Wiley InterScience (Online service) Deutsche Physikalische Gesellschaft (1899-1945).

Annalen der Physik online

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durch eine voHfiÄndige Beobachtungen Reihe beflimmt
wurde.
1327. 20. Jan. Der Aufthaupunkt, durch 2 Beobach*

tungsreiben beflimmt ....... < 395.

Das Thermometer wurde nun durch ftrah-»
lende Ofenwarme während $ Stunde
bis zn etwa 70°* erwärmt. Darauf der
Aufthaupunkt, wieder durch 2 Beobach*
tungsreihen beftimmt ....... . . $85*

Der Aufthaupunkt hat fich erniedrigt um

10 Theile • • .......?= o*,07*

21. Jan. Der Aufthaupunkt = 390. Er hat fich »

in 1 Tage erhöht um 5 Theile . . =a 0V35.
Das Thermometer wurde im Wa/ferfo. lange
erwärmt f bis das Waffer zum Sieden
kam. Darauf der Aufthaupunkt = 361.
Er hat fich erniedrigt um 29 Jheile . sr; o° A 2Q3«
22t Jan. Der Aufthaupunkt = 365, Er bat fieb

* in 1 Tage erhöht um 4 Theile . - . = 0\o2g.
Das Thermometer wurde mit Wafler bir
xu deffen Sie4en eru/ärm^ Um das

Bba



\



Digiti:



zed by GoOgk



V 354 I

Qaeckfilber, welches ficb Verflüchtigt ha-
ben mochte , wjeder mit dem Faden *a
vereinigen, wurde das Queckfilber nach
dem Er' alten ein paar Mal durch die
Röhre gefchüttelt. Dies gelcnah ferner«
Hn nach jeder Erwärmung. Dann der
Aufthaupunkt = 354. Ef hat fich ernie-
drigt um 11 Thelle ....... er «°*077.

1I27. 33» Jan. Der Aufthaupunkt = 358» Seine Erhö-
hung in 1 Tage = 4 Theile ... na oV>2g.
Das Thermometer wurde mit Wafler er*
Wärmt und blieb i Stunde im fiedenden
Wafler. Dann der Aufthaupunkt = 350.
Seine Erniedrigung = g Thl. , • • *s o ,O56.

24. Jen. Der Aufthaupunkt = 356. Erhöhung in

j l Tage. s= 6 Th. • . s= 0,042.

Das Thermometer blieb jetzt I Stunde in
tiedendem Wafler. Dann der Aufthau-
punkt = 354. Erniedrigung s= 2 Thl. t= o°,oi4.

25. Jan. Der Aufthaupunkt = 356. Erhöhung

in 1 Tage s= 2 Thl. ...... ss o°,oi4.

Das Thermometer blieb 1 Stunde in fieden»
dem Wafler. Dann der Aufthaupunkt»
bevor das Queckfllber durch die Röhre
gefchüttelt worden war =354; nach-
dem dies gefchehen war = 354. Ernie-
drigung = 2 Theile * es o°,oi4.

ä6. Jan. Der Aufthaupunkt = 355. Erhöhung in

'I Tage s 1 Thl. ^ ...... =r O «,oo7.

&7* Jan. Der Aufthaupunkt = 357. Erhöhung

in 1 Tage = 2 Thl = o d ,oi4.

28* Jan. Der Aufthaupunkt = 361* Erhöhung

in I Tage = 4 Thl = o«,02g'

2. Febr. Der Aufthaupunkt == 364. Erhöhung

tn 5 tagen = 3 Thl -s o°,02l.

3, Febr. Der Aufthaupunkt = 365- Erhöhung

in'i Tage ss 1 Thl.. . . . . • = o°,oo7.



.Digiti;



zed by GoOgk



[ 355 3

18*7. 6. Febr. Der Aufthaupunkt ss v 366. Erhöhung

In 3 Tagen = 1 ThK , . ... , ss*©*,«»?.

10. Febr. Der Aufthaupunkt a 36$. Erhöhung

in 4 Tagen = o. »

11. Febr. Der Aufthaupunkt = 366« Erhebung

In I Ta^e s= o. '

l£. Febr« Das Thermometer wurde 10 Mal ab«
wechfelnd langfam bis zum Siedepunkte
erwärmt, und eben fo langem bis sum
Gefrierpunkte wieder erkältet.
Dann der Aufthaupunkt 5= 355. Erniedri»

. gung.?= II Theile sc o # 077.

14. Febr. Der Aufthaupunkt =2 360. Erhöhung 1

in 1 Tage =3 ThL . f . . . . » o'/gs*
Das Thermometer wurde auf $ Stunde in .
fiedendes Wtfler gebracht Dann der
Aufthaupunkt » 355. Erniedrigung

«» 5 Theile \ am 0*,035*

lÜ* Rebr. Der Aufthaupunkt e= 361. Erhöhung

in 1 Tage ss 6 Theile . . . . . . ac o*,Q49.

Das Thermometer wurde 2 Mal bis zum
Siedepunkte erwSrmt. Dann der Auf*
thaupun&t=355. Erniedrigung = 6 Tb. a« o'^z.
18» Febr. Der Aufthaupunkt = 36z. Erhöhung

♦ in 3 Tagen = 7 Theile ss t>V>49 v

94. Febr. Der Aufthaupunkt = s^6. Erhöhung

in J* Tagen = 4 Theile «= o°,02g.

Das Thermometer wurde auf % Stunden In

fiedendes Wafi'er gebracht« Dann der

Aufthaupunkt ss 357. Erniedrigung

^ k= 9 Theile .„.,...,.« o»,o63

»5. Febr. Der Aufthaupunkt ss 361. Erhöhung

In 1 Tage ss 4 Theile ...... sc o*,oaS*

Das Thermometer wurde auf I Stande tn
fiedendes Waiter gebracht Dann der
Aufthaupunkt, ss 357. Erniedrigung
mz 4 Theile ....•....*■ o\02%.



Digiti:



zed by G00gle



[ 556 ]

182?. 27* Febr. Der Aufthaupunat et 365- Erhöhung'

' ♦ in 2 Tagen «= 8 Tfteiie = 0V56.

Du Thermometer wurde auf 2 Stunden in
fiedendes Waffer gebracht. Dann der
Aufthaupunkt = 358* Erniedrigung

= 7 Theile = o°/>49«

3. März. Der Aufthaupunkt = 368' Erhöhung
x % in 4 Tagen = 10 Theile .....= 0°,07O.

Das Thermometer wurde auf \ Stunde in
den Dampf von (redendem Wafler ge-
v - bracht. Der Aufthaupunkt j=s 360. Er-

niedrigung = 8 Theile .....=== o\<>56.
4* März. Der Aufthaupunkt s= 366. Erhöhung

in 1 Tage = 6 Theile .....= o°,<>42.
18. Mär«. Der Aufthaupunkt == 373. Erhöhung

in 14 Tagen = 7 Theile j . • . . = o°,o4Q.
Das Thermometer wurde in Dampf >on. ße-
dendem Waffer gebracht. Der Aufthau-
punkt t= 361. Erniedrigimg = 12 Th. == G°,o84«
10* März. Der Aufthaupunkt == 365. Erhöhung

in 1 Tage = 4 Theile , . . . . s o° # 02g.
2o. MÄrz. Der Aufthaupunkt = 367. Erhöhung

in 1 Tage = 2 Theite .....=: o°,oi4.
Das Thermometer wurde in Dampf tfwi fin-
dendem Wafler plötzlich.erwfirmt; die
Erkaltung gefchah aber abfichtlich fehr
langfam ebenfalls im Dampf. Der Auf*
tnaupunkt =366. Erniedrigung ==iTh. = o° f 007.
21» MSrz. Der Aufthaupunkt = 367. Erhöhung

in 1 Tage = 1 Theil = o»,oo7.

Das Thermometer wurde langfam im Dampfe
erwärmt und erkaltete langfam. Der
Aufthaupunkt = 366. Erniedrigung

I Theil •• =s 0° f 007.

22. März. Der Aufthaupunkt = 370. Erhöhung

in iTage == 4 Theile . .• . > \ . = (P,oz$.



Digiti:



zed by GoOgk



t «57 J

f Aue diefen Verfuchen ergeben ficht folgende Re*
-foliate. Bei jeder Erwärmung de$ % Thermometers bis
«um Siedepunkte wird der Aufthaupünkt fahr bedeu*
tend erniedrigt; das^axitnum betrug o°,2o3, das Mi-
nimum o°,oo7. Die ganze Verrückung fieigt auf
o°,5i5; viel niedriger wird der Aufthaupünkt auch
durch oftmalige» Erwärmen fclmeH hinter einander
flicht ztt bringen feyn. Diefe Erniedrigungen fchei*
nen keiner Regelmäfsigkeit unterworfen zu feyn;
doch ift ob bemerkbar , dafs fie ßärker waren , als der
Aufthaupünkt noch nicht fehr niedergedrückt war,
"und mit feiner Tiefe abnahmen« Oftmaliges Erwfir-
men fchnell hinter einander wirkte allerdings ßärker,
als einmaliges; aber doch nicht im Verhältniffe der
Anzahl der Erwärmungen. Ein längeres oder kürze-
res Erwärmen fehlen keinen Unterschied zu machen.
Ob das Thermometer langfani oder fchnell erwärmt
wird , fcheint keinen Unterfchied zu bewirken. Aber
laifgfames Erkalten fintiert den Aufthaupiinkt nur
fehr wenig. Eine Verdampfung des Queckfilbers und
Condensation der Dämpfe an den Wänden der Rohre
fand nicht Stat,t. Nach jeder Erniedrigung des Auf-
thaupunkteä geht djefer von felbft wieder in die
Höbe. Die Erhöhungen waren zwar unregelmäfsigj
doch waren lie kurz nach des Depreffion ßärker, als
fpäter; auch fchienen ße um fo fiärker zu feyn, je
tiefer der Aufthaupünkt für das Mal niedergegangen
war. ' Das Maximum der Erhöhung für einen Tag
betrug ö°,o42.

Um zu fehen, ob ein anaeres Thermometer die«
felben Erfcheinungen zeige, fiellte ich mit der Bolero /
Nro. II die Verfuchean, welche in der folgen de u Tat



Digiti:



zed by G00gle



' ( 358 1

belle aufgeßcllt find. Das Thermometer iß gerade fo
eingerichtet, wie Nro. I. In der Gegend dee Auf-
thaupunktee macht jeder Theil der Sonde o°,oo86*
aus. Der Dnrchmefler der Kugel beträgt 4 ; 4 Linien,
der Rohre 1,5 Linie.



Tage der




Stand


des Aufthaupunktes




Beobachtung


V r or der


£rhÖbu n0>


Nach der


£r niedri-


i , ■- - ■ ;i ■ '


ErwAr-

mnng






Erwärmung


gung


* '1827.


Grade, |


inTag




wihrend


Grade


Februar, ii.


*05


V-





94


£ Stunde


0.0947 *


IS«




•"•'


«_•


93


tomal er-
wärmt


0,0344


14.


95


O,043I


I


95


| Stunde


0,0258


15.


97


0,0172


X


95


2mal er-


• 0,0172


>










wärmt




18.


98


, 0,0258


3








__ *


. 54.


98


o.OOOO


6


94


2 Stunden


0,0344


- 05


97


0,0258


I


95


[ Stunde


0,0172


- 27.


97


0,0344


2


96


2 Stunden


0,0258


Mär« 3.


98


0,0172


4


95
92


& Stunde
im Dampf


0,0258 .


• 4


97


0,0172


I





— ^—





18.


97


0,0000


14





im Dampf


0,0431


• 19.


7


0,0431


1











' - 20.


97


0,0000


1


94


im Dampf


0,0058


21.


97


0,0258


1


96


im Dampf


0,0036 * •


• 22.


98


0.0172


I





— —






Diefe Beobachtungen ftimmen mit den vorigen
im Wesentlichen durchaus übdrein. Es betrfigt das
Maximum für die einzelne Erniedrigung = o°,og47;
das Minimum = 0,0086. Diefes Minimum erfolgte,
als das Thermometer fehr langfam erwfirmt und ab-
gekühlt wurde (21. März). Am 20. März wurde das
Thermometer fchnell erwä#mt, aber langfam abge-
kühlt \ die Erniedrigung betrug = 0,0258. Die ganze
Erniedrigung des Attfthaupunktes ßeigt auf o°,i"9>
Und fcheiijt nicht beträchtlich mehr vergröfsert wer»
3en zu kontiert. Due Maximum der Erhöhung für



Digiti:



zed by GoOgk



£ 3£9 }

I Tag betrug o°j045i. Der Aufthaupunkt des Ther-
mometers Nro. IL fcheint alfo bei weitem nicht To
leicht verrückbar, «la e9 diefer Punkt bei Nro. L ift
Diefe Beobachtungen reichten hin, um die Not-
wendigkeit darzutlnjin, bei der Befiimmung! des Sie- "
depdnkles auf die Verrückung des AuftJiäupunktes
Rückficht zu nehmen , wenn bedeutende Fehler ver-
mieden werden follten. Die Beobachtungen über den -
Siedepunkt folgen unten. Da nun vor und nach den-
felben jedesmal der Aufthaupunkt mit beobachtet
wurde, fo gehören fie, in fo weit fie die Verrückung
diefes Punktes betreffen, hierher. Die Beobachtun-
gen wurden an den Thermometern Nro, VII, VIII,
IX und X angeßellt. Die Durchmefler der Kugeln
betragen 5 3 5 — 5,7 — 4*3 -und £,8 Linien; die Durch-
melier der Rohren «1, 7 — 1,8— 1,5 und i,7 Linie. Die
Tliermometer haben filberne Scalen, die von der.
Kugel an bis zum obern Ende der Rohre reichen*
Die Eintheilung diefer Scalen ift eine willkürliche«
Sie ift hinfichllich der Regelmüfsigkeit uiid der Fein-
heit der Theilßriche ganz vorzüglich, in der Wer k-
ßätte von Apel und Lüders in Göttingen , Ausgeführt.
Jeder Theilftrich ift vom nächften 0,0701 Linie ent-
fernt. Die Geltung diefer Theile, wovon ich wieder
ein Zehntel als Ganzes annehme, beträgt in der Nähe
des Aufthaupunktet refpective'i o p ,ou)58 — o^oiiS?
— 0,00947 und o°,omg.



Digiti:



zed by GoOgk —



^



I **> J



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I**7'



f?1


27-
28-


H*r*


3-


;.


4-





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I*


-




b


21.


-


;


*■"




»


*2.









Aufthauponkt • • •

Aufthaupunkt . . .

Nach d>r BrwSrmung
im Dampfe während
I Stunde . . . .

Erniedrigung des Auf?
thaupunktes. « •

Der Aufthaupunkt •

Erhöhung in 3 Tagen.

Nach der Erwärmung
»im Dampfe während
Ij Stunde ...

Erniedrigung des Auf»
thaupunktes . • •

Der Aufthaupunkt •

Erhöhung in i Tage.

Der Aufthaupunkt .

Erhöhung in 14 Tagen.

Nach der Erwärmung
im Dampfe . . •

Erniedrigung ^et Auf*
thaupunktes • • .

Der Aufthaupunkt ♦

Erhöhung in I Tage.

Nach der Erwärmung
im Dampfe während
I Stunde • * . •

Erniedrigung .

Der Aufthaupunkt .

Erhöhung in 2 Tagen.

Die Thermemeter wur<-
den jetzt Iängfam er-
wärmt und fehr
langfam abgekülilt.
Dann .....

Erniedrigung . ,. .

Der Aufthaupunkt. ,

Erhöhung in I Tage.



VII*


VIÜ.


IX.


X.


/49


103

/ 102


10
10


91
91


45


100




*7


0^,0423

48

0,0317


P ,023I
102

0,0231


0**066*3
- 8
0,0474


o°»o447

90

0,033*


45


99


5


18


0,0317

4<,

0.0423

54
0,0529


0.0347
102

0.0347

107
«H0579


0,0284

%

0,0284

14

0,0568


0,0224

90

0,0224

97
0.0783


46


100


.5


88


0,0846

51

0,0529


0,0810

104

0,0463


0,0852
10

0,0474


0,1007

93
0,0560


5o
0,0106

54
0,0423


toi

0,0347

106

0*0579


0,0000

0,0284


91

0,0224

94
0,0336


52
0,0212

55
0,0317


105

0,0116

108

0,0.347


12

0,0095

13

0,0095


0,0224

95

0,0336



Diefe Beobachtungen find durchaus alio unter
denfelben Um (tan den angeftellt. Erwärtnung und
Abkühlung gefchah bei allen 4 Thermometern zu
derfelben Zeit, in demfelben Geiäfse, und unter übri-
gens gleichen Verhältniffen. Dennoch bemerkt man
jrofse Ungleichheiten in den Veränderungen dor



Digiti:



zed by GoOgk



{ 66i J

Thermometer; bald hat fich das eine, bald das andern
em meiften verändert. Dad bei langsamer Abküh-
lung der Thermometer der Aufthaupunkt fich am we-
nigften verrückt, hat fich auch hier unverkennbar ge-
zeigt. Merkwürdig ift, dafa die Aufthanpunltte beim
Befchiuffe der Beobachtung um o*,o635 — * o°,o6g4 • J —
o°,aa84 '—- und o°,o44 höher liegen, ah^beim Am»
fange. Bei den Thermometern Nro. I und II fand ge-
rade das Gegentheil Statt. Ueberhaupt fcheint de*
Aufthaupunkt bei den vier zuldtzt unteriuchten Ther-
mometern ein ßarkes Beßreben «u haben, 'hoher zu
rücken. Die oben angegebene Erhöhung für die 14
Tage vom 4, bis 18. März mufs als fehr bedeutend er-
fcheinen. Der Aufthaupunkt von Nro. I hat fich -
allerdings in derfelben Zeit ebenfalls bedeutend er-
höht. Dagegen iß Nro. II in derfelben Zeit* unver*
ändert geblieben; eben fo au<jh das Thermometer,
Nro. V; noch t>ei drei andern Thermometern Nro. IV",
VI , IX beobachtete ich in diefer Zeit die gewöhnte
Veränderung. Ich mufs geliehen, däfs ich die hier vor*
handenen Anomalien nicht zu erklären wells. Die
Röhren der 4 Thermometer Nro. VII, VIII, IX und X
find neu. Vielleicht iß diefem Umßande das ftark-
, hervortretende Befirebeh des Aufthaupunktes , fich zu
erhöhen, zuzufchreiben.

Gleichzeitig mit. Nro. II. wurde noch das Ther-
mometer Nro. IV beobachtet. Um nicht zu weitläufig »
zu werden , theile ich diefe Beobachtungen nicht mit, '
da fie ohnehin nichts Besonderes darbieten. Im
Ganzen erhöhte fich auch hier der Aufthanpiinkt von
25 auf 27 > welches o°,o34i ausmacht. Die Röhre iß
niciit neu und wie die 4 vorbenannten Röhren faß



Digiti:



zed by GoOgk



' I 86a J

vollkommen luftleer. Nach der erften Erwärmung
\rar die Erniedrigung des Aufthaupunktes am bedeu-
tenden, und betrug o ,o85a; gewöhnlich fliegen die
Veränderungen nur auf o°,o34 1 . In den 14 Tagen vom
4— 18 März hatte fich der Aufthaupunkt nur um
o°,oi7o erhöht; doppelt fo grofse Erhöhungen in
einem Tage waren mehrmals vorgekommen.
, Es erfchien mir nicht unintereflant, zu unter*
fuchen , wie lieh der Aufthaupunkt von Thermome-
tern bei Erwärmungen verhalten würde, wenn, fie
Luft enthielten. Ich flellte dah#r mit den drei Ther-
mometern , deren Rohren am 4- Marx aufgebrochen
worden waren , folgende Verfuche an :



1S27-



Febr.


14.


-


.»5-


m


18.


'•


24.


•.


«5.


-


27-


Mfirz


3-




4-



Der Anfthanpunkl, Die Therme«
meter noch zu , . . . .

Die Thermometer blieben J Stun-
de in fiedendem Wafler. Dann

Erniedrigung des Auftbaupunh-

teS ,.»««••«••

Der Aufthaupunkt .....
Erhöhung in 1 Tage . . . .
Zweimalige Erwärmung bis zürn

Siedepunkte. Dann * . •
Erniedrigung .' . . . : • .
Der Aufthaupunkt • . . , .
Erhöhung in 3 Tagen. .
Der Aufthaupunkt . ' . . . .
Erhöhung in 6 Tagen * . . .
Erwärmung während J Stunde in

fiedendem Wafler. Dann . .

Erniedrigung .

Der Aufthaupunkt

Erhöhung in t Tage ....

Der Aufthaupunkt

Erhöhung in 2 Tagen • • • •
Der-Aufthaupunfct . . . . .
Erhöhung fn 4 Tagen ....
Der Aufthaupunkt .....
Erhöhung in 1 Tage ....



59


56


56


,5"


0,123


0,100


58


59


0,082


0,020


57


50


0,041


0,040


57


52


0,000


0,040


58


53


0,041


0,020
1


57


50


0,041


0,060


57


52


0*000


0040


58


53


0,041


-0,020


58


53


0,000


0,000


58


53


0,000


0,000



271

0,000



Digiti:



zed by GoOgk



itap



März



18



19



21.



22



I 363 ]



Jetzt wurden die R6hrei* aufge*
brocben und gleich darauf mit
Siegellack forg faltig wieder
verfchloflTen. Dann ....

Die Thermometer blieben { Stun-
de im Dampfe von fiedendem
Waffer. Dann . . . . .

Erniedrigung. .*..•..•

Der Aufthaupunkt * . • . •

Erhöhung in l Tage . . . .

Der Autthaupunkt * . . . .

Erhöhung in 13 Tagen ...

Nach der Erwärmung im Waffer-
dampfe ..,•••..»

Erniedrigung .......

Der Aufthaupunkt . . . - ♦

Erhöhung in 1 Tage ....

Der Aufthaupunkt . .. • . .

Erhöhung in 2 Tagen . . . .

Nach fehr langfamer Erwärmung
und Abkühlung ••••'•

Erniedrigung

Der Aufthaupunkt . . ■ • .
I Erhöhung in 1 Tage . . . .



53



49



52


48


222


0,041,


0,020


0,67«


5*'


49


229


D°,04»


0,020


0,063


53


50


, 231


0,000


0,020


0,018


53


47


228


0,000


0»o6o


0,027


54


49


229


0,041


0,040


0,009


54


49


230


0,000


0,000


0.009








229





0,0*0


0,009


— •





230





1 0,000


0,009



23a



Die Beobachtungen lehren, dafs fich die Verän-
derlichkeit des Aufthaupunktes durchaus nicht ver-
mindert hat, nachdem in die Röhren Luft getreten
war* Eine langfame Abkühlung verhütete auch hier
eine grofsere Veränderung des Aufthaupunktes. Uebri-
gens beitätigen fie das , was fchon oben im Allgemei-
nen über die Veränderlichkeit des Aufthaupunktes ge-
fagt worden ift.

£9 ßellt fich nicht beftinimt heraus, ob die
Mafle des Qneckfilbets, oder die Dicke der Kiigel-
wfinde, oder das Verhältnifs der Weite der Kugel zur
Weite der Rohre auf die Veränderungen, welche
dureh Erwärmung bei Thermometern hervorgebracht
werden, Einfluß üben. Nur fo viel Seht man, dafe
die beiden Thermometer Nrö. Vund VI, welche die







zed by GoOgle



C 3S4 J

' dickßen Kugelwände haben , ein paar Mal die ßärkJU
Erniedrigung des Aufthaupunktes erlitten; dies iß
jedoch gar nicht \m Allgemeinen der Fall.

Die Hypothefe, welche lieh dielen Erfqheinun-
gen am engßen und ungezwitngenßen anfchliefat, iß
folgende. Bei ßarken Erwärmungen und Abkühlun-
gen wird die Sprodigkeit des Glafes, und zugleich
fein Volumen verändert. Diefe Veränderungen find
in der Regel um fo bedeutender, je gröfser die Tem-
peratur - Veränderungen waren 9 und (je plötzlicher fie
eintraten. Bei dickerem Glafe fcheinen die Verände-
rungen beträchtlicher zu feyn, als bei dünnem« Ueber-
haupt fcheint die Sprodigkeit der Körper zum Theil
iii der ungewöhnlichen Spannung feiner kleinen
Theilchen ihren Grund zu haben; darum erhöht
plötzliches Abkühlen die Sprodigkeit mancher Kör-
per, weil durch die ungleiche Erkaltung, die dann
in den verschiedenen Schichten Statt finden mufs,
die Theilchen in Spannung kommen. Bei dicken
Körpern mufs bis zu einem gewiflen Punkte, unter
übrigens gleichen Umßänden, die Sprodigkeit und
die dajuit zufammenhängende Volums -Veränderung
b£i Abkühlungen ßärker feyn, als bei dünnern. Der
Gang des Abkühlens hängt von mancherlei Umßän-
den ab ; auch wird tfr nicht immer gleiche Wirkun-
gen auf die abzukühlende Mafle äufsern , weil diefe
nicht immer in demfelben Zu ft an de iß: darum die
groisen Differenzen bei den Yerrücknngen des Auf-
thaupunktes unter fcheinbar gleichen Umftänden.

JDafs durch Erwärmung und Abkühlung das
Öueckfilber Veränderungen erleiden follte, iß nicht
Wahrfcheinlich. Daö Queckfilber enthält allerdings



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I BBS J

noch Luft, Ich zweifle aher , dafc Iolche Abänderung
geh in der Verbindung von Luft und Quecksilber
vorgehen, wodurch das Volumen VernÜndert werde.
Das kleine Lnftpünktchen , welches in einigen Ther-
mometerkugeln vorhanden ift, erlitt nie eine ücht-
bare Veränderung; ich habe häufig fei ne Grofse
durch dafs Mikroskop beobachtet . Und foJllen bei
Temperatur wechtyn Veränderunge« im Queckfilber
vorgehen; fo w»r4«n diefe regelmäßiger feyn müfferi*
weil fie fich auf eine Flüffigkeit beziehen.

Auf die freiwillige Erhöhung de£ Aufthaupnnk-
tes, nachdem er kurz vorher durch Erwärmung nie-
dergedrückt worden iß, fcheint der Luftdruck wenig-
Einflufs zu haben. Diefe Erhöhung wurde auch an
Thermometern beobachtet, wo der äufsere Luftdruck
durch den innern aufgehoben war. Die Erhöhung
fcheint auf dem Zurückgehen der gefpannten TJieil-*
chen in die natürliche Lage zu beruhen,

Die Frage; ob 4ie in Rede /teilenden Verände-
rungen von Veränderungen des Glafes oder des
Queckfilbers abhängen, follte durch directe Verfuclie
beantwortet werden: Solche Verfuche haben aber
ihre Schwierigkeit, da es fich hier um die Betrach-
tung fo kleinei Gröfsen handelt. Vielleicht werd*

ich lie noch nachträglich anßellen. '

»

(Schlaft in nSchrten H*ft)



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II. Veber die Veränderungen , welche gewijfe Mi-
neralien mit Beibehaltung ihrer äufsern Form
erleiden} vQn'Wilhelm Haidinger.
(Sc hl ufi.)



• x V. Vwftnfrnmgen j n bleihaltigen Mineralien«

Jjie fogenannte natürliche Mennige iß wahrfcheih-
lieh immer das Product der Zerfetzung einer andern
bleihaltigen Subßanz. Von der Art iß das Stück, wel-
ches Hr. Bergemann, zu Berlin, in den Bleigru-
ben zu Kall in der Eiffel gefunden hat, wofelbß das
Erz, hauptfächlich Bleiglanz und W ei is - Bleierz bis
rn einer Tiefe von wenigen Klaftern in unregelmäfsi-
geil Maden aus der lockern Erde gegrabeir wird. Dem-
v ielben verdanke ich mehrere Kryfialle, die nicht blof9
die einfachen Priemen lind Pyramiden des Weifs-
Bleierzes, mit der an diefeh oft vorhandenen Strei-
fung der Oberfläche, zeigen, fondern die auch auf glei-
che Art, wie fie, zu Zwillingen verwachfen finJ. Die
fchönrothe Farbe diefer compacten Mafien, welche
dem Vermillion näher kommt als die beße künßliche
Mennige im gepulverten Zußande, die fch einbare
Homogenei tat in dem mufchligen Bruche*, und daskry-
ßallinjfche Anfallen derfelben, machen es auf den er-
flen Anblick nicht wahrfcheinlich, dafs lie Afterkry-
ßalle feyen; allein eine nähere Betrachtung zeigt, dafs

dief3 dennoch der Fall iß. Hier iß kohleuiaures Blei-
«• •• •••

oxyd, PbC 3 , in rothes Bleioxyd, Pb, verwandelt wor-
den. Auf einem ganz gleichen Wege wird die künfi-



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I 561 ) ,

liehe Mennige bereitet ; maji erhitzt nämlich kohlen*
faures Bleioxyd an der Luft und erneut die Oberfläche
deflelben durch befiändiges Umrühren. Erhitzt man<
in einem Glasrohre Kryßalle von ~Weifs- Bleierz , fo
verwandeln fie floh zu er ft in eine rothe Mafie, die
aber bei noch höherer Temperatur einen Theil ihres
Sauerßoffs verliert und beim Erkalten gelb wird, wo

lie dann Bleioxyd, Pb, iß.

Der Bleiglanz, PbS*, der aus einem Atome Blei
und zwei Atomen Schwefel beßeht, ift einer Ähnli-
chen Zerfetzung fähig. Es giebt compacte Malten von
Bleivitriol, die durch Zerfetzung aus Bleiglanz gebil-
det lind und noch parallel den Würfelflächen , den
Blä*tterdurchgängen des letzteren, Spuren von Riffen 1
zeigen. Der Blei glänz unterscheidet lieh chemifch

nur durch den Mangel an Sauerßoff vom Bleivitriol,

•• •••

PbS 3 ; Blei und Schwefel ßehen in beiden in gleichem

Verhältnifle, Nicht immer iß die Geßalt des Bleiglan-
zes in den Producten feiner Zerfetzung zu erkennen;
doch iß unzweifelhaft kryßallilirter Bleivitriol auf
diefe Art in den Gängen gebildet worden. Wer dar-
jgtn etwa zweifelt, darf nur die Lagerßfttten diefes Mi-
nerals zu Lead/tills in Schottland betrachten. Man
findet dort in Grauwacke einen Gang, gefüllt mit ei-
ner tlionigen Maffe, Worin Neßer mit bleihaltigen
Mineralien eingelagert vorkommen. < Aenfserliclfc find
fie meiß gleichförmig mit Kryßallen von kohlenfau-
rem, feltner von phosphorfanrem Bleioxyde bedeckt*
«n den von ihnen eingefchloflenen Drufenräumen fin-
den, fich phosphoiTaures und fohwefelfaureä Bleioxyd
laaU. d. fkjak. M7* Su & h tta?» Skia» C e







-I 368 1

lind die feltenen Species > das SuLphato- Carbonate, das
Sulphate »tri -carbonate^ das Cupreous fulphate und
das Cupreous fulphato - taYbonaie of Lead *). Häur
fig find auch die Höhlungen mit Kryßallen von* koh-
lenfaurem Bieioxyde ausgekleidet. Oft entdeckt tttari
auch ein Stück Bleiglanz mit glänzenden Blätterdurch-
gingen zwifcherr allen diefen Species , die Seh auf Ko-



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