



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des auffallenden Regenwassers Mittel, urn die Blattoberflftche rein
zu spflhlen von kleinen Thieren , deren Eiern und Excrementen ,
ferner von Sporen, welche bei gleichzeitiger Gegenwart thieri-
scher Absonderungsproducte in ihrer Entwicklung so gefflrdert
werden wtlrden, dass durch eine zu starke Entfaltung einer
epiphyllischen Vegetation das Laubblatt Schaden leiden mtlsste *).

Stahl, dem bei Niederschrift seiner Abhandlung Jungner's
Arbeit bereits vorlag, wiederspricht der eben kurz skizzirten
Ansicht nicht; er betrachtet diesen Absptlhlungsprocess aber
mehr als etwas secundftres, und sieht in den genannten Ein-
richtungen des tropischen Laubblattes in erster Linie Mittel , urn
eine rasche Entlastung des dem heftigen Tropenregen ausge-
setzten Laubes von dem wenigstens augenblicklich reichlich
angesammelten Wasser herbeizufQhren.

Beide Arbeiten , namentlich die ausfahrlichen Untersuchungen
Stahl's haben eine Ftille interessanter, zu weiteren Forschungen
anregenden Thatsachen zu Tage gefOrdert.

Wahrend meines Aufenthaltes in Java (November 1893—
Februar 1894) habe ich mich unter anderem s ) auch mit der

1) I. c. p. 355.

2) Da die im Buitenzorger Botanischen Institute ausgefuhrten Untersuchungen ge-
wfthnlich in diesen Annalen rerOffentlicht werden, man also Buitenzorger Studien
gewGhnlich hier sncht, ich mich aber verpflichtet ffihlte, den Haupttheil meiner
dort ausgefuhrten Arbeiten in den Schriften der Kaiserl. Akadem. der Wise, zu
Wien zu publiciren, so dfirfte es vielleicht nicht unpassend sein, an dieser Stelle
die auf meine Buitenzorger Studien gesttLtzten, bieher bereits im Drucke erschienenen
Arbeiten nam haft zu machen.



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