South Dakota. Dept. of Insurance.

Annalen der Physik online

. (page 16 of 66)
Online LibrarySouth Dakota. Dept. of InsuranceAnnalen der Physik → online text (page 16 of 66)
Font size
QR-code for this ebook


erst auf den einen, dann auf den anderen äusseren ßand des
Dunkelraumes eingestellt; wurde dann von der Differenz der
Ablesungen die Plattendicke (in Messschraubenumgängen aus-
gedrückt) abgezogen, halbirt und das Resultat in Millimeter
umgerechnet, so wurde die Dicke des Dunkelraumes erhalten;



Digitized by LjOOQ IC



208 Ä Ebert

diese Zahl ist in den folgenden Tabellen unter d eingetragen.
' Hierbei wurde freilich die innerste leuchtende Schicht mit in
den Dunkelraum einbezogen; dieselbe legt sich indessen immer
sehr dicht an die Elektrodenflächen an. Durch die Vernach-
lässigung der Dicke dieser Lichthaut erscheinen die Dicken
zu gross, was aber höchstens bei den kleinen Dicken einiger-
maassen in Betracht kommt, während der Fehler für die
grossen Dicken verschwindend klein ist^ da die erste Schicht
nicht angenähert so rasch wächst, wie die beiden anderen.
Ein anderer Umstand muss hier erwähnt werden: Man war
genöthigt, die zu messende Strecke durch die Glaswand der
Vacuumflasche hindurch anzuvisiren. Dadurch, dass man bei den
Vorversuchen eine Scala an die Stelle, wo später der Dunkel-
raum erzeugt wurde, brachte und diese ausmaass, konnte
man sich davon überzeugen, dass der entstehende Fehler nicht
gross war, wenn man diejenige Seite der Flasche ausgesucht
hatte, welche ganz besonders rein war. Dass die Ablenkung
des Strahlenganges durch die Cylindermantelfläche des Vacuum-
gefässes bei den hier in Betracht kommenden Dimensionen des
im Inneren befindlichen, zu messenden Gegenstandes keinen
störenden Einfluss über die Grenze der unvermeidlichen Ein-
stellungsfehler hinaus ausüben konnte, zeigt eine einfache
Rechnung.

Dabei war bei den kleinen, scharf begrenzten Dunkel-
räumen eine Genauigkeit von */,q bis 7^^ mm in der Dicken-
messung zu erreichen. Bei grösseren Dunkelräumen lag die
Grenze der unvermeidlichen Messungsfehler innerhalb 0,1 mm,
bei den ganz grossen Dunkelräumen, die auch hier verhältniss-
mässig sehr verwaschen gegen das diffus begrenzte Glimmlicht
absetzten, konnte der Fehler einer Messung mehrere Zehntel
Millimeter erreichen; letztere sind übrigens wegen dieser ihnen
unvermeidlich anhaftenden üngenauigkeit nur in einzelnen
Fällen mit in die unten angeführten Tabellen aufgenommen
worden, wenn sie auch stets mit gemessen wurden.

Eine bequeme, bei allen Beobachtungen angewendete Gou-
trole der Einzeleinstellungen ergab sich dadurch, dass, wenn
das Mittel aus den beiden Ablesungen genommen wurde,
immer wieder dieselbe Zahl, nämlich die der Mittelebene der
Platte entsprechende Einstellung erhalten werden musste. Die



Digitized by LjOOQ IC



Eittorf scher Kathodendunkelraum. 209

Abweichungen von dieser Mittelstellung lagen immer inner-
halb der Beobachtungsfehler.

b) Die Bruckmessung. Zur Messung der Gasdrücke wurde
ein Mac Leod'sches Manometer Kahlbaum'scher Construc-
tion^) von Kramer in Freiburg i. B. mit doppeltem Mess-
bereiche verwendet. Durch Zusammendrücken des Qasrestes
auf '^j^QQ Volumen konnten an einer Steigröhre direct die
Hundertstel Millimeter Hg- Druck, durch Zusammendrücken
auf ^2000 *^^ einer zweiten die Tausendstel abgelesen werden;
die Zahlen sind unter p in den folgenden Tabellen auf-
geführt.

Dass das Manometer den durch die stufenweisen Evacua-
tionen herbeigeführten Druckerniedrigungen wirklich genau
folgte, wurde durch besondere Versuchsreihen geprüft. Die
Herren E. C. C. Baly und W. Ramsay^ haben schon früher
auf eine Reihe von Fehlerquellen aufmerksam gemacht, welche
genaue Druckmessungen mit dem Mac Le od -Manometer bei
tiefen Drucken sehr gefährden können, namentlich auf die
Veränderungen der Gapillareigenschaften des Quecksilbers dem
Glase gegenüber bei Veränderung des darüber liegenden Gas-
druckes.

Da man diesen Veränderungen gegenüber ziemlich macht-
los ist, wurden tiefe Drucke (unter 0,10 mm) überhaupt nur
ganz ausnahmsweise verwendet, zumal dann die Dunkelräume
meist schon so verwaschen sind, dass eine scharfe Einstellung
auf ihre Begrenzung kaum mehr möglich ist. Da bei dem
Manometer immer mindestens auf das Hundertfache zusammen-
gepresst wurde, so kam man bei der Messung selbst ganz
ausserhalb jener Druckgrenzen, unterhalb deren die Gültig-
keit des Boyle-Mariotte'schen Gesetzes Zweifeln unter-
liegen könnte. Ausserdem hatte man in der Constanz der
Druckverhältnisse bei gleichmässig von Pumpenzug zu Pumpen-
zug fortschreitender Evacuation des constanten Gesammt-
volumens eine genügende Controle.

Vor jeder Messungsreihe wurden sämmtliche Vacuum-



1) G. W. A. Kahl bäum, Zeitschr. f. Instrumentenkunde 15.
p. 191. 1895.

2) E. C. C. Baly o. W. Ramsay, Phil. Mag. (5) 88. p. 801. 1894.

Ann. d. Hhfi. u. Chem. K. F. 69. 14



Digitized by LjOOQ IC



210 ü. Ebert

theile, die Pumpe, sowie das Manometer mit dem sorgfältig
gereinigten und durch Schwefelsäure und Phosphorpentoxyd
getrockneten Gase mehrere Male ausgespült. Dann verblieb
die betreffende Gasfüllung bei etwa ^s Atmosphärendruck
während mehrerer Tage in dem Apparate, wobei sich Alles
mit dem Gase selbst sättigen und dieses selbst die letzten
Spuren Wasserdampfes an das in der Yacuumfiasche ausge-
breitete PgOg abgeben musste. üeber die Reinheit der Gase
wurden während der ganzen Messungsreihe sorgfältigste spectro-
skopische Prüfungen unterhalten.

Es wurde zwischen jedem einzelnen Pumpenzuge und vor
jeder neuen Messung immer solange gewartet, dass in dem
allerdings etwas weit verzweigten ßöhrensysteme sich der
Druck und die Temperaturen vollkommen ausgeglichen haben
mussten.

Bei den sehr niederen Drucken beeinflusste mitunter eine
Erscheinung die genaue Messung nicht unerheblich, welche
ich eine fySelbstevacuaäon^^ des Vacuumapparates nennen möchte.
Unter dem Einflüsse der Entladung selbst veränderte sich der
Gasinhalt in einer Weise, welche einer fortschreitenden Evacua-
tion entsprach; die Dicke der Dunkelräume wuchs während
des Stromdurchganges, wiewohl vor dem Beginne dieser Ver-
suche bei tiefen Drucken immer ganz besonders lange ge-
wartet wurde. Ferner stieg die Spannung, desgleichen der
Wattconsum im Entladungsapparate, wiewohl die Stromstärke
fortwährend sank. Dabei war an dem Manometer direct
fast nie eine wirkliebe Druckverminderung nachweisbar. Aus
diesem Grunde sind die den niederen Drucken entsprechen-
den Zahlen Mittelwerthe von geringerem Gewichte als die
den hohen Drucken entsprechenden Werthe, ganz abgesehen
davon, dass die Einstellungen auf die Grenzen des Dunkel-
raumes bei den tiefen Drucken an sich unsicher wurden.

c) Die elektrischen JUess Instrumente. Durch Vorversuche
war, wie schon oben erwähnt, nachgewiesen worden, dass bei
der hier getroffenen Anordnung die Dicke des Dunkelraumes
sich weder mit der Periodenzahl des Wechselstromes, noch
mit dessen eflfectiver Spannung oder Stromstärke merklich
änderte. Wir haben hier also in der That ein Phänomen
vor uns, welches nur noch vom Gasdrucke und der Gasnatur



Digitized by LjOOQ IC



Hittorf scher Kaihodendunkelraum, 211

abhängt. Nur um jederzeit einen Vergleich zu ermöglichen,
sind in die Tabellen die elektrischen Daten des Vorganges
mit aufgenommen worden und zwar für den

Gleichstrom: Spannung iS (Voltmeter von Reiniger, Geb-
bert und Schall in Erlangen), Stromstärke -4 (Weston-Ampfere-
meter);

Niederspannungswechselstrom: Spannung v (Hitzdraht- Volt-
meter nach M. W. Hoffman n), Stromstärke / (Hitzdraht-
Amperemeter von Hartmann und Braun);

HochspannungswecJiselstrom: Spannung V (Plattenvoltmeter
nach Ebert-Hoffmann, verbessert von Prof. Dr. Th. Edel-
mann), Stromstärke i (Hitzdraht - Milliampferemeter eigener
Construction).

Den später mitgetheilten Tabellen ist noch die Grösse E=^F,i
beigefugt worden; sie bedeutet die durch die Entladung con-
sumirte Wattzahl, abgesehen von der durch die Phasenver-
schiebung bedingten Abänderung dieser Grösse.

Sämmtliche Instrumente mussten möglichst zu der gleichen
Zeit (während die Einstellungen an der Theilmaschine aus-
geführt wurden) abgelesen werden, wozu zwei Hülfsbeobachter
nöthig waren.

Besultate.

Ehe die einzelnen Messungsreihen für die verschiedenen
Gase mitgetheilt werden, müssen einige allgemeine Resultate
sämmtlicher Messungen vorangestellt werden, damit die Ein-
richtung der folgenden Tabellen und graphischen Darstellungen
verständlich wird.

Bei jedem der untersuchten sechs Gase (O2, H,, N^, CO,
COj, Luft) ergab sich folgendes Entwickelungsgesetz der Dicke
des Hittor f sehen Kathodendunkelraumes mit fortschreitender
Gasverdünnung :

Nimmt die Verdünnung in gleichem Verhältnisse zu,
so nimmt auch die Dicke des Dunkelraumes in gleichem
Verhältnisse zu.

Oder anders ausgedrückt:

Schreitet die Evacuation des Entladungsraumes nach
einer geometrischen Reihe fort, so wächst auch der Dunkel-
raum nach einer geometrischen Reihe.

14*



Digitized by LjOOQ IC



212 H. Ebert

Bemerkenswerth ist aber, dass die Wachsthumsverhält-
nisse oder die Exponenten der beiden einander parallel gehenden
Reihen von Zahlenwerthen nicht einander gleich sind, sondern
die Dicke d der Dunkelräume im allgemeinen langsamer wächst
als die Verdünnungen fortschreiten. Den Evacuationen und
damit diesen Verdünnungen sind die Gasdrucke p reciprok;
bezeichnen also p^ und p^ zwei beliebige Gasdrucke, bei denen
Entladungen durch den Gasraum hindurch gehen, und die
Kathode vollkommen gleichmässig mit allen drei Kathoden-
schichten bedeckt ist, und d^ und d^ die zugehörigen Dicken
der Dunkelräume, so ist

<■' 5-för

wo m, eine reelle positive Zahl, im allgemeinen kleiner als
1 ist:

< TW^l .

Da in unsere Relation nur das Ferhäifniss der Drucke
bez. der Dicken eingeht^ so muss diese von dem Maasse, in
welchem die genannten Grössen gemessen werden, unabhängig
sein ; m ist also eine nur von der Gasnatur abhängige Grösse,
deren Werth sich nicht ändert, wenn man p oder d durch
andere Einheiten ausdrückt.

Für je zwei beliebige Punkte der Druckscala ist also

(2) d^.p^^^^d^.p;;^.

Es ist folglich im allgemeinen nicht d.p eine Gonstante
und die Dicke des Dunkelraumes umgekehrt proportional dem
Drucke, sondern

(3) d^p"^ ^ const.,

wo m eine flir das betreffende Gas charakteristische Zahl ist,
deren physikalische Bedeutung wir weiter unten kennen lernen
werden.

Den Gleichungen (1) bis (3) kann man durch Logarith-
miren eine Gestalt geben, in der sie sich zur graphischen
Darstellung der Messungsergebnisse besonders eignen. Es ist

(4) log d^ - log rfj = m (logpj - log;?i) ,



Digitized by LjOOQ IC



Hittorf scher Kathodendunkelraum, 213

und

(5) ^^ log rf.-logrf, ^

(6) log d^ + m. log;?i = log 6^ + m log/^j ,

(7) log rf + m logp = const.

Trägt man also in ein rechtwinkliges Coordinatensystem
die Logarithmen der Drucke p als Abscissen x (positiv für
Drucke > 1, negativ für Drucke < 1), die Logarithmen der
zugehörigen rf-Werthe als Ordinaten y auf, so erhält man
gerade Linien als Beobachtungscurven. Die negativ genommene
Zahl m stellt, da nach (7)

y •\- mx =^ const. ,

also dyldx = — m ist, augenscheinlich die Steigung der Geraden
dar. In dieser Weise sind die Curven (Fig. 2 und alle
folgenden) mit log p {p in Millimeter Quecksilbersäule) als Ab-
scissen, log d als Ordinaten {d in Millimetern gemessen) für
die verschiedenen Gase erhalten worden; wegen der übersicht-
lichen Form, welche bei Einführung der Logarithmen die ge-
fundene Relation annimmt, sind ausser den Verhältnissen
P1/P2 ^ßd ^J^i ^^<^^ die Logarithmen von p und d mit in
die Tabellen aufgenommen worden.

Der Verlauf einer geraden Linie ist ausser durch ihre
Neigung gegen die Axen noch durch ihre relative Lage zu
diesen, also z. 6. durch einen der beiden Axen abschnitte be-
stimmt. In der That enthält unser Gesetz (3) noch eine Con-
stanta, über die wir weiter verfügen müssen.

Anknüpfend an die graphische Darstellung empfiehlt es
sich, für diese Constante denjenigen absoluten Dickenwerth
d^ in Millimeter zu wählen, der für die einzelnen Gase er-
scheint bei dem bestimmten Drucke j9 = 1 mm Hg, für den
also log p = ist; log d^ ist also das Stück, welches die
geraden Linien auf der positiven Ordinatenaxe unserer gra-
phischen Darstellungen abschneiden. Dadurch erhält das Ge-
setz die Gestalt

(I) d.p-^d.

Aus dem Verlaufe der nach den Messuugsreihen con-
stmirten geraden Linien für die Logarithmen von p und d



Digitized by LjOOQ IC



214 H. Ebert

werden die graphisch ausgeglichenen Werthe von m und d^
abgeleitet. Die Abweichungen der mit diesen in jeder Tabelle
beigefügten Werthen nach der Formel (I) für ein jedes p
berechneten c^-Werthe von den beobachteten sind in den
folgenden Tabellen unter 8 ^ d berechnet — d beobachtet auf-
geführt; diese Differenzen liegen überall durchaus innerhalb
der Grenze der unvermeidlichen Beobachtungsfehler.

Bestätigt sich somit das gefundene Gesetz (I) durchaus,

* so muss ein Umstand sehr auffallend erscheinen, der sich bei

allen untersuchten sechs Gasen wiederholt und der für die

Deutung des ganzen Phänomens von der grössten Wichtigkeit

erscheint:

Sämmtliche Beobachtungscurven zeigen bei einem ganz
bestimmten, für jedes Gas verschiedenen Druck 11 einen
Knick; die Beziehung zwischen p und d enthält also für
alle untersuchten Gase eine Discontinuität; vor und nach
der Discontinuitätsstelle folgen sie alle einem Gesetze von
der Form (I), nur mit plötzlich umspringenden Werthen der
Constanten.

Ein Blick auf die Curvenfiguren zeigt, dass sowohl vor
wie nach dem Knick die den einzelnen Messungen entsprechenden
Punkte, sich genau je einer geraden Linie anschliessen. Die
Curvenneigung geht nicht allmählich aus dem Anfangswerthe
in den Endwerth über, sondern von einem bestimmten Drucke
an folgen die einzelnen Curvenpunkte plötzlich einem anderen
Gesetze; dasselbe fügt zwar die Logarithmenwerthe wieder zu
einer linearen gegenseitigen Abhängigkeit zusammen, aber die
m- sowie die djj- Werthe sind andere: M und D^ geworden.

Auf diese Discontinuität, ihre Lage in der Druckscala,
sowie ihre Beziehung zu anderen physikalischen Erscheinungen
soll in der Folge besonders hingewiesen werden.

1. Sauerstoff.
Der allgemeine Verlauf der Erscheinungen, vor allem die
Discontinuität der Beziehung zwischen p und d wird am besten
durch das Verhalten des Sauerstoffs erläutert Für dieses
Gas (aus chlorsaurem Kali und Braunstein entwickelt) liegen
zwei in Fig. 2 durch Punkte bez. Kreuze dargestellte Messungs-



Digitized by LjOOQ IC



Hittarf scher Kaihodendunkelraum,



215



reihen Yor, die, wie man sieht, untereinander sehr gut über-
einstimmende Werthe ergeben.



aOO QJO Q40 Q30 Q:iÜ Qn) OßO *0,/0 QkO Q30 0/K) Q5Ö

Fig. 2.
Bezüglich der Bedeutung der Buchstaben in allen folgen«
den Tabellen vgl. p. 212 und 214.

Tabelle 1.

Sauerstoff, I. Reihe.

m = 0,459, rfo ^ 1»90.



i p


P1IP2


d


d,l<k logi?


logrf


6 \S


^i V J\V %


E


42 1,18 1,64




0,072


0,215 +0,03 129


3,6 I5i2,4 378


0,0174


6,6


1,62 1,27








1

I!






43 0,78 , 2,09


-0,137


0,320 -0,01 129,3,6,16


2,3 488


0,0173


7,6


M= 0,788, Z?o = 1,62. DiscontinuitÄt bei JI= 0,70.




1,62




1,40'


1;










44 0,45




2,93


1-0,347


0,467 -0,02 129


3,6 16


2,3


548


0,0172 9.4


1,55




1,42'












45 0,29


4,16


-0,538 0,619,-0,12! 129


3,5 16


2,31 676


0,0171 11,5


1,58




1,32




1 1




,1




46 0,183


5,48




-0,738


0,739 +0,19 127


3,5 16


2,2


818


0,0165 13,5


'1,42




1,41




1 1


1








47 0,129


7,69


1-0,889 0,8861-0,35 127


3,4, 17


2,2


1023


0,0161 16.5


1,55 1


1,86 1 1






1




48 0,083 110,48




-1,081 1,018


-0,27 127


3,4 18


2,2 1299


0,0157 20,4


1,63 1


1,37




1


ii








49 0,051




14,3




-1,292


1,155


+ 0,2 127


3,3i;20


2,1


1676


0,0150,


25,1



Die Abweichungen 8 zwischen den nach der Formel (I)
berechneten und den beobachteten Werthen liegen bis herab
zu /? = 0,45 in den Hundertsteln, von da ab in den Zehnteln
Millimeter.



Digitized by



Google



216 H. Ebert

Hierbei war der Dunkelraum durchaus nicht völlig dunkel;
viehnehr war er von einem blass violetten Lichte erfüllt, dessen
Intensität nach aussen zu gegen die dritte Schicht hin, merk-
lich wuchs. Nichtsdestoweniger war die innere Grenze der
weisslichvioletten dritten Schicht, namentlich bei den höheren
Drucken, sehr deutlich. Die innerste erste Schicht war bei
den höheren Drucken fast bräunlich und wurde dann röth-
lichbraun. Bei 0,45 mm war die erste Schicht röthlich, die
zweite violett, die dritte weiss geworden.

Zeigt diese Beobachtungsreihe I, bei der zwischen jeder
.Messung je dreimal ausgepumpt wurde, wie sich die Dicke
des Dunkelraumes bis zu den tiefsten Drucken hin, bei denen
noch scharf eingestellt werden konnte, vergrössert, so soll die
folgende, bei der die einzelnen gemessenen Dicken viel dichter
aufeinander folgen und jedesmal (ausser zwischen den letzten
beiden Messungen) nur je einmal evacuirt wurde, nament-
lich den Curvenknick recht deutlich hervortreten und den
Discontinuitätsdruck 11 möglichst genau bestimmen lassen.
Diese Reihe begann bei sehr hohen Drucken; aber erst von
p = 2,8 an war die Platte vollkommen gleichmässig von den
Kathodenschichten bedeckt.

Tabelle 2.
Sauerstoff, II. Keihe.
m = 0,453, fl?o= 1»80.



Digitized by LjOOQ IC



Hittorf scher Kathodendunkelraum^



217



Tabelle 2 (Fortsetzung).

Sauerstoff, II. Reihe.

M = 0,824, D^ - 1,58. Discontinnitfit bei 71= 0,70.



^ ' V pM


d


d,ld.


logp


logt;


ö


; 5


ä\v


J


V


i


E


1,18,


1,14 1 1


1


1


j


62 0,60,


2,43




-0,22210,386


-0,02 127 3,4 15


2,1


476


0,0156' 7,4


1,18




1,12














68 0,51 i2,72




-0,292 0,435


+ 0,03 127 3,5 16


2,3' 520


0,0170


8,8


1,19 1 1,16


;




1!






64 0,43 |8,16


-0,367 0,500 +0,02 127


3,5 16 2,3 561


0,0169


9,5


1,19




1,16


1




1


1








65 0,86


3,68




-0,4440,566


-0,01 127


3,4 jl7


2,3


611


0,0168 10,2


1,33




1,26 1 ;


:










66 0,27


4,63




-0,569,0,666


+0,01


127


3,4)17


2,3


712


0,0167 11,9



Hier ist die üebereinstimmung zwischen Rechnung und
Beobachtung eine noch vollkommenere als bei Keihel; 0,04 mm
ist die grösste vorkommende Abweichung. Der Curvenknick
liegt genau bei 0,70 mm Druck (log/? = — 0,155); vgl. auch
namentlich die Fig. 2.

Hr. C. Bohr^) fand das bemerkenswerthe, von den Herren
Baly und Ramsay^ vollkommen bestätigte Resultat, dass
der Sauerstoff bei niederen Drucken sehr wesentlich von dem
Boyle-Mariotte'schen Gesetze abweicht; er wies auf eine sehr
eigenthümliche Discontinuität in den Beziehungen zwischen
Druck p und Volumen v hin. Dieselbe tritt bei einem Drucke
von 0,70 mm Hg ein und scheidet deutlich Gebiete von
höheren Drucken von solchen von niederen, in denen die Ab-
hängigkeit der beiden Grössen v und p verschiedenen Gesetzen
folgt. Die diese Beziehungen darstellende Curve {j> etwa
als Abscisse, v als Ordinate gewählt) besitzt bei 0,70 einen
Knick. Oberhalb desselben folgt das Gas dem Gesetze (vgl.
1. c. p. 479)

(p + 0,109) ü = Ä,

für niedrigere Drucke als 0,70 dem Gesetze

(/? + 0,070) t; = Ä.



1) C. Bohr, Wied. Ann. 27. p. 459. 1886.

2) E. C. C. Baly u. W. Eamsay, Phil. Mag. (5)



p. 307. 1894.



Digitized by



Google



218 H. Ehert

Für die Steilheit der beiden Curvenäste leitet man hieraus ab :
für die höheren Drucke: — |— = 7 — . ^,^^.0 >

-dp (p + 0,109)"

für die tieferen Drucke:



-dp (p + 0,070)«

und an der Enickstelle selbst geht die Curvenneigung von
dem kleineren Werthe ä/(0,809)* plötzlich in den grösseren
Ä/(0,770)« über. Das Volumen wächst also bei;? = 0,70 plötz-
lich stärker, als bei abnehmendem Drucke dem Mariotte'schen
Gesetze entspricht.

Dass die beiden genannten Discontinuitäten, die von Hm.
Bohr entdeckte zwischen;? und v und die hier hervortretende
zwischen p und d, genau an dieselbe Stelle der Druckscala
fallen, kann kein Zufall sein, sondern muss einen tieferen
physikalischen Grund haben. Dass nicht etwa unser Knick
unmittelbar durch die Bohr 'sehe Discontinuität veranlasst
war, ergiebt eine einfache Betrachtung: Erstens könnte man
an einen directen Einfluss auf die Druckmessung selbst denken.
In der That wird ja bei dem Mac Leod'schen Manometer
das Boyle-Mariotte'sche Gesetz als gültig vorausgesetzt.
Da aber bei meinem Exemplare auf das Hundert- bez. Tausend-
fache comprimirt wurde, lag selbst bei Drucken weit unter-
halb 0,70 der Druck, mit dem thatsächlich gemessen wurde,
weit oberhalb jener Stelle, wo Unregelmässigkeiten eintreten.
Vergleicht man hiermit die wirklich erhaltenen Druckverhältnisse
P1IP2 ^^^ ^^^ J^^Lch dem Passiren der Unstetigkeitsstelle, welche
ja, da sie dem constant verbleibenden Verhältnisse von Reci-
pienten Volumen und Gesammtvolumen entsprechen, constant
sein müssen, so erkennt man in der That keine grösseren
Abweichungen, als sie unvermeidlich auftreten, weil die beim
Evacuiren zusammengepressten Gasblasen bald mehr bald
weniger vollkommen entfernt werden; jedenfalls ist in den
p^ I p^'Werthen keine Unstetigkeit zu bemerken, dieselbe
haftet vielmehr der d^jd^-Reihe allein an. Zweitens könnte
man hinweisen auf den von Hrn. Bohr gleichfalls ent-
deckten Einfluss der Zeit, demzufolge das normale Verhältniss
zwischen Druck imd Volumen sich bei verdünntem Sauerstoff
in der Nähe von p = 0,70 erst allmählich herstellt. Aber



Digitized by LjOOQ IC



Hittorf scher Kathodendunkelraum, 219

auch dieses kann nicht die Ursache der Discontinuität bei
uns sein, denn die Messungen wurden zwar überall un-
mittelbar, nachdem der Druck p hergestellt war, angestellt,
dabei wurde aber immer von höheren zu niederen Drucken
übergegangen. Für diesen Gang hat aber Hr. C. Bohr (1. c.)
nachgewiesen, dass die bei der Druckemiedrigung mit
dem Sauerstoff etwa vor sich gehende Zustandsänderung
momentan oder nur in sehr kurzer Zeit vor sich geht, während
fur die Veränderungen im entgegengesetzten Sinne allerdings
mehrere Stunden nöthig gewesen wären. Hieraus etwa resul-
tirende Fehler waren also vermieden.

Auf den mögUchen Zusammenhang dieser und analoger
Erscheinungen bei anderen Gasen kommen wir bei der „Dis-
cussion' ' zurück.

(Fortsetzung und Schluss folgt in einem der nächsten
Hefte.)

(Eingegangen SO. Juli 1899.)



Digitized by LjOOQ IC



12. Beiträge zur Kenntniss der Becqtierelstrahlen;
von O. JSehrendsen.



Seit der Entdeckung der Uranstrahlen durch Becquerel
wurde über deren Wesen und Eigenschaften namentlich nach
zwei Richtungen hin weiter gearbeitet. Einmal gelang es
G. C. Schmidt^), die nämliche Strahlung an Thorverbindungen,
sowie dem Ehepa^ir Curie ^) an neuen, ganz besonders radio-
activen Substanzen, dem Polonium und Radium nachzuweisen.
Andererseits bemühte man sich, die Energiequelle für die so
räthselhafte Strahlung ausfindig zu machen; in dieser Richtung
haben die Herren Elster und Geitel^) Versuche angestellt.

Meine hier mitzutheilenden Versuche sollten hauptsäch-
lich den Einfiuss der Temperatur auf die Intensität der Bec-
querelstrahlen studiren, um dadurch zur Lösung der Energie-
frage einen geringen Beitrag zu liefern. Doch sollen auch
noch einige andere, die Strahlung betreflfende Fragen im Fol-
genden berührt werden.

1. Fluorescenzerreg^img durch Beoquerelstrahlen und Folarisir-
barkeit derselben.

Eine Reihe von Vorversuchen, die ich mit Becquerelstrahlen
vornahm, bestätigten wiederum, dass sich dieselben ganz wie
Röntgenstrahlen verhalten. Dies zeigte sich auch darin, dass
die von Joachimsthaler Pechblende ausgesandten Strahlen in
einer Flussspathplatte Fluorescenz zu erregen vermochten,
ähnlich wie Winkelmann^) dies bei Röntgenstrahlen zuerst
nachgewiesen hat.

Dazu wurde ein Blatt sehr empfindlichen Bromsilber-
papiers (Negativpapier von Moh) mit der Schichtseite auf eine
grosse Flussspathplatte gelegt. Auf die Rückseite des Papiers
legte ich ein Stück Joachimsthaler Pechblende so, dass es



1) G. C. Schmidt, Wied. Ann. 65. p. 141. 1898.

2) P.Curie, M"« Curie et B^mont, Compt. rend. 127. p; 1215. 1898.

3) J. Elster u. H. Geitel, Wied. Ann. 66. p. 735. 1898.

4) A. Winkelmann, Wied. Ann. 59. p. 324. 1896.



Digitized by LjOOQ IC



Beiträge zur Kenntniss der Becquerelstrahlen, 221

etwas über den Rand der unter dem Papier liegenden Platte
hinausragte. Nach 45 Stunden Belichtung zeigte sich dort^



Online LibrarySouth Dakota. Dept. of InsuranceAnnalen der Physik → online text (page 16 of 66)