Wiley InterScience (Online service) Deutsche Physikalische Gesellschaft (1899-1945).

Annalen der Physik online

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Winkel dure hkreuzen, fpwie die deutliche^ Forin, der M >
fechsfeitigen Tafeln fei bit, 1 äffen keinen Zweifel-, dale.,.
nicht zwei .von den Stufen des Hrn. Allan v die, ganz-* '
lieb aus Kupferkies beßehen* von, zerfetztem I£upfer-
gl^a herßamrn^n. Eine derselben iß injt einein fcjjwar-
ze.n pulverigen* Qxy de bedeckt, aber dje andere .hat >
eine ganz glänzende un/1 t fchön mejjjng^gelbe Ofcjer- f
fläche. Sie zeigt t dem , Beobachter den betrfigjiphen ,
nn^- irreleitende?} Fall von einern jin/.faß regelip^fepgj
fechsfeitigen Tafeln kryßallifirten Kupferkiefe. Eine t
Th,eilbarkeit ; ift nicht aufzufinden* ,dft diefe aber , a^ch
überhaupt nicht leicht in .dem KupJFerkiefe yu erhalten
iß, fo kann rnan dadurch die einfachen Mineralien
nicltf hinre^p^ie^djVjpn den z.u|arp^engejCetzten iinter-
febeifjen. . ■ : r;i , ,,-,-,

. . p^s BnntkupJferarz, felbß k)>uimt in deutlichen, ,
aber jneift kleige^ ^ii^fcln ,vpr, flie /gfölseren ^gn ,
ihnjep,, der?» Fläche^. jedoch gekr^in^n^ unre^ölj- ^



Digiti:



zed by GoÖ^Ie



ntaferg find, findet man in regelmässigen Verwachftm-
gefri, ähnlich denen heim FInfsfpathe; ' Zwei Indivi-
duen jiäben in Bezug auf eine der rhorobdedrifchert
Axen des Vorfeld, eine umgekehrte Lage. Jede die-
Ter Gruppen enthält in ihrem* Ihnernein fechsfeitiges
Prisma mit. glatten Flächen, das man durch Zerbre-
/ cheri der umgebenden Mäflb leicht heräitslSfen kann.
Diefes Prisma hat eine földhe Lage, däfs diejenigen
Flachen, welche durch die von 12** abweichenden
WinkeT eingefchloffen wqrdfen , mit 1 , dem Prisma
A + 'co parallel liegen. Die Würfel zeigen hier die
Eigenfchaften des Rhomboeders iri Bezug auf die
Hauptaxe der einhüllenden jZwillmgäkryftalle des
Binilkupfererzes* Eine Würfelfläche liegt an jeder
Seitenfläche des fechsieltigen Prihnas^ Ja* es ift ftflbft
möglich, däfVdas Dafeyn der Zwillinge von dem des *
Prismas abhängt, weiches vielleicht eitlen beträchtli- '
chen Einflufs aiif die) Ablagerung der Theilchen des
B^ntkttpfererzes anisgeübt hat. Die Prismen freftähfcn
ebenfalls ans Bnntkopfererz und laßen lieh paraHeL irr-
rer Balis in^dünne Blättchen theifen , diö Äfffieclibh'
fchwars und faß' glanzlos Gtoi f im' Qüerbrnche
alier das gewöhnliche Anfehen de* Büntkupfererzes '
haben.

Die urfprflnglifehd Form geht gewöhnlich v*rio- •
reh, wenrf die Zetfetzung weiter fortschreitet, und
dann bleibt ein mehr oder weniger' reines Köpfen- •
ox'yd, did gewöhnliche Ktrpferfchwtr&e, in pulveri-
gem Zußande zurück. Eine Stufe aus dem Bannat
in' der Sammlung' zu Gräti mit KV/ffällen von der
Form des Kupferglanzes, die in ditele Mafle verwan-
delt waren, ift'dife einzige-, iii weldhär ich mich erin-



Digiti:



zed by GoOgle



I lot J

nerd eii» fo weit foHgifolmlteiw Zepfotoitng mit un-
veränderter Form bemerkjt zu haben». "N^alirfchein-
]jchJ>at dey Kupferglanz, hier nicht die» Shifen vott'
Buntkupfererz und Kupferkies ^rcfrlaufen, fandera,
iß uwfiüell>ar in KupferfcitwOrze verwandelt worden,
welche freilich auch ditrch Zerfetzouig der. beiden Jet*»',
ten Subltanzen entliehen kann. »

.Qer Kupferglanz ift reines Seh wefej fcupfer , oder
Cu $ r Da© Buntkupfererz nach der Aiiqljfc einer Va- ,
rjetät qua Irland durch Richard Phillipe ill
FeS 3 + 4CJuS- Der Kupferkies kann nach der Ana* ,
lyfe des Prof. H* Rose betrachtet werden als FeS 2 +;
CnS 2 ; Profeffor, Rose.iljfc jedoch def Mejnung, daf* .
die Zufammenletzung, derForniei FoS*, + Fe8 4 i+,.
aCuS entspreche» Di* Veränderungen Uffen ficji alfo
durch* die Annahme erjclären^ dafa ^as in dec ur« ;
fprüng)iclien Species enthaltene Kupfer duxcH Eifei* \
erlebt worden fey # jedoch dprch eine kleinere Qqann :
tit|)y da jedes Theilehen Eifen,, in dein Buntkupfer-
erze ? doppelt fo viel Schwefel erfprjdert., um in , da$ «
ProtQftiJphuret verwandelt , zu werden fA und in der». .
KppferWefe vjer Mal fo yjel f umcL^ in diefenj eitf+M
halteue Perfnlphuret zu bilden. Die Verbindung von
Schwefeleifen im Maximtim und Minimum, welch« ;
in der letzten Species mit dem Schwefelkupfer verei-
nigt find, }& eine, von denen , aus welchen die Ma-
gnetkiefe beliehen»

Wird der Schwefel ganz vertrieben und das Kup-
fer durch Anziehung Von SauerAoff in Oxyd yerwan-'
delt, fo bleibt Kupferfchwärze zurück« Bei diefem
Proceffe wird auch oft kohlenfaures Kupfer gebildet



Digiti:



zed by GoOgk



Durch die Bemühungen der 'letzten Reifenden Irt
Brafilien find wir ntft öctaedrifchen, oft belraclitlicli
grofsen, Kryflallen eines befondern ßifenerzes bekannt
geworden, deren roth er Strich nebß andern Eigen*
fchaften mit den von »M oh 8 *J dem Magneteifenßeinö
gegebenen Charakteren in VViderfpruch'zu ßehen
ftheiheri. Nl^er betrachtet zeigt es fich jfedöch, 'dafs
diefe octa5drifcIfenrM»fleti aus einer grofseh Zahl klei-
jierKTyßalle beliehen, die derien des Eifenglanäes, von
dem der roth'e* Strich bekann t'ift, ähnlich 4 find." Ein

•• Bttnchfiuck aus Sibirien, welches Hr. Allan Von Hm»
Oichton ef Halten hat, zeigt ' diefelbe Veränderung, -
ntir find >n diefem die Individuen des Eifenglanzes £o
klein, däfa fieeitte compadteMaffe bilden, eingefchloC-
fen zwifchen glatten Flächen, welche einem regulären
Obtaeder gehören.. Wie in dem 4 zerfetzten Anhydrite)
find'diefe Flächen nicht die Refte der ßlätterduröh-
gänge felbft, foridern fie waren als diefen parallele Sj>al-
ten in dem noch nicht zerfetzten octaetrifclien Ei&n-

-*rfce vorhanden.- Die Umwandlung des Magneteife'n-
ßeins- in Eifenglanz iß leicht erklärbar, da der erßere

Fe -f 2 Fe und der letztere Fe iß. * Ifl Hrn. Allan's
Sammlung befindet fich eine Gruppe von Kryfiajlen
vom Vefuv, welche durch ihr gröberes Gefpge die von
den bralilianifchen Octaedern gegebene Erklärung er-
läutert« Die rohe Form eines. Octaciders. wir v d' erzengt
durch fehr deutliche, platte und, verschiedentlich ge-
geneinander liegende Kryfialle von Eifenglanz, an wel«

*) Deffen Grnndrifi d. M. I. 46 $•



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zed by G00gle V



t »89 J

chen die Fliehe fenkrecht auf der Axe tief Fundament
tal - Rho.raboeder felir vergrofsert iß. Einige derfel-
ben liegen mit ihren breiten Flächen den Flachen dea
Octaeders parallel, während in aildern oetaedrifchen
Gruppen dadurch, dafs die Flächen der neugebildeten
Kry Halle übe^ die Oberfläche de9 Octaeders hervorra-
gen, eine Art von erhoben netzförmigem Anfallen her-
vorgebracht wird. : \

Die Veränderungen beim Spatheifenfteine verdie-
nen besondere Beachtung, da lie nicht nur an Geh
lehr intereffant find , fondern überall vorkommen, wo
diefe Species vorherrfcht. Der Hauptbeßandtheil der«
leiben ift kohlenfaures Eifen, jedoch enthält fie ge-
wohnlich eine Beimischung von kohlentaurera Kalk,
Magnolia und Mangan« Die unveränderten Varietä-
ten haben gewöhnlich eine blafsgelbe Farbe und einen
beträchtlichen Glanz und Durchfcheihenheit. » Der
Luft ausgefetzt % iffhmen die Kryßalle an der Oberflä-;
che bald eine braune Farbe an , welche allmälig tiefer
in ihr Inneres dringt. Vom Glänze bleibt dann noch
etwas zurück, .und T Heilbarkeit iß noch beobachtbar.
Stücke , welche nach allen Seiten zerfpalteft und oder
aus der zerfetzten Maße herausgebrochen werden, ent-
halten in diefem Zuftaftde oft noch einen Kern von.;
gelblichgrauer unzer&tzter Made. Nach, vollendeter .
Zerfetzung iß jede. Spür, von BUtterdiircbgang ver- .
fchwunden, in völlig ausgebildeten kryfiallinifcben .
Stücken der Bruch uneben, erdig, und die Farbe nebft ,
dein Striche dunkelbraun. Die,Suhße»z beßehi jetzt '
aus dichtem Eifenoxydhydrat, deffien Zuianjinen&a-, ,

zimg dei* Formel 2 Fe + 3Aq entfprichti Ein Atom
Annil. d. Phyfik. B. 87. St. 2. J. 1827. St. 10. O

' \ ' Digitized by G00gle



t »9* 1
dB* in <kr nitaferfelclen ßubftfahz enthaltenen Kftrlde
ßoffs geht dalier aid Kohlenfcnre for*, während das «rt-
dere in Kohlenoxyd verwandelt worden feyn rnnfs,
tirn das Bilcruoxydulin Eifenoxyd zu verwandeln. Dte
Veränderungen find in diefen Maffen To unmerklich
gefcheheri ,- dafs die KryftaUifationskraft fich rtidit $n-
fsern kohntey iht4 das Innereein* völlig gleichförmige?
Textur zeigt; aber gleichzeitig zielien ficli einigeTheil-
eben dee fiikno*ydhy;drate»n6eoden von örartneifen-
fieih zufammen. >&üttenberg"iti>Kärnthen feeigt «liefe 1
Erfc&eiiiung'felrrTchön. Die Geodety die dafelbfi völ*
verfchiedner Oröfse vorkouimen/find häufig mit Kry J
Aallen von Arago«it, Kalkfpath ,und Grau- Brau nftein-
erz oder filberglänienden Flocken* von anderen bi?
jetzt nicht untorfuchten bun nfeinhaltigen- Mineralien
geziert« Mit &dr Zerfetzung :des Spalheifenßeins iß
die Bildung jener (ohöi*en carajlenähnlichen Varieiä -
ten des Arägonits innig verbunden, welche unter Jörn'
Namen JEifwzbUütke bekannt' find und zu Eifenerz in
Steiermark iiahe unter der Oberfläche gefunden
werden; '

Der jfakerjt, das paratome - Kalk - Haloid von
Mohs, lit tointtr ähnlichen Zerfetzung fähig. Da «a
aber eine Verbindung von>koh)*nTaurem Kalk und Ei-
fenoxydul ift/in weloher dem Gewichte nach das erfie
mehr ale die Wfilfte ausmacht , fo bleibt gleiolifani nur >
efaSkelet von Eifönoxydhydrat aurück-, während das
Uebrige -iyerfcli windet. Die' zurückbleibende MaJTe «
hit eine weniger* dichte Tex4ur>, als die, welche bei
derZerfelzu-ng ded äpat^eifen^ileine übrig bieibtw ^

D^8 Pijodncit der Zerfetzung der beiden letztge-
nannten Species iß genau daflelbe, was aus der Zer-
O •-.,.:'. .v...v. • t : •• 's



[ *9i ]

fetzung des Schwefelkiefes mit Beibehaltung feiner
Form entfteht. Da der gemeine Schwefelkies und der
Strahlkies gleiche Beßandtheile haben, fo ßnd fie der-
felben Veränderung unterworfen; der Schwefel ver*
fchwindet, und das Eifen nimmt Saiierßoff und Waf*
fer auf. Die Zerfetzung beginnt von der Oberfläche.
Oflft, und in der erßen Periode der Veränderung, fe-
ilen wir die Kryßalle mit einem braunen Ueberzuge
bedeckt s Einige find mit einer dünnen Kr nfie von
Eifenoxydhydrat überzogen , Andere dagegen beßehen
faß gänzlich daraus und haben nur einen Kern von
Schwefelkies; folche findet man zu Wochein in
Krain , wo diefes durch Zerfetzung des Schwefelkie-
fes erzeugte Eifenoxydhydrat in folpher Menge xmd
Reinheit vorkommt, dafs es al3 ein fehr bauwürdige*
Eifenerz verfchrnolzen wird. Das aus ihm gewon*
nene Eifen zeichnet fich befondets durch feine Weich-
heit aus # ).

' (Schiufa im nÄchften Hefte.)



*) Eine fehr intereflante Umwandlung von eisenhaltigen Afinera«
Jien, die gewifierniafsen den entgegenge fernen Fall von den
Im Text befchriebenen Zerfetzungen darbietet, hat Geriet'
lius auf künftlichem Wege darzuftellen gelehrt. Knalle
vom äpatheifenftefn (natürlichem kohlenfauren Eifenoxydul)
nfimlich, über die man bei einer Temperatur höher als
4* Ioo° C. einen Stroßn von Schwefelwafierftoffgas hin weg) ei«
tet, gehen mit Beibehaltung ihrer Form und ihrer Blltterdurch«
gänge in Schwefelkiei , FeS 4 , Über oder, wenn die Operation
vor ihrer Beendigung unterbrochen wird, in ein Gemenge von
FeS 4 und einer niederen Schweflungsftufe. Das Ausführliche
hierüber findet man in diefen Ann. Bd. 83. S. 393. Aehnliöhe
Bildungen find auch neuerlich am Vefuv von Hrn. Govelli
beobachtet und in dief. Ann. Bd. 86. S. 494 befchrieben wer*
0>n. P.



-



o *

litized by GOOgk



[ *9* 1



II. Ueher den Schiller/path von der Baste; vom
Dr. Friedrick Köhler in CaffeL



L Gefchichtiiche Einleitung.

Unter den Foffilien, die an der Baße bei Harxbmrg
auf dem Harze vorkommen und mit dem gemeinfa-
men Namen „Schillerftehi" gewöhnlich bezeichnet
werden, finden (ich verschiedene Mineralgattungen.
Die Aehnlichkeit, die bei flüchtiger Betrachtung in
ilifem Aenfserh obwaltet, die Unbekanntfchaft mit
den Kryftallformen derfelben, und der Mangel an ent-
Fcheidenden chemifchen Zerlegungen veranlasste bis-
her eine fiele Verwech feiung diefer verfchiedenarti-
gien Specien , fo wie eine übelverßandene Zufammen^
* ßellung derfelben mit andern, genauer bekannten, Mi-
neralgattungen. Keius unter allen diefeli Foffilien hat
aber fonderbarere Schickfale erlitten und ift mehr
mifsdeutet worden, ala der im engern Sinne fo' ge-
nannte Scliillerfpath, deflen Unterfuchung den Ge-
genßand diefer Abhandlung ausmachen foil. Diefer
Scliillerfpath ift dasjenige unter jenen Mineralien,
welches die auffallen dften änfsern Kennzeichen befitzt
und deshalb fchon früh die Aufmerksamkeit der Mi-
neralogen und Chemiker auf fich gezogen hat.

Seine Exifienz ift fchon feit etwa 44 Jahren be-
kannt. Die erfien Nachrichten von dem Vorkommen
defielben an der Baße bei Hijrzburg giebt v. Trebra,
der ihn in feiner 1^85 entworfenen mineralogifchen



Digiti:



zed by GoOgk



f '95 1
Befchreibung des H rzes. *) als „eine lauchgrfcrie, tiiit
vielem goldgelben Glimmer , gemengte Talkart l * be-
trachtet. — Hey er, Apotheker in BraunfGhweigy
hafte ihn bald nachher auch in den Gerollen bei-Wxri-
fenbüttel gefunden und als fchillerndeii Feldfpath an-*,
gezeigt**). In einer ipütern Abhandlung, worin er '
einige, damit angeßellle, Verfuohe ' bekannt ^machte,
ertheilte erdemFoffil den jetzt noch beibehaltenen Na*'
inen Schillerfpath — welcher damals nur für den far-'
benfpielenden Feldfpath galt — i und nannte daeMtttter-
geftein deffelben einen Serpentin ***), Einige Jahre
fpöter lieferte Heyer die erfie chemifclie Analyfe fo- .
wohl des Schillerfpaths felbß, als des Serpentittdj*
worin er eingewaehiert ift t), und beide Zerlegungen»
Imd f aft die einziger? diefer Miner&lfpeciesV die niatt
faräem trotz ihrer Unvollkommertheit bis in die*tötie-^
Ifei* Zeiten in die mhieralogifchen Handbücher aüfgtf-
nommen hat. — Bald darauf reran Aaltet e J. F. Gme-
lin, Profeflfor in Göttingen, eine zweite Anaiyfe des 1
Schillerfpatiie tt) , deren Refultat äbe* von dem , was
Heyer erhalten hatte, gänzlich verschieden war -*- tiii x
' hinlänglicher Beweis, wie fehr es damalsnoch mit der
Zerlegungskunft im Argen -lag, 'Uebrigens glaubte
Gnielin das Foffil wegen der Farbe und des metalii-

•) Erfahrungen voin Innern der Gebirge, nach Beobachtungen»
gefammelt und herausgegeben v. Frledr. Wilh. Heinr. v, Trebra.
Peffau u. Leipz. 1785. p. 97.

**) Crell»s chemifche Annalen, 1786. ir Bd. S. 335. 36.

♦**) a.,8,0. 1786. 2rBd. ,',

f ) a, a. 0. 1788. 2t Bd.

irt Bergbaukunde, Leipzig 1789. ir Bd. S. 92— 101. w



Digiti:



zed by GoOgk



I »94 J

ftohen Glänze« dem Glimmer nahe Hellen zu roüQen,
woil ihm ans jener Gegend ein , in Abficht auf Glans
und Farbe fich gleich verhaltender, Glimmer bekannt
war *). — Emmerling, Profeffbr der Mineralo-
gie in Giefaen und aus Werner's Schule hervorgegan-
gen , gab x7g5 ein Lehrbuch der Mineralogie **) her-
aus., worin er den Schillerfpath von der Balle der 1«*
bradori&hen Hornblende (dem Hypereihene von
Hafiy) zngefellhe. Faß gleichzeitig fchrieb Freiee-
llben eine Monographie des Sclnllerfpatlis ***), in
welcher .er. zwei Arten deflelben untertcheidet, den
grünen und den gelben, von denen jener derb und
nil? .leiten kryltalliürf vorkomme, diefer aber nur
kfryfiallifirt fey. Im SyAeme weift er ihm feine Sfoile
swifchen Grün -Glimmer und gemeinem Talk an. —
Karsten hatte ich on früher f) den Schillerfpath
fur Hornblende gehalten und Hellte dem gemJtf*
auch in der lßen Ausgabe feiner Tabellen tt) den-
selben unter dem Namen „fchillernde Hornblende"
a)js Art feiner Gattung Hornblende auf. Spater je-
dach trennte er ihn wieder davon und vereinigte

.*) ( Bergbaukunde, ir Bd. S. 94. 95,

*') Lehrbuch der Mineralogie von Lud w. Aug, Erneuerung, Gie*
fs'en 1793. n. if. ir Theil. S. 330.

***) Mineralogffche Bemerkungen über das fchillernde Foflil von
der Bade bei Harzburg, von Job. Carl Freiesleben, Leipzig
J794- 8-

f) Museum Leskeanum, regn, minerale, ex N description* Diet.
Karsten. Vol. IL pars 1. Lipsiae 1789. p. 179. 180.

ff) Mineralogifche Tabellen mit Ruckficht auf die neueftan Ent-
deckungen, ausgearbeitet v Dietr. Ludw, Gust Kanten, Her«
IIa JgQOjS. tt.



Digiti:



t zed by GoÖgle



frü äuVi d**n :^«%rf##%att ?ü- -A« «fls«! Jfoi^t^' *^sk

H*ra*ta afi*ii y de*y <*ai*ükd*e Strtttfür gfeftite^ m efr
we* ft^*ihritel^ir s A&Ä^l^i¥g^*/ afc »*e%ni foöht*£>

«Wut deV Freie%l4beflft»# gTfte^SfehfllÄ'li^flf «ne^fc*

d^gWbtm Schills* f^^

ttiftttfrifirt \UMir * jene 'als : ,jfe1nllirnä^ äiafiß a4*^,*aÄi>

n^WirMi' Wwögen- ^em Be1l^fc'-*&aY*ib.rtr iW
ftrtgews *»A4 die* &Mm^aV Horn

dfe'*ajfcarrige der* Vöri fta^y gefchaffeftfen GatWÜ^
JJ tallage als diftinote Arten ehizuverJeifcenP*^, i-*J
Eine der riclitisften Meinungen über die Natur des
Seh illerjpät lis äulserte Br eitli'a up t, wenn er Tagte,
daß ifeffelbe eigentlich als der Sßatl^'VönSerpeiitin
tfnzuföfieh % t). Ä%war iir mü# dVr 1 Siellun$
des Schfllerlpaths im' MJneralfy^Äie TO' kantest 38K
-fllteöhrti Meidiing'Witt Karften; in?de% f #i'fiii *<ie^
Öatrtf^g Dkllage liin^ARifete tf),< w«HttiÄ ,: ei« ,: Äi l " i atf
eVitäir Ausgabe Ht)" fiines WefkW ddnTelfteft nÖdiiffi^

geTcmdert betrachtet haHle. — 'Die Mhi\&äl'ö$k ti¥

~.* ! *j«. • i ■ ■ • - \ '. -' " • ' . .; '....•> i'. .. j/i

"•) Mineralog. TabeHeiTefc. 2te Ausga&b iio& &V\b'P * '

**), Norddeutsche Beitrüge zur BeTg- r und Hüttenkunde. Het-
! aasgegeben von Jbli. Friedr. Luäw. Hausmann. 'is'Stck. Seite

•t-y Handbo , cb-det''M f hierk1ögie : Von IXh^dnF&BlA.'i&li!

f) «atodtorth der Mtortaiftgfe **tf HftttttAii^oHJ^te? fe*>






it zed by GoOgk



C 196 J

tttuern Zeit haben, nach gründlicherer Unterfnohiwg
die Gattung Dialloge ale folche yerfchwinden und den
<)arin enthaltenen Mineralfubßanzen ihre richtige Be«
ftiromung widerfahren laßen*. Jameson, Phil*
lips, Mohs, Haidinger fuhren den Schillerfpath
al# befdndere Mineralgattung auf und Hellen ihn in
die Näbie der äulWlich damit verwandten Gattungen
Bronzit, Hyperßhen, Anthophylljt, die freiljqh nur.
i$\ Aeaffern, keineswegs in ihrer chemiichen Zu£un-
menfetzung Aehnlichkeit mit dem Schillerfpatji J*ai>e$u
Ihnen folgen die andern . .Verfafier giineratogifcher
Handbücher,

IL Mineralogifche Beschreibung des Scbillerfpaths.

k . Der eigentliche Schillerfpath , der floh auf der
Bflße im Harzeburger. Forße findet, iß in einem fer-
pen unähnlichen Geßeine eingewachfen. Er durch-
Ijptzt daffelbe in breitblättrigen Maffen, die an unzfih-
ijgpn Stellen, vom umgebenden Muttergeßeine durch-
brechen, lieh von diefem durch ihren lebhaften Glanz '
ijnterfcheiden, während die. Farbe beider faß ganfc
übereinkommt. Hält man die Stücke in gewiflen Rich-
tungen gegen das Licht; fo gelangen die reflectirten
Strahlen gleichzeitig von einer grofsen blättrigen Par«
tie in das Auge des Beobachters ; da diefe aber nicht
ein zufamme^iängendes Ganze ausmacht , fondern
vielfach vom n dupkler gefärbten glanzlofen Serpentin
unterbrochen wird, fo erhält es das Anfehen, ale fey
4as Geßein fteljenweia von kleinen glänzenden Blätt-
chen in paralleler Richtung unter ein an der durchzo-
gen/ Diefer Pmßand und die Uebereinßirnmüng der
Farbe des Schillerfpaihs im Quer^rucjje mit_ der des



1

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f >97 *

Serpentine veranlasste fchon früher die Maiming, afo
£ay> jener \ mir eine* reinere kryßallinifche Auefchei-
diwig jaus der Maffe de? letztem. Dafs aber äiekry-
fUdliftifcben Bltttchen eine Theilungsrichtiing des
Serpentine anzeigen folhen , wie wohl auch fchdn ge*i
glaubt warden iß, winj. leicht durch die mechanische -
Trennung beider widerlegt, die vollßän dig, wiewohl
nicht ohne einige Schwierigkeit, vollzogen werden
kenn , um. beide einer gefonderten Prüfung zu unter-*,
werfen.

Das KryßalliCationßfyßem des Schillerfpaths iß bis
jetzt völlig unbekannt Die gleichwinklig 6feitige Ta-^
fei, deren Freiesleben *) und H an siq an n ;**) ge-
denken, iß mir bis jetzt beim eigentlichen Schiller-;
fpathe (dem Freieslebenfchen grünen. Schiller ßeine),
noch nicht vorgekommen, und das, was Hausmann
von Kryßpllformen des gelben Schillerfpaths (feiner
talkartigen; Hornblende) anfuhrt ***),' mag auf einem*
Irrthume beruhen, da diefe Subßanz del* Form und;
Mifchung nach Augit iß. Mit dem Kryßallifahoiis-
Jyßeme des. Serpentins, das Haidinger als zwei-»
und zwei -gliedrigbefchri eben hat i), läfst lieh das
des Schillerfpaths, n&ch demjenigen, was man da«
von kennt,, auch nicht ivohl vereinigen; denn, die
beiden, inj ihren phyfikalifchen Eigenschaften von ein«
ander verschiedenen Theilungsrichtungeu fprechen

•) Mineralogifche Bemarknagen fber das fchillerade Foifil,

S. io# . •

**) Norddeutsche Beitrage. St, 5.
t "*) a. a. 0. St; 16.
f ) Gilbert's Annalen der Ptyfik. 7$r Bd. S. 385*



Digiti:



zed by GoOgk



t 19 8 1
«her fur ein zwei- und ein- gUedÄge» «wkreib;- xrnd
ein-gliedrige* KryßaHiyßem, da für einnswei- und
zwei - gliedriges. Wo. aJfd die änlser'e Farm keintti
Anhalt bietet, da rofcls die Erforfcllüäg' der innern
StruoturverhältniiTe, fo wie Atv. pftyfikaHfehen uml
ohemifchen Eigenschaften dem Minerals einen Plat»
im Syßeme als eigene: Gattung gewinnen« •— * •

Der Schillerfpatli hat eine blättrige Sfrnctur. Eine
ganz 1 vorzüglich fich auszeichnende 'Tfteihingsricit*
tung herrfcht vor und verleitet zu glauben, dale das*
Foffil eine mono tome Spaltbarkeit befitzev* Bei* genaue-
rer Betrachtung fuhrt aber die N'eigtfng der Stücke
nach einer 5 ficli ßet6 jitfrallel bleibeWderi Kkhrimg ä*l
brechen, -zur Auffindung einer Seifert TheHtings-
richtung. ' Den Winkelnden beide 'ThKrtfngsrich* 1
tungeii nl4t einander machen, habe ich ziemlich con- :
ßaht =£= i3o e (mit Haüy'e Goniometer gemefTen) ge-
funden *). — Die Oberfläche 1 beider Theifuijgsrich-
tungen erreicht das Maximufti phyfikalifcher Diffe-
renz. Glanz und Farbe iß auf beiden ganz verfchie -
deri. Die erfie Theilungsrichtung (die ich P nennen
' Will) befitzt einen fehr lebliaften Perlmutterglanz, der
Ättf eine eigenthümliche Weile den Uebergang zum
ihetallifchen Glänze bewerkßelligt ; dabei' iß ihre
Oberfläche vollkommen glatt und IpiegertKL Die
zweite Theilungsrichtung -— die M heimsen mag — '»•
hat nur einen ganz fchwachen Schimmer, der an das
Seidenartige gränfct, xmd'eisie zartgeftreifte OberflS-

*) Eben fo giebt ihn auch L*onhard am fHa nd buch der Oryk-
tognofie, 2te Aufl.). Moha findet ihn «vvifchen 1 35 und 14QP
(Gnindrifc der Mineralogie. 2t Bd.)« » » '..\ < v .

gitized by VjOOQ



. > E »99 J

• i

die, die durch die Qi*erG$hriitte der dünnen Blättchen,
die. atff derfelbeu als Linien erfclwineii, ihr «ig&tt*
^th&i&liohes Anfehen er.häit. Die Ansdejhuung diele*
Spaltungsrichtung iß. gegen, die. van Pinur fefir trabe*
c'eutend, und wo So. einmal zunimmt, da verläfst ft*
immer mehr tn*d iwehu die Ebene., ü«h in das GeJ
furchte und Treppßnartig^ .verliere^ ,Diftfer Uiäw-
fitmd iß es gerade, welqher derMettun^des Nergjwn^s~
vinkels von F auf J|f hinderlich wird — EheiLiöi
v.erichieden , wieder* Gla uz beider Theilungsrichtuaiw
gen iß, iß.es iftch die Farhe. . -In der Richtung >JW
herrfelit eine tief laucb grüne Färbung, die aber,; je!
nachdem man das Stück, dein Lichte, auwendet, hahh
mehr ins MeiBnggelbe, bald mehr in ein .blänli^be^
Grün übergeht. . Die Richtungen, in denen diele Far-
benwandlung Statt findet, find constant und in der
kryfiallinifchen Struct\ir begründet, wie neulich Hes-
e.el gezeigt hat* *). Dlefe Veränderung der Farbe bei?
gowiflen Richtungeu dee auffallenden Lichtes, yvtk,
bunden mit dem „ ausgezeichneten Grade des Glanzes,
Ilaben dent Minerale den Namen „Schillerfpath" an-
gezogen , indem man ihn anfänglich mit dem farben*-
fpielenden Feldfpathe verwechselte. — Da, wo: das
Geßein der AjUnofphäre' ausgeletzt war, iß die wv?:
fprünglich grüne Farbe,, durch eine habere Oxydation
dee Eifeugeh altes, in eine meffinggelbe oder tomlfrck*
braune ^übergegangen,^.. Im Querbruche iß derSchil-
lerfpath faß völlig niatt, oder höchßens nur Dchiro-
merndr feine OberfUche iß uneben und Ipl^ttrig. Sein
Strichpulver iß hellgrau. Er iß nur äiLgan« düunen
\ * ...

*) Kästner'* Archiv für die gefamnue NatorleUre. X. 3.



[ 2ÖO J

Blffttchen mit einer grünlich - grauen färbe dnrch-
fsheinend, was fich fchon an den 'Regenbogenfarben
erkennen läfst, die man mit der Loupe auf deft Spal-



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