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letzten Tabellen zu entnehmen. Aus den beobachteten Ab-
lenkungen allein ist kein sicherer Schluss auf die Leitangs-
fähigkeit, hier z. B. auf das Verhäitniss der Leitungsf&hig-
keiten von Zink und Kupfer zu ziehen.

Wir gingen daher bald dazu über, die durch Einschal-
tungen zwischen A —Ä heryorgebrachten Ablenkungen durch
Einführung leitender Massen zwischen B — B" zu. compen-
siren, mit anderen Worten, eine Nullmethode anzuwenden.
Eine solche hat ausserdem noch den Vorzug, alle Resultate
von den Veränderungen in der Kette oder in der Thätigkeit
des Unterbrechers frei zu machen. Die Zurückführung der
Ablenkungen auf Null oder auf einen kleinen Werth ist bei
dem Electrodynamometer sehr leicht, da die Wirkungen der
Inductionsströme sich übereinander lagern, d. h. einfach ad-
diren oder subtrahiren.

So kann man z. B. die Wirkung einer oder mehrerer
Metallplatten zwischen A^-A' durch die Kupferspirale mit
passendem Widerstand zwischen B — B compensiren, oder
auch eine Kupferplatte durch eine Zinkplatte und die daneben
gestellte Spirale u. s. w.

Es entsteht aber dann die Frage, welche Bedeutung die
zur Compensation eingeschalteten Leiter in Bezug auf den
untersuchten Leiter haben, wie man aus ersteren einen
Schluss auf die Leitungsrähigkeit des letzteren ziehen kann.

4. Die folgenden Erwägungen führten uns auf eine ein-
fache und zweckentsprechende Form der Compensation.

Eine zwischen A^Ä eingeschaltete kreisförmige Metall-
platte, deren Mittelpunkt in der gemeinsamen Axe der beiden
Rollen liegt, bewirkt unter den zuvor beschriebenen Um-
ständen eine Ablenkung, deren Grösse vom Radius, von
der Dicke und von der Leitungsfähigkeit der Platte
abhängt Bei geringer Dicke ist die Wirkung jedenfalls dem
Product aus Dicke und Leitungsfahigkeit proportional.

Will man dieselbe durch eine zwischen B—B! eingeschal-
tete Platte von gleichem Radius compensiren, so muss für



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Indtictioniwage, 861

letztere jenes Product denselben Werth haben; doch brauchen
die beiden Factoren nicht einzeln dieselben zu sein.

Ist die Dicke der eingeschalteten Platte grösser, oder
führt man mehrere Platten hintereinander in den Differential-
inductor ein, so ist zwar die Wirkung auf das Electrodynamo-
meter nicht mehr jenem Product proportional; doch ist es
noch eine Function desselben, deren Verlauf einigermassen
aus den Zahlenreihen der Tabellen 2 und 8 zu erkennen ist.
Die Compensation wird daher auch dann noch erfolgen, wenn
auf der anderen Seite eine Platte eingeführt wird, bei welcher
das Product : Dicke {&) mal Leitungsfähigkeit [l) dem ersten
gleichkommt Es ist nicht einmal nöthig, die Compensation
durch eine Platte zu bewirken; man kann so viel Platten
hintereinander stellen, bis die Compensation erfolgt ist. Die
Summe aller Einzelproducte: S.X für jede Platte ist dann
ein Maass für dieselbe Grösse bei der untersuchten Platte.

Obgleich man von vornherein übersehen kann, dass diese
Betrachtung bis zu hohun Werthen jenes Productes zutreffen
wird, so haben wir doch nicht versäumt, dieselbe experimen-
tell zu prüfen.

Hierzu bieten sich zwei verschiedene Wege:

a) Man compensirt mehrere Metallplatten zunächst ein-
zeln, dann zu zweien oder zu mehreren dicht hintereinander
gestellt. Dann muss der Compensationswerth sämmtlicher
Platten der Summe der Einzelwerthe gleich sein.

b) Man vergleicht mehrere Platten aus demselben Ma-
terial, aber von verschiedener Dicke. Die Compensations-
werthe müssen den Dicken proportional sein.

Wir haben nach beiden Methoden zahlreiche Versuche,
welche wir zusammen mit unseren übrigen Versuchen mit-
theilen werden, angestellt und unsere Annahme durchaus
bestätigt gefunden.

Hiernach ergab sich für uns ein Compensationsverfahren,
welches mit der Wägung eines Körpers so grosse Aehnlich-
keit hat, dass die Bezeichnung Inductionswage für unsere
Methode wohl noch besser passt, wie für die ursprünglichen
Versuche von Hughes.

Wir stellten ' zunächst eine Anzahl Metallplatten her,

Ann. d. PhT». n. Chem. N. F. XXXI. 51



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802 A. Oberbeck u, J. Bergmann,

welche die Bolle eines Gewichtsaatses spielen sollten. Die-
selben waren sämmtlich kreisförmig und hatten alle gleiche
Durchmesser von 7 cm; — dieselben Durchmesser, wie die
untersuchten Platten. Als kleinste Gewichte w&hlten wir
Stanniolblätter. Von denselben wurden je 10, 20, 80, 40 und
50 zusammengelegt und in Hüllen von dünnem Schreibpapier
gebracht. Als grössere Gewichte dienten mehrere Platten
von käuflichem Zinkblech. Doch konnten wir überhaupt jede
von uns näher untersuchte Metallplatte auch als Gegenge-
wicht benutzen.

Wir durften selbstverständlich nicht annehmen, dass die
benutzten Stanniolblätter sämmtlich gleich dick und von glei-
cher Beschaffenheit waren, d. h. dass die einzelnen Stanniol-
platten genau den Werth hatten, welcher der Blätterzahl
entsprach. Dieselben wurden daher zunächst miteinander
verglichen. Hierbei verfuhren wir, ähnlich wie bei der Prü-
fung eines Gewichtssatzes, in der folgenden Weise.

Zunächst wurde die Platte (10) zwischen A — A' und
dann zwischen B — B' eingeschaltet und die Ausschläge am
Electrodynamometer notirt.

Hierauf wurde die Platte (20) auf der einen Seite, (10)
auf der anderen Seite eingeführt und wiederum die Aus-
schläge beobachtet. Dann wurden (10) und (20) hinterein-
ander eingeschaltet. Durch eine einfache Interpolationsrech-
nung erhält man den Werth der zweiten Platte im Vergleich
zur ersten. Der ersten Platte haben wir willkürlich den
Werth 10 gegeben und auf denselben alle übrigen besehen.
Wir bezeichnen die Anzahl Stanniolblätter, welche genau die
Inductionswirkung einer eingeschalteten Platte compensirt,
als den Inductionswerth derselben, wobei der Durch-
schnittswerth eines der 10 Blätter der ersten Platte als Ein-
heit dient.

In diesem Sinne hatten die einzelnen Stanniolblätter-
combinationen die folgenden Inductionswerthe:

(10) (20) (80) (40) (50)

10 19,7 29,0 40,8 50,4.

Vier hauptsächlich als grössere Gegengewichte benutzte
Zinkplatten hatten die Werthe:



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Inductionswage, 803

Z^ Zj Zj Z4

124,4 126,6 122,8 123,5.

Die Untersuchung einer Metallplatte wird hiernach in
der folgenden Weise ausgeführt.

Dieselbe wird zwischen die Bollen A^ A gebracht;
zwischen B — B' werden so viel Gewichtsplatten eingeführt,
dass die entstandene Ablenkung des Electrodynamometers
nahezu auf Null zurückgeht. Dann wird noch ein weiteres
Gewicht hinzugesetzt, sodass ein Ausschlag nach der anderen
Seite erfolgt. Hierauf werden Platte und Gewichte vertauscht
und dieselben Beobachtungen wiederholt. Dies war noth-
wendig, weil im Laufe einer Versuchsreihe manchmal kleine
Störungen der zuerst sorgfältigst hergestellten Compensation
erfolgten. Die hiervon herrührenden Fehler werden durch
die abwechselnde Beobachtung auf der einen und anderen
Seite (wie bei der doppelten Wägung) eliminirt. Den Induc-
tionswerth der Platte erhält man dann aus der Summe der
Gegengewichte und dem durch Interpolation aus den Aus-
schlägen nach der einen und anderen Seite gefundenen Zwi-
schenwerth.

Wird der erhaltene Inductionswerth durch die Dicke
dividirt, so gibt diese Zahl ein relatives Maass für die Lei-
tungsf&higkeit der Platte.

Die erhaltenen Zahlen sind noch auf ein allgemein ver-
gleichbares Maass zurückzuführen. Hierzu wählten wir die
Leitungsfähigkeit des Quecksilbers. Es kam also darauf an,
Quecksilber in Form dünner, kreisförmiger Cylinder der
Inductionswirkung in gleicher Weise, wie Metallplatten aus-
zusetzen. Nachdem wir dasselbe anfänglich in Hohlcylinder
von Holz, welche auf beiden Seiten durch Glasplatten ver-
schlossen waren, eingefüllt hatten, gingen wir später dazu
über, die Gefässe ausschliesslich aus Glas herzustellen.

Zu dem Zwecke Hessen wir aus Spiegelglasplatten von
passender Dicke kreisförmige Stücke von 70 mm Durchmesser
ausschneiden. Auf diese Platten wurden zu beiden Seiten
dünnere Spiegelglasplatten mit Canadabalsam festgekittet.
Ein schmaler Einschnitt der mittleren Platte bis zum Bande
diente als Oeffnung zum Eingiessen von Quecksilber.

51*



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804 A. Oberbeck «. J, Bergmann.

Die auf diese Weise hergestellten, kreisförmigen Queck-
silberplatten warden in gleicher Weise, wie die übrigen Me-
tallplatten in die Inductionswage eingefäfart.

Bei der Herstellung der Metallplatten, über weldie weiter
unten noch berichtet werden wird, war es nicht immer ge-
glückt, denselben ganz genau Durchmesser yon 70 mm zu
geben, wenn auch die Abweichungen höchstens einige Zehntel
eines Millimeters betrugen. Es kam uns deshalb darauf an,
die gefundenen Inductionewerthe der Platten so zu corrigipen,
dass sie einem Durchmesser von 70 mm entsprachen.

Zu dem Zwecke wurden einige Versuche mit Platten
desselben Materials angestellt, deren Durchmesser theils
grösser, theils kleiner als 70 mm waren. Dieselben wurden
in der früher beschriebenen Weise in den Differentialin ductor
gebracht und ihre Inductionswerthe festgestellt. Es wurde
eine Reihe mit Blei-, eine zweite mit Zinkplatten angestellt.
Die Resultate dieser Versuche sind in Tab. 4 enthalten, 'in
welcher D die Plattendurchmesser, J die Inductionswerthe
für 1 mm Plattendicke — also die beobachteten Zahlen, divi-
dirt durch die Dicken in Millimetern — bedeuten.

Tabelle 4.



JjD^ D J \ JID^



I. Bleiplatten. ; II. Zinkplatlen.

65,4 38,7 I 0,00909 ' 64,7 i 127,1 ! 0,03036

71,0 47,9 0,00949 l' 69,9 156,0 | 0,03193

76,7 1 58,6 0,00996 76,8 , 202,0 ' 0,08424

Die Zahlen der letzten Columne zeigen, dass die Induc-
tionswerthe etwas schneller Wachsen, als die Quadrate der
Durchmesser. Wir haben den Zusammenhang zwischen bei-
den Grössen durch die Formel:

J=^A.D^l + BD^}
ausgedrückt und bei beiden Metallen nahezu dieselben Werthe
für B gefunden. Hiernach konnten wir eine Tabelle berech-
nen, mit deren Hülfe leicht die erwähnten Correctionen ange-
bracht werden konnten. Es mag erwähnt werden, dass eine
Abweichung des Durchmessers von 0,8 mm eine Correction
von 1 Proc. bedingte.



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Inductionswage, 805

Es erübrigt noch, einen Punkt etwas näher zu bespre-
chen. Bekanntlich nimmt die Leitungsfähigkeit der MetaUe
mit steigender Temperatur ab; doch ist diese Abnahme für
alle Metalle — mit Ausnahme des Quecksilbers — fast genau
dieselbe«

Da unsere Bestimmungen der Leitungsfähigkeit in der
Weise ausgeführt wurden, dass die Inductionswirkung dw zu
untersuchenden Metalle durch die entsprechende Wirkung
anderer Metalle (Zinn und Zink) compensirt wurde, so musste
eine Aenderung .der Temperatur hierauf ohne Einfluss sein.
Auch konnten wir eine Aenderung der Inductionswerthe
nicht constatiren, wenn wir die Versuche bei Anderer Tem-
peratur wiederholten. Die erhaltenen Inductionswerthe kom-
men daher den betrefifenden Metallen auch für die Tempe-
ratur von 0^ zu.

Anders verhält es sich mit den Inductionswerthen der
Quecksilberplatten. Alle Untersuchungen über die Abhängig-
keit des Leitungsvermögens des Quecksilbers mit der Tem-
peratur geben nahezu übereinstimmend die FormeP):

A = ;.o(l- 0,0010,
während der entsprechende Coefficient für andere Metalle bei
kleinen Temperaturdifferenzen ungefähr 0,0036 beträgt. Man
übersieht, dass der, einer Quecksilbermenge entsprechende
Inductionswerth bei 0^ kleiner ist, als bei t^j und dass man
letzteren erhält, wenn man den bei t^ beobachteten Werth

mit dem Factor:

1_- 0,008^^
1 - 0,001 t

mtiltiplicirt. Die Versuche mit Quecksilber waren von uns
böi einer Temperatur von 17^ angestellt worden, für welche
der betreffende Factor: 0,9552 beträgt.

5. Die von uns untersuchten Metalle sind:
Antimon, Blei, Zinn, Cadmium, Zink, Wismuth> Mag-
nesium, Aluminium, Kupfer. Von diesen sind die fünf ersten
Metalle von uns als chemisch rein aus der Fabrik von
Dr. Schuchardt in Görlitz bezogen worden. Von Wismuth



1) Wiedemann, Electricität 1. p. 528.



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806 A. Oberbeck u, J. Bergmann,

fanden wir in dem hiesigen Institut eine grössere Quantität
reinen Metalles vor. Aus diesen sechs Metallen liessen wir
in Sandformen Platten von 70 mm Durchmesser und in ver-
schiedenen Dicken giessen. Die Oberflächen derselben wurden
durch vorsichtiges Abreiben mit feinem Smirgelpapier ge-
reinigt.

Nachdem die Versuche, in gleicher Weise Platten aus
reinem Kupfer herzustellen, gescheitert waren, da dieselben
sich stets als porös erwiesen, benutzten wir dünnes Kupfer-
blech, welches wir, ebenso wie auch das Quecksilber, aus
derselben Fabrik als rein bezogen. Das Aluminium und
Magnesium war käufliches Blech.')

Für jede Platte wurde bestimmt:

a) der Durchmesser mit Hülfe eines Kathetometers, wo-
bei stets drei verschiedene Messungen unter Neigungen von
je 120^ gemacht wurden,

b) die Gewichte,

c) die specifischen Gewichte.

Aus diesen drei Messungen wurden die Dicken berechnet
Dieselben wurden ferner mit Hülfe eines Palmermaasses an
vier verschiedenen Stellen in der Nähe der Peripherie be-
stimmt. Dabei ergaben sich zum Theil nicht unerhebliche
Abweichungen von der berechneten Dicke. Die Mittelwerthe
stimmten mit derselben aber stets überein. Wir haben die
berechnete Dicke bei der Bestimmung der Leitungs^ig-
keit zu Grunde gelegt. Die Durchmesser der Glashohlräume
für das Quecksilber wurden ebenfalls mit dem Kathetometer
gemessen. Aus dem Gewicht des eingefüllten Quecksilbers
konnte dann die Dicke der Quecksilberschicht berechnet
werden.

Die electrische Untersuchung jeder einzelnen Platte
wurde zweimal ausgeführt. Die Besultate unserer Versuche



1) Die von uns benutzten Platten von Kupfer, Magnesium und Alu>
minium wurden in dem chemischen Laboratorium unter der Leitung des
Hm. Professors Schwanert untersucht. Es erwies sich das Magnesium
als chemisch rein, während das Kupfer etwa 1 Proc, das Aluminiuntk
2 Proc. fremde Beimengungen enthielt.



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Inductiormmige.



807



sind in der folgenden Tabelle enthalten. Die einzelnen
Platten eines jeden Metalls haben wir darch die Bachstaben
Aj Bj C unterschieden. Mit <7 und S haben wir die speci-
fischen Gewichte und die Dicken in Millimetern bezeichnet.
Unter J^ und J^ sind die beobachteten Inductionswerthe,
dividirt durch die Dicken, zu verstehen. An denselben wurde
bereits, wenn es nöthig war, die kleine, oben erwähnte Cor-
rection für die Abweichungen von dem Durchmesser von
70 mm angebracht. «7« ist das Mittel dieser beiden Zahlen
und X die aus demselben berechnete Leitungsfähigkeit des
Metalls fQr 0^, bezogen auf Quecksilber von 0^ als Einheit.

Tabelle V.



^1



J,



A
B
C



A
B
C



A
B
C



A
B



A
B



A
B



A
B



A
B





1.


Wismuth.




9,836
9,815 i
9,812 1


0,910
1,455
2,079

2.


8,06
7,99
7,91

Antim


7,98
8,05
7,91

on.


8,02 ;
8,02 1
7,91 i


6,712 1
6,713
1 6,714


1,466
1,517
1,284


28,82
23,76
24,16

3. Blei


23,88
23,76
24,16


23,85
23,76
24,16


11,290
11,265
11,259


1,162
1,477
1,985


44,99
45,41

45,88

4. Zinx


46,13
45,63

45,60

1.


45,56
45,52
45,74


7,321
7,312


0,835
1,265


88,43
87,83


87,59
88,15


88,01
87,99




5.


Cadmi


um.




8,668
8,670


0,960
1,495


135,0
133,3

6. Zinli


134,4
133,1


134,7
183,2


7,188
7,179


1,071
1,640


155,9
154,0


155,3
155,0


155,6
154,5



1,740

1,740



0,959
0,942





8.


2,744
2,742


0,418
0,422



Magnesia m.
185,4 i 185,3
183,3 I 183,1

Aluminium.
290,0 , 289,7
298,2 , 298,5



185,35 !
183,2



289,85
298,35



0,824
0,824
0,813



2,451
2,442
2,483



4,688
4,679
4,701



9,046
9,044



13,85
13 69



15,99
15,88



19,05
18,83



29,78
30,57



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806



A. Oberbeck u. J. Bergmann.



1


a


(5


J, J,


I


I








9. Kupfer.






Ä

B

C


8,93


0,055

J?
10.


533.8 1 —
534,7 1 -

532.9 -

Quecksilber.


i —


54,87
54,96
54,77


A \
B


13,555 ,


4,647
6,659


, 10,18 —
10,19 -





' —



Bel Durchmusterung dieser Tabelle übersieht man, dass
die Inductionswerthe und die Leitungsfähigkeiten für ver-
schiedene Platten desselben Metalls gut übereinstimmen. Am
wenigsten ist dies beim Aluminium der Fall, obgleich bei
demselben die beiden Platten nahezu gleiche Dicke haben und
aus demselben Stück Metallblech geschnitten worden sind.

Für das Quecksilber haben wir mehrere Versuchsreihen
mit gleichen Resultaten angestellt. Zur definitiven Berech-
nung haben wir die letzte, oben mitgetheilte Reihe benutzt,
vor welcher die Glasgefässe nochmals gründlich gereinigt
und mit reinem Quecksilber gefüllt worden waren.

Wie früher bemerkt, ist die Uebereinstimmucg der In-
ductionswerthe bei Platten verschiedener Dicke eine wichtige
Bestätigung für die Anwendbarkeit unserer Dntersuchungs-
methode. Dieselbe lässt sich aber npch auf eine andere
Weise prüfen. Ebenso wie man die Inductionswerthe ein-
zelner Platten bestimmen kann, kann man auch die betreffen-
den Grössen für die Combination mehrerer Platten messen.
Es muss dann die Summe der Einzelwerthe mit dem Werth
der Combination übereinstimmen. In der folgenden Tabelle
sind einige der hierbei erhaltenen Kesultate angegeben, wobei
„berechnet" die Summe der Einzelwerthe bedeutet:

Tabelle 6.



Platten

Wismuth A, J5, C
Antimon Jj By C
Blei AyB, C



11



Beob.



35,18
101,9
209,4



Berechn.



35,58
101,8
20S,4



DiflF.



-0,4
+ 04
+ 1,0



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Inductionswaffe, 809



Platten Beob. > Berechu. DiflF.



Cadmioml. A, B . . , \\ 829,7 | 829,S i +0,4

Cadmium II. -4, J5 • . . 328,2 328,9 -0,7

Zinn A,B.,. 185,7 I 186,2 -0,5

Zink J, B . . . 416,9 I 417,4 -0,5

Bei diesen Versuchen ist indess ein Umstand zu beob-
achten. Die Inductionswirkung einer Platte wird durch ihre
Stellung zwischen den Bollen etwas beeinflusst. Bei unserer
Anordnung ist dieselbe am kleinsten, wenn die Platte sich
in der Mitte befindet. Sobald daher eine grössere Zahl von
Platten zwischen die EoUen gestellt wird, so üben die seit-
lich stehenden Platten einen etwas grösseren Einfluss aus,
als in der Mitte. Dies kann natürlich ebenso gut von den
untersuchten Platten, als von den compensirenden Platten
gelten, sodass dickere und gut leitende Platten, welche eine
grössere Zahl Compensationsplatten erfordern, infolge der
seitlichen Stellung der letzteren einen etwas zu kleinen In-
ductionswerth erhalten. Es ist daher noth wendig, bei der
von uns benutzten Methode gut leitende Platten möglichst
dünn zu benutzen.

6. Aus den für jedes Metall gefundenen Werthen der
Leitungsf&higkeit haben wir die Mittel genommen und die-
selben in der folgenden Tabelle 7 mit den bisher von anderen
Physikern gefundenen Zahlen zusammengestellt. Wir haben
dabei nur solche Werthe der Leitungsfähigkeit benutzt, bei
denen die chemische Eeinheit der Metalle ausdrücklich durch
die Verfasser hervorgehoben worden ist Die Anzahl der
hier heranzuziehenden Bestimmungen ist keine grosse. Wir
haben benutzt:

1. Die Beobachtungen von A. Matthiessen und M. v.
Bose.^) Dieselben sind an Drähten angestellt und durch
die Angaben, dass Silber = 100, und Quecksilber » 1,656,
auf letzteres reducirt.

2. Die Untersuchungen von Benoit*), bei denen eben-



1) A. Matthiessen u. M. v. Böse, Pogg. Ann. 115. p. 393. 1862.
2} B6noit, Compt. rend. 76. p. 342. 1873.



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810



A. Oberbeck u. «/. Bergmann,



falls Drähte benutzt wurden, und auch eine Angabe über die
Leitungsfähigkeit von Quecksilber sich findet

3. Die Zahlen von H. F. Weber.^) Dieselben wurden
durch Beobachtung der dämpfenden Wirkung von massiyen
Metallringen auf eine schwingende Magnetnadel gewonnen.
Sie sind mit unseren Versuchen die einzigen, bei denen
die Leitungsfähigkeit reiner Metalle aus Strömungen in
körperlichen Leitern bestimmt wurde. Die Reduction auf
Quecksilber von 0^ erfolgte nach Angabe des YerfasserB,
nach welcher der Werth der Leitungsl&higkeit desselben
1,045.10"^ nach absolutem Maass beträgt.

Die Znsätze (A) und (to) bei den beiden ersten Beihen
bedeuten hart und weich.

Tabelle 7.
Leitungsfähigkeit von Metallen bei 0^, bezogen auf Quecksilber von 0*

als Einheit.





'>A.Matthie8.






'A.Oberbeck,




1 sen,


B^noit


H. F. Webe






1 M. V. Böse






J.Bergmann


Kupfer


1 60,36 (Ä)


66,86 (IT)





1 54,87


Aluminium





30,86 (ir)





1 30,17


Magnesium


> "~~


22,57 ih)





1 18,94


Zink


[ l'^'ö2


(16,92 (ic)1
i 16,10 (A) /


16,65


15,93


Cadmium


1 H,82


18,96 {h)


13,95


! 13,77


Zinn


7,56


8,237


9,876


' 9,045


Blei


5,02


4,819


5,111


4,688


Antimon


2,79








2,459


Wismuth


;i 0,75





0,8004


; 0,8206



Die Zahlen für die einzelnen Metalle weichen zum Theii
noch recht weit voneinander ab. Beim Zinn beträgt der
Unterschied der grössten und kleinsten Zahl ungefähr 25 Proc

Besser stimmen die Werthe ftLr Cadmium, Blei und Zink.
Ein charakteristischer Unterschied der beiden ersten Reihen
(Metalle als Drähte) und der beiden letzten (die Metalle als
körperliche Leiter) tritt auch nicht hervor. Vielmehr stim-
men unsere eigenen Versuche in einer ganzen Reihe von

1) H. F. Weber, Berl. Monatsber. 1880. p. 476.



Digitized by VjOOQ IC



InducHonswage. 811

Fällen mit denjenigen yon B^noit gut Uberein. Bei dem
bisherigen Stand unserer Untersuchungen können wir daher
nur Grenzen angeben, zwischen denen die Leitungsfäbigkeit
der reinen Metalle liegt, Grenzen, die zum Theil enger, zum
Theil weiter sind.

6. Da unsere Methode gestattet, die Leitungsf&higkeit
der Metalle schnell und sicher zu bestimmen, wenn man
dieselben in Form dünner Platten sich verschaffen kann, so
haben wir gelegentlich noch eine ganze Anzahl von Metall-
blechen untersucht So fanden wir für gewöhnliches Zink*
blech die Zahl 18,2, für Neusilber 6,95, für Messing 13,9;
diese Werthe gelten fur eine Temperatur von 16 bis 17^ und
sind bezogen auf Quecksilber von gleicher Temperatur als
Einheit. Besonders fruchtbar dürfte ferner die Methode für
Legirungen sein. So haben wir für zwei Platten von Wood'-
schem Metall die Leitungsfähigkeiten zu 2,23 und 2,25
gefunden.

Wir haben endlich noch eine kreisförmige, sehr dünne
Platinplatte galvanoplastisch mit Kupfer bedeckt und den
Inductionswerth der unbedeckten und der bedeckten Platte
bestimmt. Die Differenz gibt die Inductionswirkung der
galvanoplastischen Kupferschicht. Die Leitungsfähigkeit der-
selben scheint wesentlich abhängig von der Natur der Lösung,
aus welcher der Niederschlag erfolgt, und von der Strom-
dichtigkeit.

Selbstverständlich kann unsere Methode nicht angewandt
werden, wenn es sich um Eisen oder andere, stark magne-
tisirbare Metalle handelt, während der Diamagnetismus oder
schwache Magnetismus der meisten Metalle nur einen ver-
schwindend kleinen Einfiuss ausüben kann. Vergleicht man
die Ablenkungen, welche eine magnetisch nicht polarisirbare
Platte und eine Eisenplatte an derselben Stelle der Indue-
tionswage hervorbringen, so findet man zunächst, dass die-
selben verschiedenes Vorzeichen haben. So wurden bei einem
Versuche zuerst zwei Kupferplatten von 0,6 mm Dicke zwi-
schen das eine Rollenpaar gebracht. Dieselben bewirkten
eine Ablenkung von 4-374 Scalentheilen. Wurde dagegen



Digitized by VjOOQiC



8i2 A. Oberbeck.

an deDselben Ort eine Eisenplatte von 0,43 mm Dicke gestellt,
so erhielten wir eine Ablenkung von — 593, bei einer Platte
von 0,64 mm eine solche von — €31 Scalentheilen. Wurden
neben die letzte Platte die beiden Eupferplatten gestellt, so
ging die Ablenkung auf —351 zurück. Doch gelang es nicht.
durch weitere Hinzufügung von Eupferplatten die Ablenkung
auf Null zu bringen.

Diese Erscheinungen erklären sich daraus, dass die Eisen-
platte eine Doppelwirkung ausübt: eine directe Verstärkung
der Induction und eine ähnliche Wirkung, wie die übrigen
Platten. Eine eingehendere Erklärung dieser Erscheinung
ist in der nachfolgenden Abhandlung „Zur Theorie der In-
ductionswage" gegeben.

Greifswald, den 15. Mai 1887.



V. Zur Theorie der Inductionswage;
von A. Oberbeck»



1. In vorstehender Abhandlung wurde vom Ver-
fasser im Verein mit J. Bergmann eine Methode be-
schrieben, die Leitungsfähigkeit von Metallen für Electri-
cität mit Hülfe der ^Jnduotionswage^ zu bestimmen. Bei der-



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