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Th. Ludw. Wilh. (Theodor Ludwig Wilhelm) Bischoff.

Entwicklungsgeschichte des hunde-eies online

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gen Ausdehnung der Keimblase sieht man noch dieselben hellen Flecke, wie friiher. Die Kornerringe um
dieselben sind aber grofstentheils verschwunden und die hellen Flecke selbst erscheinen als Kerne von
Zellen. Diese Zellen werden dann vorziiglich sichtbar, wenn man

Fig. 29. E. ein Stiickchen der Keimblase mit etwas Wasser unter das Mikroskop bringt; eben-
falls mit der Camera lucida, Sjst. Nro. 5, gezeichnet.

Fig. 30. A. Ein Ei derselben Hiindin, 24 Stunden spater, 2L. grofs, etwas elliptisch, zwar noch
wasserhell , aber doch schon fiir das unbewaffnete Auge an seiner Oberflache mit sehr kleinen Piinktchen
besetzt.

Fig. 30. B. Unter der Loupe, lOmal vergrofsert, erscheinen diese weifsen Piinktchen als die
Anfange der Zottenbildung auf der Zona. Die Keimblase hat sich von der Zona getrennt, in ihr bemerkt
man den gleichmafsig dunkeln Fruchthof.

Fig. 30. C. Ein Stuck der Zona mit diesen Zottenanfa'ngen, mit der Camera lucida, Sjst. Nro. 7,
gezeichnet.

Fig. 30. D. Das den Fruchthof enthaltende Stuck der Keimblase en profil, mit der Camera lu-
cida, Sjst. Nro. 2, gezeichnet. Man sieht, dass der Fruchthof ziemlich stark convex iiber die Ebene der
Keimblase hervorragt und erkennt in ihm die Contouren der beiden Blatter (animal, und vegetativ.). Man
sieht ferner iiberall die Kerne der Zellen, aus denen die Keimblase zusammengesetzt ist, aufserdem aber
sternformige zerstreute Figuren, die ich fiir die Anfange der Gefafsbildung und des Gefafsblattes zu hal-
ten geneigt bin.

Fig. 30. E. Ein Stuck derselben Keimblase, starker vergrofsert (Sjst. Nro. 5), an welcher nun
der Zellenbau und auch die sternformigen Zellen sehr deutlich zu erkennen sind. Aufserdem sieht man
drei kugelichte Gruppen von Moleciilen.



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Tabula V.

Fig. 31. A. Stuck des Uterus einer Hiindin, in dem sicli das Ei befindct, leicht angeschwollen.

Fig. 31. B. Die Keimblase dieses Eies, an welcher der Fruchthof zu sehen ist.

Fig. 31. C. Das den Fruchthof enthaltende Stiick der Keimblase, lOmal vergrofsert; der
Fruchthof ist noch rund, aber nicht mehr gleichmafsig dunkel, sondern seine Mitte etwas aufgehellt.
(Area pellucida et Area opaca.)

Fig. 31. D. Dasselbe Stiick der Keimblase, an welchem das vegetative Blatt in der Ausdehnung
des Fruchthofes von dem animalen getrennt iind zuriickgeschlagen ist.

Fig. 31. E. Der Fruchthof eines Eies derselben Hiindin, elliptisch, die Mitte etwas mehr aufge-
klart.

Fig. 31. F. Der Fruchthof eines nur wenig altereri Eies, birnformig gestaltet. Die Mitte ist hell.

Fig. 31. G. Stuck des vegetativen Blattes der Keimblase, aus deutlichen, kernhaltigen Zellen zu-
sammengesetzt.

Fig. 31. H. Stiick des animalen Blattes der Keimblase, ebenfalls aus Zellen zusammengesetzt, die
aber schon mehr mit einander verschmolzen sind.



Tabula VI.

Fig. 32. A. Stiick des Uterus, an welchem das Ei eine schon etwas starkere Anschwellung
bildet.

Fig. 32. B. Keimblase dieses Eies, citronenformig gestaltet, in natiirlicher Grofse. Die birnfb'r-
mige Gestalt des Fruchthofes mit unbewaffnetem Auge erkennbar.

Fig. 32. C. Das den Fruchthof enthaltende Stiick dieser Keimblase, lOmal vergrofsert; der dun-
kele Fruchthof ist elliptisch, in dem durchsichtigen Fruchthofe ist eine birnfdrmige Figur entstanden,
welcbe in ihrer Langenaxe von einem hellen Streifen (Primitivrinne) durchzogcn wird; Embrjonal-
anlage.

Fig. 33. A. Stiick des Uterus, ein etwas alteres Ei enthaltend.

Fig. 33. B. Citronenfb'rmige Keimblase dieses Eies mit dem birnforrnigen Fruchthofe.

Fig. 33. C. Das den Fruchthof enthaltende Stiick dieser Keimblase, lOmal vergrofsert. Der dun-
kele Fruchthof ist birnformig. Die Embrjonalanlage in dem durchsichtigen Fruchthofe ist ebenfalls birn-
formig. Die Primitivrinne ist starker entwickelt, nach oben, am Kopfende, abgerundet, nach unten,
Schwanzende, lancettformig, die Rander der Primilivrinne, Riickenplatten, zeichnen sich durch starkere
Massenansammlung aus. Um das untere Ende der Embrjonalanlage sieht man einen schmalen hellen
Streifen.

Fig. 33. D. Profilansicht des Fruchthofes, wobei man bemerkt, dass die Primitivrinne eine offene
Vertiefung zwischen den beiden Halften der Embrjonalanlage ist.

Fig. 34. A. Starker angeschwollenes Stiick des Uterus derselben Hiindin, wie Fig. 32, aber 12
Stunden spa'ter ausgeschnitlen.

Fig. 34. B. Keimblase des Eies aus diesem Stiicke des Uterus; natiirliche Grofse; die bisquitfbr-
mige Gestalt (Guitarrenform) der Embrjonalanlage schon mit blofsem Auge erkennbar.

Fig. 34. C. Stiick der Keimblase dieses Eies mit dem Fruchthofe; lOmal vergrofsert. Der dunkele
Fruchthof ist rund; in dem durchsichtigen Fruchthofe ist die Embrjonalanlage bisquit- oder guitarren-
formig gestaltet und scharfer als friiher markirt. Ebenso die Primitivrinne und zu ihren beiden Seilen
die Riickenplalten starker ausgebildet; erstere oben abgerundet, unten lancettformig. Die Massenansamm-



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lung zu bciden Seiten (Riickenplatten) noch starker entwickelt; die ganze Embrjonalanlage ist von einem
sehr hellen eiformigen Hofe umgeben.

Fig. 34. J). Profilansicht des Fruchthofes dieses Eies. Die Primitivrinne steht noch offen , Jhre
Ra'nder sind scharfer und starker erhoben.

Tabula VII.

Fig. 35. A. Stiick der Keimblase mit der Embrjonalanlage eines 24 Stunden alteren Eies als
Fig. 33. Die Primitivrinne ist noch nicht geschlossen, aber bedeutend starker, besonders in ihrem oberen
Theile ausgebildel. Hier bemerkt man drei auf einander folgende Ausbuchtungen, die Anlagen der drei
primitiven Hirnzellen. An dem unteren Ende ist die Rinne lancettformig erweitert (Sinus rhomboidalis).
Die Ra'nder der Primitivrinne sind von Nervensubstanz gebildet und zeichnen sich durch ihre helle glas-
nrtige Beschaffenheit aus. Im Grunde der Primitivrinne markirt sich ein zarter Streifen, vielleicht die
Chorda dorsalis. Die Riickenplatten des Embryo sind stark von der aufseren Partie desselben (Bauchplat-
ten) unterschieden. In ersteren bemerkt man die Anlage von 6 Wirbeln; um die letzteren herum die ab-
gerissenen Fetzen des an der aufseren Eihaut sitzen gebliebenen animalen Blattes.

Fig. 35. B. Derselbe Embrjo in der Seitenansicht, wobei das Offenstehen der Primitivrinne
noch deutlicher hervortritt. Zugleich bemerkt man, dass der Kopf des Embrjo sich schon ziemlich stark
von alien Blattern der Keimblase abgeschniirt hat.

Fig. 36. A. Embryo derselben Hiindin, 12 Stunden spa'ter. Die Primitivrinne hat sich in dem
grofsten Theile ihrer Ausdehnung geschlossen. Nach vorn sieht man mehrere auf einander folgende Aus-
buchtungen; sie gehb'ren den Hirnzellen an, sind aber mit Ausnahme der vordersten durch die Einwir-
kung der zugesetzten Fliissigkeit verandert. Die vorderste ist mit dem ganze Kopfende etwas nach unten
umgebeugt, so dass man sie in der Riickenansicht nicht vollkommen iibersieht. In den RiJckeiiplatten ha-
ben sich gegen 10 Wirbelanlagen gebildet. Urn den ganzen Embryo herum bemerkt man wieder die
Fetzen des abgerissenen und an der aufseren Eihaut sitzen gebliebenen animalen Blattes. Ueber dem Kopfende
bilden dieselben einige Falten, die wahrscheinlich dieses Kopfende als Amniosfalte iiberzogen. Das
Schwanzende ist von einer solchen Falte wirklich bedeckt. Hinter dem vorderenDrittheile des Embrjo, bis
zu welcher Stelle derselbe von den Blattern der Keimblnse abgeschniirt ist, sieht man zu beiden Seiten aus
dem Kb'rper des Embryo einen Streifen heraustreten, die beiden Schenkel des Herzkanales, welcher selbst
in der Riickenansicht nicht sichtbar ist. Sie laufen in die Anlage eines Gefafsnetzes aus, welches in der
Peripherie des Embrjo ausgebreitet ist.

Fig. 36. B. Derselbe Embrjo von der Bauchseite aus gesehen. In dem vorniiber gebogenen Ende
des Embrjo sieht man die vordere Hirnzelle. Ihr vorderer Rand ist in der Mittc zu einer Spitze ausgezogen;
ihre Seitentheile blasenartig erweitert, erste Anlage der Augen. Hinter dem vorniiber gebogenen
Kopfe bemerkt man in der unteren Leibeswand den S-formig gebogenen Herzkanal. Seine hinteren
Schenkel (Venae omphalo-mesentericae) verlaufen in die Anlage eines Gefafsnetzes um den Embrjo herum;
seine vorderen Schenkel (Aortenbogen) senken sich unter und hinter dem vorniiber gebogenen Kopfende
in die Tiefe. Bis dicht hinter das Herz ist das vordere Korperende von der Keimblase abgeschniirt. Hier
ist der Eingang in den darin enthaltenen vorderen Theil der Visceralhohle, Fovea cardiaca von Wolff.
Das hintere Ende des Embrjo ist flach ausgehbhlt.

Fig. 37. A. Ei von 23 bis 24 Tagen, von einer grofsen Hiindin, in natiirlicher Grbfse. Die
aufsere Eihaut ist mit zarten Zotten beselzt. Von ihr unterscheidel man die aus vegetativem und Ge-
fafsblatt gebildete innere Blase. In der Queraxe des Eies liegt der Embrjo mit seiner Langenaxe. Ein
elliptisches Stiick seines Riickens, mit welchem er an dem Uterus festsafs, erscheint durch Zerreifsung der
aufseren Eihaut unbedeckt.



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Fig. 37. B. Der Embryo desselben Eies, lOmal vergrofsert, vom Riicken aus gesehen. Das Me-
dullarrohr ist ganz geschlossen bis auf die drei hinter einander liegenden primitiven Hirnzellen. An der
vordersten Hirnzelle haben sich die beiden Augenblasen starker ausgebildet. Zu beiden Seiten neben der
dritten Hirnzelle bemerkt man die beiden Ohrblasen , in keinem Zusammenhange mit dem Medullarrohr.
Kopf- und Schwanzende des Embryo sind von der Amniosfalte bedeckt, welche dagegen in der Mitte
iiber seinem Riicken sicb noch nicht gescblossen bat; daber liegt der Embryo bier blofs und der periphe-
rische Tbeil des animalen Blattes, serose Hiille, ist in dem Umfange dieses nicbt bedeckten Theiles des
Riickens, wegen seiner Anbeftung an die weggenommene aufsere Eihaut, abgerissen. Das peripheriscbc
Gefafsnetz vim den Embryo ist vollkommen ausgebildet.

Fig. 37. C. Derselbe Embryo, von der Baucbseite gesehen. Das vordere Kopfende ist stark
vorniiber gebogen, so dass man in ibm die vordere Hirnzelle mit den seitlicb von ihr abgeschniirten Augen-
blasen sieht. Hinter und unter demselben bemerkt man zwei zapfenartige Hervorragungen, die vorderen
Visceralbogen. Hinter diesen den S-formigen Herzkanal. Seine binteren Schenkel (Venae omphalo-mesen-
tericae) laufen mit einem vorderen und binteren Ast in das peripberische Gefafsnetz iiber; seine vorderea
Scbenkcl (Aortenbogen) sind in dem vorderen abgesclmiirten Ende des Embryo nicbt sicbtbar; in dem
binteren kommen sie vor der Wirbelsaule, abwarts laufend, als bintere Wirbelarterien wieder zum Vor-
schein. Aus ibnen treten seilliche Aestchen, Arter. ompbalo-mesentericae, in das peripberiscbe Gefafsnetz
iiber.

Fig. 37. J). Derselbe Embryo von der Seite geseben, nacbdem er scbon langere Zeit in Wein-
geist gelegen. Man sieht bier nur die beiden binler und unter dem vorniiber gebogenen Kopfende her-
vorsprossenden vordersten Visceralbogen und zugleich dieses vordere Kopfende von dem feinen Amnion
iiberzogen.

Tabula VIII.

Fig. 38. A. Ein etwas alteres Ei einer kleineren Hiindin. Das Cborion ist mit Zotten besetzt,
mit Ausnahme seiner beiden Pole, welche von einem zarten griinen Ringe umfasst werden. Der Embryo
ist von dem Chorion ganz bedeckt und mit seinem stark vorniiber gebogenen vorderen Korpertheile in
die vom Gefafs- und vegetativen Blatt gebildete Blase eingedrangt.

Fig. 38. B. Dasselbe Ei, 5mal vergrofsert. Das mit Zotten besetzte Chorion ist von dem ganzen
mittleren Theile des Eies weggenommen, wobei ein Fetzen desselben an einem Punkte des Riickens des
Embryo, der Scblussstelle der Amniosfalte, sitzen geblieben ist. Der Embryo liegt nun mit seinem hin-
teren Korperende flach in der Ebene des Gefafs- und vegetativen Blattes, mit seinem vorderen Korper-
ende ist er in die von diesen Blaltern gebildete Blase eingedrangt. Man sieht die an den Seitentheilen
seines Kb'rpers hervortretenden Arteriae und Venae omphalo-mesentericae. Diese gehen in ein Gefafsnetz
iiber, welches zuletzt in einem Kranze (Vena terminalis) die beiden Pole des Eies umzieht.

Fig. 38. C. Dasselbe Ei von der entgegengeselzten Seite, auch 5mal vergrofsert; um den ganzen
Verlauf der Vena terminalis und die Ausbreitung des Gefafsnelzes zu zeigen.

Fig. 38. D. Der Embryo desselben Eies mit der ihn umgebenden Partie des Gefafs- und vege-
tativen Blattes, vom Inneren des Eies angesehen, in der Seitenansicht. Man sieht den Embryo mit seinem
vorderen Korperende in die von Gefafs- und vegetativem Blatte gebildete Blase hineingedrangt, vom Amnion
umgeben, wobei derselbe aber noch einen sehr feinen Ueberzug von ersterer erhalten haben muss. In
dem Kopfe des Embryo sieht man das Gehirn: a Vorderhirn, b Zwischenbirn, c Mittelhirn, d dritle
urspriingliche Hirnzelle, e Auge , / Ohr, noch in keiner Verbindung mit der dritten Hirnzelle. Es sind
drei Visceralbogen (ggg) entwickelt. Das Herz (h) ist sehr stark S-formig gebogen und seine Biegungen
in einander geschoben. Der ganze hintere Theil des Embryo ist bedeckt von dem Gefafs- und vegetativen

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Blatte, welche in einer Rinne (Darmrinne) in seinen Korper ubergehen. (Icli mache darauf aufmerksam,
bei dieser Figur die von der Seite gesehene Darmrinne, in welche sich die einzelnen Arleriae omphalo-
mesentericae hineinziehen, nicht fiir einen Gefafsstamm , namentlich niclit fur den unteren Ast der linken
Vena omphalo-mesenterica zu halten, der bei dieser Ansicbt gar nicbt gesehen wird. Die Zeichnung ist
in dieser Bezielmng etwas undeutlich gehaltcn.)

Fig. 38- E. Derselbe Embrjo von vorne gesehen. Der Kopf ist stark vorniiber gebeugt, und
man sieht in ihm die Hirnzellen, Ohren und Augen durchschimmern. Vorziiglich aber bemerkt man, wie
der Korper des Embrjo sich auch an den Seiten so vom Gefafs- und vegetativen Blatte abgeschniirt hat,
dass diese, nur in seiner Langenaxe an die Wirbelsaule befestigt, jetzt mit einer nach vorne offen stehen-
den Rinne, Darmrinne, in ihn iibergehen; auch das untere Ende des Embrjo hat sich bereits ansehnlich
von- dem Gefafs- und vegetativen Blatte abgeschniirt.

Fig. 38- F. Ein Stiick des Gefafs- und vegetativen Blattes der Keimblase eines Eies dieses Sta-
diums ganz frisch ohne Zusatz, mit der Camera lucida, Svst. Nro. 7, gezeichnet. Der Unterschied und die
Grenze beider Blatter ist sehr auffallend. Rechts das Gefafsblatt erscheint aus lauter Zellen zusaminenge-
setzt, in welchen aber nur selten ein Kern zu erkennen ist. Links das vegetative Blatt la'sst den Zellen-
bau nicht mehr deutlich erkennen, und namentlich auch keine Kerne. Die Zellen scheinen wie durch In-
tercellulargange von einander getrennt.

Eig. 38. G. Ein Stiick des vegetativen Blattes desselben Eies, ebenfalls mit der Camera lucida
gezeichnet, nachdem es langer mit verdiinntem Eiweifse in Beriihrung gewesen. Das Ansehen hat sich
sehr verandert. Von den Zellen und den Intercellulargangen ist nichts mehr zu sehen; dagegen sind nun
die Kerne und Kernkorperchen in diesen sehr deutlich geworden.

Tabula IX.

Fig. 38. H. Ein Stiick des Chorions dieses Eies mit den Zotten; mit der Camera lucida, Sjst.
Nro. 4, gezeichnet. Die Zotten erscheinen als verschieden gestaltete hohle Auswiichse des Chorions, daher
mit doppelten dunkelen Randern.

Fig. 38. /. Einige dieser Zotten mit der Camera lucida, Sjst. Nro. 7, gezeichnet. Sie erschei-
nen hierbei aus lauter verschieden grofsen Blaschen zusammengesetzt, in denen ich keinen Kern erkennen
konnte.

Fig. 39. A. Das untere Korperende eines wenige Stunden alteren Embrjo, lOmal vergrofsort.
Man sieht hier in den unteren Theil der Visceralhohle hinein. Das vegetative und Gefafsblatt sind nach
oben zuriickgeschlagen und man sieht, wie sie in der Visceralhohle das untere Stiick des Darmrohres, den
Enddarm (a), zu bilden anfangen. Zugleich bemerkt man an der vorderen Wand dieses unteren Korper-
endes zwei kleine Hervorragungen (&i), die Anfange der Allantois.

Fig. 39. B. Das untere Korperende eines gleich alten Embrjo, gleich stark vergrofsert. Ge-
fafs- und vegetatives Blatt sind in dem oberen Theile von ihrer Befestigung an der Wirbelsaule gelost
und nach unten zuriickgeschlagen; dadurch kommen zwei Reihen von kleinen Schlauchen zum Vorschein,
welche bei der Trennung jener Blatter von der Wirbelsaule an diesen sitzen bleiben, die Wolff'schen
Korper (a); Wirbelrudimente (6), Riickenmark (c), unterer Eingang in den Darm (d).

Fig. 40. A. Unteres Ende eines 12 Stunden alteren Embrjo derselben Hiindin, lOmal vergro-
fsert. Man sieht die Allantois (a) schon als Blase gestaltet. Ihre Verschmelzung aus zwei Halften ist aber
noch an der oberen Einbiegung und an der Spalte in ihrer Mitte zu erkennen.

Fig. 40. B. Dasselbe untere Ende des Embrjo. Die Allantois (a) ist nach abwarts zuriickgelegt.
Man sieht in das untere Stiick der Visceralhohle hinein, in welcher der Enddarm (b) schon mehr ent-
wickelt ist. Er ha'ngt nach unten unmittelbar mit der Allantois zusammen, nach oben geht er in das auf



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die linke Seite umgelegte Gefafs- und vegetative Blatt iiber. Neben dem Darme vor der Wirbelsaule
laufen die unteren Wirbelarterien (cc) nach abwarts, welche sich zuletzt anf der Allantois als Nabelge-
fa'fse verzweigen. Die das Blut wieder zuriickfiihrenden Venen (dd} laufen in den beiden Randern des
Korpers des Embrjo und beifsen jetzt Cardinalvenen.

Tabula X.

Fig. 41. A. Ein 12 Slunden alleres Ei derselben Hiindin in natiirlicher Grb'fse. Das mit Zotten
besetzte Chorion (a) ist gerade iiber dem Embrjo entfernt. Man siebt letzteren mit seinem hinteren Kb'r-
perende auf, mit dem vorderen in der vom Gefafs- und vegetativen Blatt gebildelen Blase (/;) liegen. Das
vordere Ende ist stark vorniiber gebeugt und in die genannte Blase eingedrangt. Das hintere Ende ist
nach rechts um seine Langenaxe gedreht. Aus diesem heraus kommt die Allantois (c) als eine kleine ge-
stielte runde Blase, die sich mit ihrer Basis eben an das Chorion angelegt hat.

Fig. 41. B. Der Embrjo desselben Eies , 5mal vergrofsert, vom Inneren der vom Gefafs- und
vegetativen Blatt gebildeten Blase angesehen. Der obere Kbrpertheil erscheint auch bier, vom Amnion
umkleidet, in dieselbe eingedrangt. In dem Kopfe bemerkt man die Hirnzellen. An der Vorderhirnzelle
sieht man das Auge als einen hellen elliptischen Ring, in welchem ein sehr heller Punkt dadurch erscheint,
dass man bier in die Hohle des Gehirns hineinsiebt. Das Ohrblaschen neben der dritten urspriinglichen
Hinzelle zeigt eine zapfenartige Verlangerung nach dieser hin. Es sind vier Visceralbogen gebildet. An
der Basis des ersten derselben bemerkt man seinen vord eren F ortsatz, welcher bestimmt ist, sich
la'ngs dem unteren Rande der Hirnkapsel hinziehend, die Oberkiefergebilde darzustellen. An dem Herzen
sind die einzelnen Abtheilungen, Herzkammern und Ohren starker entwickelt. Die obere Extremitat ist
in Form eines kleinen Zapfens ungefahr in der Mitte des Korpers hervorgebrochen. Der Darm steht im
ganzen mlttleren Theile in einer Rinne offen; bier haben sich das Gefafs- und vegetative Blatt noch
nicht geschlossen. Aus dem unteren Ende des Embrjo sieht die kleine Allantois hervor.

Fig. 41. C. Derselbe Embrjo, an welchem Gefafs- und vegetatives Blatt iiber den vorderen
Korpertheil in die Hohe gelegt sind, so dass der hintere Korpertheil frei erscheint. Man sieht daber nun
in die Visceralhb'hle hinein und erkennt in dem Grunde derselben die Schla'uche der Wolff'schen Kor-
per, ferner den Enddarm, in welchen Gefafs- und vegetatives Blatt iibergehen. Aus dem unteren Ende
sieht die Allantois hervor.

Fig. 41. D. Obere Ansichl des Gehirns dieses Embrjo. a Vorderhirn; b Zwischenbirn; rMJttelhirn.

Fig. 41. E. Hintere Ansicht des Gehirns. a Mittelhirn; b dritte ursprungliche Hirnzelle,
welcbe in ihrem oberen Theile noch ganz offen sieht; c Riickenmark.

Fig. 41. F. Seitenansicht des aus der Hirnkapsel herausgenommenen Gehirns. a Vorderhirn;
b Zwischenhirn; c Stelle, wo die aus dem Zwischenhirn hervorgetriebene Augenblase abgerissen ist;
d Trichter (Infundibulum); e Mittelhirn; /hintere Hirnzelle.

Fig. 41. G. Senkrechter Durchschnitt des Schadels und Gehirns. a Vorderhirn; b Hohle dessel-
ben; c Zwischenhirn; d an der Basis desselben, am Eingange in die Augenblase, liegender Wulst, Sehhii-
gel; e Mittelhirn; /dritte Hirnzelle; g Balken des Schadels, um welchen das Medullarrohr herumgebogen
ist; h Visceralbogen und Visceralspalten.

Fig. 41. //. Kopfende des Embrjo, von vorn gesehen. a Vorderhirn; b Augen ; c Zwischenhirn;
d erster Visceralbogen; e vorderer Fortsatz desselben; f, f'-, f-" zweiter, dritter und vierter Visceralbo-
gen; g rechtes, h linkes Herzohr; i linke, k rechte Herzkammer; I Aortenstamm mit den Aortenbogen.

Fig. 41. /. Das Herz, von hinten gesehen. a gemeinscbaftlicher Venenstamm; b linkes, c rechtes
Herzohr; d mittlerer Raum zwischen beiden, zukiinftige Vorhofe; e Canalis auricularis; /linke, g rechte
Herzkammer ; h Aortenstamm.



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Fig. 41. K. Faserzellen des Herzens, mitKernen, gezeichnet mit der Camera lucida, bei 280ma-
liger Vergrbfserung.

Fig. 41. L. Darmsjslem dieses Embrjo. a Visceralbogen; b Raum des Schlundes und Kehl-
kopfes; c Lungen; d Magen; /Leber; g Lappen des Gcfafs- und vegetativen Blattes, in welche sich die
Wa'nde des offenen Theiles des Darmrohres fortsetzen ; h Enddarm.

Fig. 41. M. Seitenansicht desselben Darmsystems. a Lunge; b Magen; c Leber; d Gefafs- und
vegetatives Blatt; e Enddarm.

Tabula XL

Fig. 42. A. 'Ei, 25 Tage nach der letzten Begattung, 2mal vergrbfsert. Das Chorion (a) ist
geoffnet. Der stark gekriimmte Embrjo ist mit seinem Kopfe noch in die auf seiner linken Seite liegende
Nabelblase (A) eingedrangt. Aus seinem unteren Ende kommt die auf seiner rechten Seite liegende Allan-
tois (c) hervor. Obere und untere Extremitaten sind angelegt. Auf der Nabelblase verzweigen sich die
Vasa omphalo -mesenterica, auf der Allantois die umbilicalia.

Fig. 42. B. Der Embryo desselben Eies, 5mal vergrb'fsert, von der Seite gesehen. a Vorder-
him; b Zwischenhirn ; c Mittelhirn; d hintere Hirnzelle (dritte primitive); e Auge; /Ohr; g erster Vi-
sceralbogen; It vorderer Fortsatz desselben, fur die Obcrkiefergebilde; /' zweiter Visceralbogen; k rechtes
Herzohr; / rechte Herzkammer; m linke Herzkammer; n Aortenstamm ; o Herzbeutel ; p Leber; q Darm-
schlinge, welche in den Stiel (r) der Nabelblase (s) oder Ductus omphalo -mesentericus (r) iibergeht;
t Allantois; u Amnion; v vordere, so hintere Extremitat; z Nase.

Fig. 42. C. Derselbe Embrjo, gestreckt und von vorne gesehen. a Nasengruben; b Augen; e er-
ster Visceralbogen (Unterkiefer); d zweiter Visceralbogen; e rechtes, /linkes Herzohr; g rechte, h linke
Herzkammer; i Aorta; k Leber, zwischen deren beiden Lappen man das Lumen der abgeschnittenen Vena
omphalo - mesenterica sieht; / Magen; m Darmschlinge, welche in den Stiel der Nabelblase (n) iibergeht;
o Wolff'sche Kb'rper; p Allantois; q obere, r untere Extremitaten.

Fig. 42. D. Oberer Theil des Darmsjstems desselben Embrjo, lOmal vergrb'fsert. a erster Vi-
sceralbogen (Unterkiefer); b zweiler Visceralbogen; c Luftrbhre; d rechte, e linke Lunge; f Speiserbhre;
g Magen; h Leber; i Lumen der abgeschnittenen Vena omphalo -mesenterica. An Luftrbhre, Lungen,
Speiserbhre und Magen sind die beiden vom Gefafs- und vegetativen Blatt herriihrenden Lagen, erstere
dunkel, letztere hell, deutlich zu erkennen.

Tabula XII.

Fig. 43. Ein etwas alteres Ei, so gelegt, dass die Nabelblase nach oben gewandt ist. Das Cho-
rion (a) ist geoffnet, hierauf auch die Nabelblase (&), so dass man den auf der Allantois (c) aufliegenden
Embrjo durch die hintere Wand der Nabelblase durchschimmern sieht. An dJeser sieht man nun die
Stelle (d), an welcher der Embrjo mit seinem Kopfe in die Nabelblase eingedrangt war, welche aber hier
kein Loch besitzt, sondern durch ein feines Blatt geschlossen ist.

Fig. 44. Ein etwas alteres Ei, 2mal vergrbfsert. Das Chorion ist geoffnet. Der Embrjo hat
sich mit dem Kopfe wieder ganz aus der Nabelblase (a) herausgezogen und liegt auf dem Riicken, stark
gekriimmt, zwischen Allantois (b) und Nabelblase. Auf diesen verbreiten sich die betreffenden Gefafse.
Der Embrjo ist iiberdies in sein Amnion (c) eingehiillt. In der Mitte seines Kbrpers sieht man das Herz.

Fig. 45. A. Ein etwa vier Wochen altes Ei, 2mal vergrbfsert. Die aufsere Eihaut (a) mit den
mit ihr vereinigten Lagen der Allantois, jetzt Chorion genannt, ist geoffnet, so dass man in die Hbhle
der Allantois hineinsieht und Nabelblase (A), Amnion (t;) und der in diesem enthaltene Embrjo im Grunde



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des Eies von der Allantois iiberzogen erscheinen. Das vegetative, innere Blalt (e) der Allantois, welches
keine Gefafse besitzt, ist in einem Theile seiner Ausdehnung iiber Aninion (und Embrjo) und Nabelblase
aufgehoben und zuriickgelegt, wodurch hier das Gefafsblatt (d) der Allantois mit den Gefafsen deutlicher
hervorlritt. Der Embrjo in seinem Amnion liegt auf der Nabelblase; g aufseres Ohr, entstanden aus dem


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